Kapitel 48

4 2 0
                                        


Vespasian missbilligender Blick fiel auf William, zu arrogant, zu ehrgeizig, zu unvorsichtig. Und bei allem übel, ein Schoßhund des Königs, er würde seine Pläne behindern. Vespasian hatte sich schon die letzten Tage den Kopf zerbrochen, wie er ihn endlich loswerden konnte, endlich war ihm eine Idee gekommen. „Hier in der Nähe befindet sich ein Dorf. Wir können dort Vorräte kaufen und uns ausruhen. Der Hauptmann der Drachengarde erwiderte Vespasians Blick. „Wir haben noch genügend Proviant. Denkt ihr nicht ihr solltet so langsam unser Ziel offenbaren?" Der Botschafter des Königs unterdrückte ein Knurren und antwortete. „Wir reiten zu einem alten Freund. Und in diesem Dorf werden wir uns ausruhen Kommandant!" Der Mond stand hoch oben über den Strohdächern, als Vespasian aus der kleinen Gaststätte trat, es war ein armes Bauerndorf, mit strohgedeckten Holzhütten, die Bewohner hatten mit großer Freude die Soldaten des Königs empfangen, sie zahlten gut, mehr brauchten die Menschen nicht.

Seine Begleiter schliefen, es war der perfekte Moment um endlich seine Pläne durchzuführen. Vespasian umwickelte die Hufen seines Pferdes mit alten Lappen. Sie würden das Geräusch der Schritte dämpfen, sollte William wach werden hätte er ein Problem. Als er den Hengst aus der Stadt geführt hatte saß er auf, nun musste er sich beeilen er hatte einen langen Weg vor sich, tief in den Wald hinein und er musste vor Sonnenaufgang wieder zurück sein.

Der Mond zog vorüber, während die Stunden verstrichen. Der Wald wurde dichter, das Licht wurde immer dunkler. Dann riss das Blätterdach auf, der Mond viel auf einen gewaltigen Felsbrocken. Vespasian atmete durch, fast hatte er gedacht, dass er sich verlaufen hatte. Als er sich dem Felsblock näherte betrachtete er ihn genauer, er konnte nicht von natürlichen Ursprungs sein. Die Oberfläche war völlig glatt poliert, er war kreisrund und ungefähr so hoch wie ein Tisch.

Vespasian versuchte so unbedrohlich wie möglich zu wirken, dennoch war er auf alles gefasst. Möglichst unbemerkt lockerte er sein Schwert in der Scheide und erhob die Stimme. „Ich komme in Frieden! Bitte sprecht mit mir, ich kann euch einen Gefallen erweisen. Wenn ihr mir helft, kann ich euch zu alter Größe verhelfen!" Stille, nicht einmal der Schrei eines Vogels erklang, es war gespenstisch kein Laut durchdrang die Nacht, selbst das Rascheln des Laubes war verstummt. Vespasian wollte gerade neu ansetzen als eine Stimme erklang, sie war alt, erhaben und sehr tief. „Dies ist ein Heiliger Ort!" Ein Mann in braunem Umhang trat aus dem Schatten, sein Gesicht lag im Schatten der Kapuze einzig lange knochige Finger schauten aus den Ärmeln hervor. „Was führt einen Mann des Königs hier her?" „Woher wisst ihr wer ich bin?" Vespasian, er konnte seine Überraschung nicht verbergen, er hatte darauf geachtet, dass alle Wappen verdeckt waren. „Niemand betritt das Gebiet dieses Zirkels ohne bemerkt zu werden. Wir haben euren Mantel schon erkannt als ihr noch sehr weit entfernt von diesem Ort wart." Er richtete einen knochigen Finger auf Vespasian. „Tragt euer Begehren vor oder geht, solange wir es euch noch erlauben." Diese ungewöhnlich mächtige Stimme jagte einen kalten Schauer über Vespasians Rücken. Vespasian verneigte sich höflich. „Mein Name ist Lord Vespasian Flatorn. Ich bin zwar ein Botschafter des Königs, dennoch bin ich nicht in dessen Auftrag hier." Er holte tief Luft, ab hier gab es kein Zurück mehr. „Ich bin im Auftrag Herren hier, im Auftrag des waren Königs." Auf einmal trat der Mann aus dem Schatten, sein Gesicht war so mager, dass er aussah wie ein Skelettschädel. Eine tiefe Furcht ergriff Vespasian, der Mann hatte eine beängstigende Ausstrahlung. „HALTET IHR MICH FÜR EINEN NARREN!?" Seine Stimme drang dem Botschafter durch Mark und Bein. „König Dendron ist der wahre König dieses Landes, jedenfalls der Erbfolge nach und wir hassen alles wofür diese Erbfolge steht, sein Vater hat uns vertrieben gejagt und getötet mit dem Ziel uns alle auszurotten!" er streckte die Hand aus „Und als Mann des Königs steht ihr genau dafür, also nennt mir nur einen Grund wieso ich euch nicht sofort zu Brei zerschlagen sollte" Jetzt schlich sich ein Lächeln auf Vespasians Lippen, darauf hatte er gewartet. „Ich habe ein Geschenk für euch" vorsichtig langte er unter seinen Umhang, eine falsche Bewegung und der Magier würde ihn in Flammen aufgehen lassen. Er zog das Buch hervor. Misstrauisch beäugte der Magier ihn. „Gabriel hat seinen Anspruch auf den Thron verwirkt, als er seinem Volk dem Krieg erklärt hat, als er euch, die Magier, ermorden ließ. Mein Herr, der wahre König will euch euren alten Platz geben, gemeinsam mit der Chance die Tyrannei des jetzigen Königs zu beenden" Der alte unterbrach ihn. „Wir haben kein Interesse an eurem Bauernaufstand sucht euch andere Leben, die ihr in eurem sinnlosen Krieg verschwenden könnt." Vespasian wollte widersprechen, doch die schwarzen Augen des alten Mannes geboten ihm zu schweigen. Vespasian war enttäuscht, doch dieser Zirkel war nur einer von vielen. Er schritt neben sein Pferd und schob den rechten Fuß durch den Steigbügel, da erklang eine junge und kräftige Stimme „Sprich weiter, Bote des wahren Königs!" Vespasian drehte sich wieder um, er konnte nicht sagen ob die Stimme spöttisch klang, also entschloss er sich ruhig zu verhalten.

DIe Chroniken RelonsGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt