Kapitel 86

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Mitarendil betrat die Zelle, diese verfluchten Zwerge hatten ihn bisher nicht hier her gelassen. Erst mit dem König und Biondil durfte er die Zelle nun betreten. „Mitarendil!" rief Morana und stürzte ihm entgegen um ihn zu umarmen, er machte ihr einen Schritt entgegen, doch bevor sie bei ihm war wurde sie von einer unsichtbaren Kraft zurück gerissen. Hustend fasste sie sich an den Hals. „Ihr habt sie angekettet?" knurrte Mitarendil und die Wut schwang in seiner Stimme. Keine unsichtbare Kraft war es gewesen, sondern eine im Fels verankerte Kette, die an einem Band um ihren Hals endete. Er stürzte zu ihr und strich ich die stumpfen Haare aus dem Gesicht. Sie wirkte fertig schlapp der Glanz aus ihren Augen war verschwunden. Geschockt erkannte Mitarendil die Runen auf ihrem Halsband, sie unterdrückten ihre Magie, doch nicht nur das für einen Magie durchströmten Elfen war dies viel mehr, sie entriss ihm einen Teil von sich. „Das ist Vorschrift" flüsterte Biondil mit bedauerndem Blick. „Vorschrift." Tarian spie aus, das Wort klang wie Gift. Er saß im Schatten zusammengekauert. Der einst so strahlende Fürst hatte nun ein geschwollenes Gesicht, abgebrochene Zähne und blutige Kleidung. „Macht sie los!" knurrte Mitarendil, seine Stimme war leise, bedrohlich. „Wie gesagt es ist Vorschrift." „Vorschrift" stieß nun Mitarendil mit Abscheu hervor und stand auf und trat dem König und seinem Stellvertreter entgegen. Am Eingang zur Zelle beobachtete er wie deren Wächter nach den Waffen griffen. Und auch Horgata und Aturiel ließen ihren wachsamen Blick nun über die Elfen bleiben, sie hatten ihn als Leibwächter begleitet. „Diese Elfen sind hier her gekommen um euch zu beschützen, sie sind hier her gekommen um euch zu dienen! Macht sie los, sie werden nicht fliehen, dafür Bürge ich!" Biondil setzte gerade wieder an, da unterbrach ihn der König „Befreit sie von ihren Fesseln." Ein Zwerg trat aus dem Hintergrund und trat mit wachsamen Blick an die Elfen heran. Fast hätte Mitarendil damit gerechnet das Tarian aufspringen würde, doch auch er bleib sitzen als er von seiner Kette befreit war. „Was ist passiert?" Mitarendil wandte sich nun an Tarian, während Horgata zu ihm trat und begann ihn zu heilen. Ihre Stimme war ein leiser Singsang voll Trauer und Magie. Langsam verschwand die blaue Färbung des Gesichts, die Schwellung ging zurück und die Zähne richteten sich. „Stöhnend setzte sich Tarian auf, er hatte deutliche Schmerzen, aber als er antwortete war seine Stimme glasklar. „Wir sind den Gang entlang und haben Afkar gesucht." „Also wolltet ihr ihn wirklich umbringen?" entkam dem Zwerg der sie befreit hatte. Als er bemerkte, dass er seine Gedanken laut ausgesprochen hatte errötete er und trat einen Schritt zurück. „Nein" wild schüttelte Tarian den Kopf, nur um darauf hin das Gesicht vor Schmerz zu verziehen. Er wechselte zur alten Sprache „Ich wollte mich bei ihm entschuldigen, das schwöre ich" sie gab seinen Worten Gewicht, denn die Magie in ihr verhinderte eine Lüge. „Was ist dann passiert." fragte nun der König, seine Augen waren matt und die Schultern hingen hinab, er lief gebückt, die letzten Tage, Streitereien und neuen Probleme hatten ihm hart zugesetzt. „Kam diese verdammte Missgeburt um die Ecke" „Sein Sohn?" fragte Biondil und der Elf bejahte. Wäre die Situation eine andere hätte Mitarendil den Umstand dass die Zwerge unter dieser Bezeichnung direkt wussten dass es Afkas war lustig gefunden, doch jetzt ging es um etwas anderes. „Was ist dann passiert." „Sie haben uns beleidigt" flüsterte Morana, in ihren Augen Glänzte es. „Und du hast sie angegriffen" schloss der König bedauernd die Erklärung mit Blick auf Tarian. Doch wieder schüttelte er den Kopf „Nein, wir haben sie ignoriert und wollten weitergehen." flüsterte Morana. „Dann hat die Missgeburt mit einer Elfenohrenkette gewedelt." kalter Hass strahlte aus Tarians Augen. Glühender Zorn brannte durch die Adern des Elfenprinzen, damals im Krieg gegen die Zwerge hatten manche ihrer Feinde getöteten Gegnern die Ohren abgeschnitten um sie als Trophäen an eine Kette zu hängen. Nun konnte er den Fürsten mehr als nur verstehen, wahrscheinlich hätte er den Zwerg selbst getötet.

„Das sind ernste Anschuldigungen" bemerkte Biondil mit besorgtem Blick und sah die Elfe an. „Hast du das auch gesehen?" diese schüttelte den Kopf „Sie haben mich zur Seite geschubst, ich war abgelenkt als er sich auf sie stützte" Tarian fuhr sich über den Hals, wo er von der Fessel nun befreit worden war. „Sie waren zu viele und ich wollte sie nicht töten, deshalb war es ihnen ein leichtes, im Nachhinein hätte ich noch ein paar mitnehmen sollen." knurrte er. „Es war richtig so!" entschied der König. „So wird sich das Gericht vielleicht zu einer milderen Strafe durchringen lassen." „Gericht!" Mitarendil fuhr entgeistert herum „Bestrafung?" „Natürlich, er hat den jungen Afkas angegriffen, Afkar wird ihren Tod fordern." „Sieh hatten Elfenohren!" in Mitarendil stieg selbst die Lust auf Afkas in Stücke zu schlagen. „Das Wort eine Elfen steht gegen das des Anführersohnes vom Clan der Vierten. Und die Elfe hat es nicht gesehen, es sieht nicht gut aus." „Das meint ihr doch nicht ernst oder?" flüsterte Mitarendil bedrohlich. „Mitarendil, er spürte Morana, die nach ihm Griff, versuchte seinen Geist zu besänftigen, doch als ihr der Zorn in heißen Wellen entgegenschlug zog sie ihren Geist zurück. Fast hätte es Mitarendil leid getan, der Zorn galt nicht ihr, doch hierfür war kein Platz. „Ich werde euch nicht im Stich lassen." sagte er an die Elfen gewandt. Dann schritt er ohne ein Wort an dem König vorbei. „Was habt ihr vor?" hielt dieser ihn zurück. „Ich muss erleben, wie unser Verbündeter unschuldige Elfen festsetzt und foltert. Mein Vater wird davon erfahren, was dann passiert liegt nicht in meiner Macht." Er schritt ohne sich umzudrehen weiter, Horgata und Aturiel folgten ihm, mit wachsamem Blick. Als sie sich von den Elfen entfernt hatten flüsterte Horgata „Du kannst sie doch nicht hier drin lassen" „Das habe ich nicht vor" knurrte er härter als er es eigentlich wollte zurück. „Wir brauchen Beweise um sie zu entlassen und ich werde meinem Vater empfehlen dieses Bündnis zu lösen.

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