Das grüne Blätterdach schütze sie vor dem Licht der Frühlingsonne, so war der Morgen kühl und ließ Herodon auf seinem Wagen frösteln.
Die Vögel begannen fröhlich zu zwitschern, als die schlanke blonde Elfe neben ihm auftauchte und mit ihrer sanften Stimme ein Lied anstimmte. Der Zwerg saß auf dem Kutschbock, während die Elfen neben her liefen. Ihre Rasse hatte keinerlei Schwierigkeiten mit dem leichten Trab des Ponys mitzuhalten und das schon die ganzen letzten Tage. Sie hatten das Tempo und die Ausdauer normaler Pferde entspannt messen, fast wäre Herodon neidisch gewesen, seine Rasse kam zwar mit langen Wanderungen unter schwerstem Gewicht klar, doch von einer wirklichen Geschwindigkeit konnte man dabei nicht reden „Wir haben das Reich unseres Volkes verlassen, von nun an sind wir auf uns gestellt." sagte die Elfe mit einer sanften melodischen Stimme, es klang eher wie ein Teil ihres Liedes, als eine Mitteilung. Trotz der Stunden die sie bereits lief war in ihrer Stimme keine Anstrengung zu hören. Ihr Haar wehte in der leichten Brise, als sie wieder an ihren Platz verschwand. Die Elfen hatten einen Kreis um den Wagen gebildet, sie fürchteten Räuber und Rebellen, die in solchen Gegenden umherstreiften, selbst bis in das Reich der Elfen war die Nachricht der Überfallenen Dörfer um Denor herum gekommen und Mitarendil hatte keine Lust auf böse Überraschungen.
Die Anspannung des Elfenprinzen wuchs, sie mussten sich so weit wie möglich von den Menschen fernhalten, die Gerüchte über die Überfälle durch die Zwerge wuchs und die Stimmung kippte immer weiter, doch auf ihrem weg wurde es bald unmöglich den Menschen aus dem Weg zu gehen. Er hatte auf Rüstungen bestanden und alle trugen unscheinbare schwarze Umhänge um diese zu verbergen, er wollte möglichst wenig aufsehen erregen. „Wir müssen nach Lucenz" rief der Zwerg über die Schulter während er sich dem Gefühl nach in Richtung Westen wandte. „Wir müssen die Menschen meiden, was denkst du warum wir diesen Weg eingeschlagen haben und diese Mäntelchen tragen" der Prinz wackelte mit dem schwarzen Stoff. „Sicher nicht weil wir schwarz mögen." „Eigentlich trage ich gerne Schwarz" bemerkte Aturiel mit süfisantem Grinsen. Mitarendil verdrehte die Augen „Es ist zu gefährlich sich den Menschen zu nähern, wir bleiben auf den bereisten Pfaden. „Ein Freund von mit wohnt mit seiner Familie in Lucenz, ich muss nach ihm schauen." „Davon wirst du dich nicht abbringen lassen?" bemerkte Mitarendil er hasste den verfluchten Dickkopf der Zwerge, aber er wusste er würde ihn nicht überzeugen können. „Ich begleite den Zwerg. Haltet euch von der Stadt fern wir treffen uns morgen wieder, zwei Reitstunden hinter der Stadt auf diesem Weg." Er sprach leise, doch die Elfen hatten ihn auch so verstanden, ihre Ohren waren scharf genug selbst das gepolter der beschlagenen Wagenräder zu überhören. Keiner seiner Begleiter widersprach, als er sich bei Herodon auf den Kutschbock niederließ. Die anderen Elfen verschmolzen mit dem Schatten der Umgebung während Herodon das Pony sanft in Richtung Stadt navigierte.
Die Sonne stand schon sehr tief, als sie das Stadttor erreichten, sie hatten außerhalb auf den Schutz der Dämmerung gewartet. „Wer da?" die kratzige Stimme eines Wachen bellte ihnen entgegen. „Zwei Reisende, die eine warme Unterkunft suchen und Vorräte kaufen wollen." antwortete Herodon. „Die Wachen traten zurück, während sie sie scharf beäugten. „Dieser Zwergenabschaum sollte sich in Acht nehmen." Hörte Mitarendil im vorbeigehen den einen Wachmann zum Anderen sagen. „Sie werden ihn aufknüpfen wie die anderen auch." gab der andere Achselzuckend zurück. Seine Hand legte sich unter seinem Umhang um den Griff seines Dolches, doch die Wachen ließen sie ungehindert passieren. Trotz der hereinbrechenden Nacht war der Marktplatz noch sehr belebt, als sie sich mit dem Wagen einen Weg durch die verwinkelten Straßen bahnten, achtete niemand genauer auf sie, sie waren nur ein paar Reisende unter vielen. Sie hielten vor einem Gasthaus, spannten das Pony aus und führten es in den dunklen Stall, er roch zwar widerwärtig, doch das Stroh war trocken und die Wände hielten den Wind draußen, das Tier würde es guthaben stellte der Zwerg zufrieden fest.
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DIe Chroniken Relons
FantasyEine Fantasywelt voll Elfen, Zwerge, Menschen, Magiern und anderen Wesen, zerissen vom Krieg eines gierigen Königs, voll Verrat, Kampf und neu erblühender Freundschaft.
