„Lächeln" hörte Drakon Akon hinter sich schnauzen. „Wir müssen aussehen wie der stolz der Armee!" „Der Stolz der Legion stirbt, mit flatterndem Banner, da bin ich lieber der Fuß, damit kann ich rennen" kicherte Damon zurück. „Wenn du rennst, bist du schneller ohne Füße als du schauen kannst" bemerkte Esar. „Ihr sollt still sein" knurrte nun Drakon zurück. Sie grummelten leise, schwiegen aber. Es machte ihn wütend, er hätte gerne mit seinen Freunden gescherzt und wollte nicht hier vor ihnen marschieren, doch dies geziemte sich für einen Sergeant nicht mehr. Er bis sich auf die Lippen, vor einem Tag hatte Lentulus ihn und Lucius zu sich gerufen, er war immer noch ihr Hauptmann, und hatte sie angewiesen sich für ihren Rang ziemlicher zu verhalten. Beide waren kochend aus diesem Gespräch hervorgegangen. Sie sollten nun während sie die Uniform trugen ihre Freunde einzig für Befehle ansprechen. Am liebsten hätte dem Hauptmann einen Schlag verpasst, damit er ihm wirklich ein ungeziemendes Verhalten vorwerfen konnte.
Sie schritten durch ein großes Tor in den vorletzten Mauerring, in der Ferne hoben sich die gewaltigen Türme der Drachenmauer ab, die Mauer die den königlichen Bereich abtrennte. Der General führte sie auf einen gewaltigen Platz, der sonst wohl als Marktplatz diente. Am Ende war eine reich geschmückte Tribüne aufgebaut worden. Ein goldener Thron mit reichen Verzierungen stand in dessen Mitte. Überall am Rand des Platzes standen Drachengardisten. Sie trugen die Waffen der leichten Infanterie, ein großer Rundschild, Wurfspeer, Dolch und Einhänder. Helm und Kettenhemd, doch über dem Kettenhemd prangte zusätzlich ein hellblauer Überwurf, ein roter Drache wand sich darauf gestickt um den Körper und die braunen Stiefel glänzten frisch poliert.
Eine ganze Reihe von ihnen hatte vor der Tribüne mit Blick zu ihnen Stellung bezogen. Von der Seite kamen plötzlich Drachen marschiert. Drakon konnte sich noch gut an sie erinnern, sein Vater war oft von ihnen Besucht worden. Männer in stählernen Plattenrüstungen, mit dicken Panzerhandschuhen und selbst Helmen die alles bis auf die Augen versteckten. Sie alle trugen lange dunkelblaue Umhänge mit dem Wappen der Drachen, ein gekröntes Schwert um welches sich ein Drache windet. Die linke hielt ein gewaltiges Turmschild und die rechte war frei, bereit nach dem gewaltigen Schwert an deren Seite zu greifen. Jeweils zwei von ihnen nahmen an den beiden Treppen links und rechts zur Tribüne Stellung.
Mit stummen Handzeichen wurden sie von einen paar gestresst wirkenden Drachengardisten auf ihre Plätze verwiesen. Drakon stand nun mit den anderen Sergeants in einer Reihe. Hinter ihm hatten seine Numero Aufstellung bezogen. „Da sollte man meinen der König fürchtet sich vor seinen eigenen Soldaten" Drakon sah sich um, konnte die gemurmelten Worte aber niemandem zuordnen. Vor ihm hatten nun die Hauptmänner Stellung bezogen danach kamen die Obristen. In der vordersten reihe stand nun der General, der es überraschender Weise auch mal ohne Pferd hier her geschafft hatte, daneben der Tribun. Er hatte Uridikes zwar noch nicht wirklich oft gesehen, geschweige den viel von ihm gehört. Aber mit seinem kränklichen Aussehen könnte man vermuten, dass er es nicht lange ohne ein gepolstertes Bett aushalten würde. Der General hingegen machte den Eindruck eines wirklichen Soldaten, abgesehen davon, dass er bisher immer sein Pferd für ihn hat laufen lassen. Auch sein Ruf war ihm vorausgeeilt. Er war bekannt als Veteran Eloradia, wo er gewaltige Schlachten in dunklen Wäldern befehligt haben soll, hunderte Geschichten und Gerüchte rankten sich um ihn.
Auf dem Platz hatten sich nun sein gesamtes Maxiliat versammelt, die anderen neun würden zu anderen Zeiten ihren Treueeid leisten. Er sah an sich hinab. Sie alle hatten den Befehl gehabt ihre Ausrüstung auf Hochglanz zu polieren, nun ohne die feine Staubschicht schienen sie alle zu glänzen, das Licht brach sich auf dem spiegelten Metall und machte die stechendheiße Sonne noch unerträglicher. Aus dem Augenwinkel beobachtete er die Männer, wie sie unruhig von einem Fuß auf den anderen traten und hörte sie unruhig flüstern. Am liebsten hätte er sich zu seinen Freunden gesellt, anstatt hier alleine stehen zu müssen. Sie alle schwitzten und allen taten langsam die Beine vom vielen Stehen weh, doch niemand gab sich die Blöße das auszusprechen. Das Lederfutter im Helm scheuerte und juckte, als würden die Läuse darauf tanzen. Innerlich hoffte er dass er sich keine eingefangen hatte, aber selbst wenn, dann würde sie der Schweiß wahrscheinlich ertränken und die Wange hinab spülen. Am liebsten hätte er sich gekratzt, doch erst recht er musste seinen Männern ein Vorbild an Disziplin sein, also versuchte er die Tropfen zu ignorieren, die in kleinen Rinnsalen den Hals hinabflossen.
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DIe Chroniken Relons
FantasyEine Fantasywelt voll Elfen, Zwerge, Menschen, Magiern und anderen Wesen, zerissen vom Krieg eines gierigen Königs, voll Verrat, Kampf und neu erblühender Freundschaft.
