Drakon änderte die Richtung, Lucius würde den Weg durch das tiefe Walddickicht nehme, er war ein Aufklärer, genau wie er. Das Dickicht würde ihn schützen und verschlucken, beinahe unsichtbar konnte er sich dort bewegen und hindern würde es ihn auch nicht wirklich dank seiner Ausbildung. Er rannte und rannte, der Schweiß lief ihm in Strömen den Körper hinab und sein Herz donnerte fest in seiner Brust. Seine Kleidung klebte an seiner Haut, kratzte unangenehm und das Gestrüpp riss an ihm, als er sich durch das Dickicht kämpfte. Doch dies alles kannte er, hatte er Tag für Tag unter Mandor erlebt. Der Wald hieß ihn willkommen, seine Augen fanden wie von selbst die Lücken im Gestrüpp und seine Füße wichen wie von selbst den dicken Wurzeln aus.
Er hatte fast die Hoffnung aufgegeben, dann erblickte er einen Schemen durch die Büsche blitzen. Er beschleunigte. „Lucius!" Lucius stolperte fast, als er den Kopf wandte. Er blieb stehen. Drakon verlangsamte seine Schritte und das Schwert. „Also bekomme ich doch meinen Kampf" lächelte Lucius boshaft und hob das gestohlene Schwert. „So unser Held, bringen wir es zu Ende." Lucius klang spöttisch, doch lag ein Funkeln in seinen Augen, den Drakon nicht deuten konnte. „Überlass mir die Krone und ich lasse dich gehen." Drakon hielt sein Schwert locker an der Seite, aber jederzeit vorbereitet auf jegliche Hinterlist. Lucius lachte, warf den Speer zur Seite, packte das Schwert und ließ einmal wirbeln. „Wie edel!" Er griff an. Die Klingen prallten gegeneinander, ein Schlagabtausch nach dem anderen, Drakon ließ die Schläge zur Seite gleiten, versuchte seinen Gegner mit einem Tritt zu Boden zu werfen, doch dafür kam sein Gegner nicht nah genug. Er beobachte wie Lucius spielerisch um ihn tänzelte, kurz bevor er wie eine Schlange das Schwert hervorschnellen ließ. Um ein Haar grub es sich in Drakons Schulter. Im letzten Moment hatte er es mit der flachen Seite seiner Klinge pariert. Dann sprang er vor drückte Lucius Klinge gegen ihn und stieß ihn zurück. Doch dieser wich in einer Drehung zur Seite aus, nahm dem Angriff die Wucht und ließ die Klinge auf den vorbei stolpernden Gegner zischen. Drakon ließ sich auf die Knie Fallen, die Klinge schrammte über den Helm und riss ihn vor seine Augen. Er schüttelte den Kopf, die Sicht war ihm versperrt. Instinktiv rollte er sich zur Seite. Gerade rechtzeitig um dem brutalen Stoß zu entgehen. Schnell brachte er drei Schritte zwischen sie, bevor er sich den Helm vom Kopf riss und ihn ins Gebüsch warf. Doch Lucius gönnte ihm keine Pause, schnell war er wieder heran, drängte seinen Gegner gnadenlos zurück. Er tauchte unter Drakons Hieb hinweg und riss sein Schwert auf den Oberschenkel. Doch Drakon war schnell genug, er sprang zurück riss das Schild hinab, klemmte das Schwert am Boden ein und schlug erbarmungslos zu. Seine Parierstange riss eine blutige Schramme über Lucius Stirn. Bevor sein Gegner sich besinnen konnte riss er den linken Arm hoch und donnerte ihm den Schild gegen den Kopf. Lucius fiel knurrend auf den Boden. Drakon setzte nach und stieß zu, die Spitze hätte sich exakt in dessen Herz gebohrt. Doch sein Gegner war weniger benommen als es den Anschein hatte. Mit dem linken Unterarm Schlug er das Schwert beiseite, seine Spitze zuckte vor, genau auf Drakons Kehle zu. Kratzend glitt die Klinge über den Schild und zwang Drakon zurück zu weichen. Genug Zeit für Lucius aufzuspringen und mit aller Kraft zu zu schlagen. Immer wieder schlugen die Klingen aneinander, kreuzten sich krachend und prallten voneinander ab. Abwechselnd bedrängten sie einander, versuchten eine Schwachstelle ihres Gegners zu finden, doch anstelle von Fleisch trafen sie nur Stahl.
Die Kleidung klebte ihnen am Körper und der Schweiß brannte ihnen in die Augen, doch keiner wollte aufgeben. Verbissen sprangen sie aufeinander zu, führten in atemberaubender Geschwindigkeit ihre Schlagfolge aus, nur um nach Luft schnappend voneinander zu weichen. Blut lief in einem dünnen Rinnsal über Lucius und blendete ihn kurz. Drakon sprang vor, doch Lucius hatte das erwartet, blitzschnell zuckte sein Schwert vor, traf den Schild, doch diese Bewegung reichte für ihn aus um mit einem erbarmungslosen Tritt den Schenkel seines Gegners zu treffen. Drakon taumelte. Schmerz zuckte durch sein Bein als er es belastete. Fluchend versuchte er sein Gewicht auf das andere Bein zu verlagern, bot so seinem Gegner aber einen leichten Angriffspunkt. Schnell zwang Lucius seinen Feind zurück, Drakon stolperte nach hinten, hatte Mühe die Schläge zu blocken und gleich zeitig nicht nicht zu Boden zu gehen. Endlich hatte er den Schmerz unterdrückend einen sicheren Stand. Mit einem Kraftvollen Stoß seines Schildes brachte er nun den voran preschenden Lucius aus dem Gleichgewicht. Drakon war mit dem Kettenhemd und dem Schild im Vorteil, doch es behinderte ihn auch eher. Drakon stellte sich Schulterbreit hin, die Hüfte dem Gegner zugewandt, hob den Schild und legte das Schwert an die Kannte. Lucius zögerte, wischte sich mit dem Handrücken das Blut von der aufgeplatzten Lippe und beäugte seinen Gegner. „Du kämpfst anders." Er spuckte rot auf den Boden. „Dieses Mal lasse ich dich nicht gewinnen" „Abwarten!" doch die Arroganz war aus seiner Stimme gewichen. „Kühle ruhige Augen tasteten ihn ab. Dann sprang er wieder vor, ließ sich zur Seite fallen und rollte sich elegant ab. Dabei riss er in derselben Sekunde das Schwert hoch, um Drakon die Hüfte zu durchbohren. Doch dieser stieß im letzten Moment das Schild zum Boden, nutzlos prallte die Klinge am Rand nach unten. Im Gebüsch hinter ihnen ertönte ein Krachen, doch keiner wagte den Blick von seinem Gegner zu nehmen. Drakon holte zum Gegenschlag aus, Lucius kniete ungeschützt vor im. Dieser Stoß könnte den Kampf beenden. Ein Schmerz explodierte in seinem Rücken und schleuderte ihn wie eine Puppe zwei Meter durch die Luft. Ein Baum fing ihn unsanft ab. Sein Rücken brannte und seine Schulter pochte als er stöhnend zu Boden ging. Lucius stieß einen überraschten Schrei aus, halb robbend halb springend entging er knapp Drakons Schicksal.
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DIe Chroniken Relons
FantasyEine Fantasywelt voll Elfen, Zwerge, Menschen, Magiern und anderen Wesen, zerissen vom Krieg eines gierigen Königs, voll Verrat, Kampf und neu erblühender Freundschaft.
