Kapitel 45

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„Es ist so weit! Wir sind bereit für den Krieg, die Soldaten sind gerüstet und die ersten Einheiten haben ihre Ausbildung beendet." Verkündete Dendron hoch erfreut. Er hatte den Kronrat berufen, und die verdammten Speichellecker waren zusammengekommen, innerlich verabscheute er sie, aber er brauchte sie. Die anderen waren wichtige Berater und Angehörige des Militärs. „Ist es nicht zu gefährlich jetzt schon gegen Norden zu marschieren. Wir konnten diesen Feldzug noch nicht vor allen rechtfertigen und bisher halten die Zwerge ihre Füße still?" Ein kleiner dicklicher Adliger machte ein besorgtes Gesicht. Ein grausames Lächeln schlich sich auf die Lippen des Königs „Zu dieser Zeit überfällt ein mir treuer Reitertrupp im Grenzgebiet ein paar kleine Dörfer, wie schon vor ein paar Wochen." Lord Deckwells Gesicht verfinsterte sich. „Ihr schlachtet euer Volk ab?!" Dendrons Reaktion war eher gelangweilt als verletzt und seine Antwort klang mehr als nur gelangweilt. „Es herrscht Krieg Feldherr! Niemand wird überleben, und wenn das Volk davon erfährt wird es davon ausgehen, dass es die Zwerge waren. Und es wird wird diesen Abschaum hassen und wir brauchen diesen Hass." betonte der König. Keiner dieser Männer hier würde sich gegen diese Entscheidung stellen, sie alle waren nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht und jeder hier würde mit Freuden die Kriegsbeute einstreichen. Das Gemurmel verstummte als Dendron fortfuhr. „Dieser Krieg wird die Schatzkammern des Reiches wieder füllen, wir werden an Land gewinnen und unsere Macht ausdehnen, außerdem habe ich vor die Sklaverei wieder einzuführen und da halte ich es für besser erst einmal mit einer anderen Rasse anzufangen." Sein Blick schweifte über die Edelmänner, die schon allein beim Gedanken an den unermesslichen Reichtum der Zwerge verträumt abgeschweift waren. Nun ratterte es merklich in ihren Köpfen allein bei der Vorstellung was man mit diesen hervorragenden Handwerkern noch an Profit machen konnte. Eine allgemeine Zustimmung kam auf, die Gier überwog sie alle gingen von großen Gewinnen für sich selbst aus. Zufrieden schritt der König durch den gewaltigen Besprechungsaal, im inneren des königlichen Bergfrieds.

Wundervoll bestickte Teppiche schmückten die steinernen Wände, welche im warmen Licht der wächserner Kerzen in riesigen goldenen Kronleuchtern strahlten. Der König trug ein dunkelblaues Gewand, mit schwarzen Stiefeln und einem roten Umhang. Die Krone auf seinem Haupt war zu seinem Missfallen einfach, ein goldener Reif mit Zacken, doch dies sollte sich bald ändern. Er hasste diese Krone, sie spiegelte seine Macht nicht wieder, er wollte eine Krone, die ihm würdig war, eine große, wertvolle Krone, die jedem zeigte wer er war.

Dendron konzentrierte sich wieder auf das geschehen im Rat, einige Offiziere führten eine hitzige Diskussion auf welche Ruten für den Nachschub geeignet waren und welche Wege die Armeen ins Gebirge nehmen sollten. Währenddessen tuschelten ein paar der Herzöge und anderen Adligen verstohlen, vielleicht über mögliche Probleme und Sogen. „Meine Herren!" Dendron hob beschwichtigend die Arme und wand sich an seine militärische Spitze. „Macht eure Pläne und tragt sie mir morgen vor, ich habe noch wichtige Angelegenheiten zu klären." Er wollte sich gerade erheben und gehen, als eine Stimme ihn zurückhielt. „Euer Majestät!" Die Stimme gehörte Lord Joren Helmstritsch, er gehörte zu seinem engsten Beraterkreis, welchen er immer zu Rate zog, wenn es um wichtige politische, taktische und strategische Fragen ging. „Warum habt ihr Lord Vespasian Drachengardisten zur Verfügung gestellt, er ist ein Botschafter des Königs, kein Mitglied der Königsfamilie oder hoher Adliger." Dendron bohrte seine Augen in die Augen des älteren Mannes als er ihm antwortete. „Der junge Taurus ist blind vor Treue, er wird Vespasian für mich im Auge behalten. Irgendetwas hat sich verändert, er verfolgt Pläne die ich nicht kenne und ich hasse es, wenn meine Getreuen eigenen Ideen nachsinnen, merkt euch das." setzte er mit einem bedeutungsvollen Unterton nach. Der Berater nickte als Antwort, seine Augen verrieten nicht wie er die Drohung aufgenommen hatte. „Dann werde ich mich zurückziehen." „Auf ein Wort, Herr!" Lurianus Aristos, der Lordkommandant seiner Drachen erhob sich. Genervt atmete der König aus. „Lasst uns allein!"

Als die Wachen hinter den letzten Ratsmitgliedern die Tür geschlossen hatte wand sich der König an seinen Drachen „Worum geht es, fast euch kurz" bei dem Gedanken, welche Schönheit er in seine Gemächer hatte bringen lassen musste er unwillkürlich lächeln „Was ist mit dem Vater, was ist mit John Taurus, habt ihr ihn ermorden lassen?" Dendrons Gesicht verdüsterte sich „Der Königsdrache meines Vaters?" „Ja" unbewusst sich Lurianus über den goldenen Drachen der seinen Umhang zusammen hielt, John hatte ihn vor vielen Jahren selbst getragen. „Es gibt zahlreiche Vermutungen für seinen Tod, ich habe gehört es sollen die Zwerge gewesen sein." bemerkte der König „Das hatte ich bis gerade eben auch von den Massenmorden im Norden gedacht" drückte Lurianus zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor. Das Gesicht des Königs veränderte sich „Mit seinem Tod hatte ich nichts zu tun" der Kommandant nickte nur „Ihr solltet auf euren Ton achten Lordkommandant, muss ich mir Sorgen machen?" „Ich bin euer Schwert und euer Schild, mein König, ich werde für euch Bluten und sterben." besänftigt nickte der König. „Dann gebt jedem der Adligen zwei Drachengardisten als Ehrengarde, sie sollen mich informieren wenn sie von Handlungen gegen mich erfahren, die Zwerge müssen fallen, das war das Opfer dieser Menschen mehr als wert" Er lief auf die Tür zu und die Drachengarde öffnete sie von außen, zwei Drachen stellten sich zu seinen Seiten auf und folgten ihm, während der Königsdrache in tiefen Gedanken versunken im Saal zurückblieb.

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