Herodon riss seinen Streitkolben vom Rücken, wirbelte herum und zerschlug dem ersten Gegner das Knie, er brach zusammen, bevor ihm auch nur ein Laut des Schmerzes entkommen konnte barst sein Schädel unter der Wucht des nächsten Hiebes. Mit der Linken zog der Zwerg geschickt den Dolch des Gefallenen, die Waffe lag plump und schlecht austariert in seiner Hand. Er stammte aus einer menschlichen Schmiede und selbst dafür war er immer noch schlecht, doch hierfür würde er reichen. Herodon holte aus und schleuderte mit einer kräftigen Bewegung. Die Klinge hätte durch das Auge stoßen und den Mann töten sollen, doch die schlecht gearbeitete Waffe hatte einen falschen Schwerpunkt, sie kippte und schnitt nur in die Wange des Angreifers. Der Angriff war zwar ungefährlich, aber Ablenkung genug um mit einer schnellen Rolle am zweiten vorbei zu gelangen, die Spitze des Streitkolbens in den Bauch des Dritten zu vergraben und sich außer Reichweite zu begeben bevor der zweite mit seinem Schwert vorspringen konnte.
Zwei Gegner standen immer noch vor ihm, Herodon grinste, keine Bedrohung für einen Zwerg wie ihn. Die Wunden, die ihm während des misslungenen Attentats auf den König geschlagen worden waren schmerzten immer noch, doch er war mehr als guter Dinge. Und auch die Räuber schienen sein verwegenes Lächeln bemerkt zu haben, sie zögerten, sahen sich unsicher an und schienen sich nicht sicher, ob sie den Angriff wagen sollten. Herodon nahm ihnen die Entscheidung ab, er sprang vor und ließ seinen Streitkolben schweifen. Die Räuber sprangen dabei zurück und die messerscharfe Spitze zerfetzte ihnen die ohne hin schon geflickten Westen. Der Rechte wich weiter zurück, während der linke weniger Glück hatte, er stolperte über einen Wurzel und fiel dem rasenden Streitkolben zum Opfer.
„Bitte nicht!" der Verbliebene warf sein Schwert zur Seite und riss die Arme in die Höhe. Er hatte einen wilden zerrupften Bart, dunkel umränderte Augen und sah insgesamt nicht wirklich gepflegt aus. Herodon ließ die Waffe sinken. Und strich sich mit der linken durch den Bart. Fluchend betrachtete er seine Hand, sein Bart war verklebt von den Blutspritzern der Gefallenen. „Ich soll Mitleid mit einem stinkenden Räuber haben?" knurrte er in der weichen Sprache der Menschen, was den Worten in seinen Ohren etwas von der Schärfe nahm. „Bitte Meister Zwerg!" er ließ sich auf die Knie fallen. „Ich mache das hier nur für meine Kinder, sie hungern, irgendwie muss ich ihnen doch etwas geben." Herodon zögerte, er war selbst ohne Eltern aufgewachsen, er wusste nicht wie sich sein Leben entwickelt hätte, wenn ihn Rammar nicht aufgenommen hätte. Doch der Mann nahm ihm die Entscheidung ab, er stürzte sich vor packte mit der linken den Streitkolben und mit voller Kraft schlug er dem Zwerg die Faust ins Gesicht. Ein ekelhaftes Knacken folgte, ein stechender Schmerz trieb dem Zwerg die Tränen in die Augen. Doch der Mensch hatte seine Überraschung vertan, so war es nun am Zwerg mit der freien Linken auszuholen, doch er beging nicht den Fehler des Mannes sondern zerschmetterte mit einem erbarmungslosen Hieb dessen Kehlkopf. Kräftig stieß er den röchelnden Mann von sich und betrachtete ihn während er sich an den Hals griff und nach Luft japste. Ohne Mitleid sah der Zwerg auf den Besiegten herab, dessen Gesicht sich nun rot färbte.
Dann wandte er sich um und der Dritte lag immer noch stöhnend am Boden und hatte die Hände auf die klaffende Wunde auf seinem Bauch gedrückt, Blut sprudelte zwischen seinen Fingern hervor. „Solch eine Gnade hast Abschaum wie du gar nicht verdient." knurrte Herodon zwischen den Zähnen hervor als er den Streitkolben hob und das Genick des Verletzten zertrümmerte. Er blickte sich um, die Räuber lagen alle Tod auf der kleinen Lichtung verteilt, einzig der zweite gab noch ein leises Röcheln von sich.
Der Zwerg betastete seine Nase dumme Idee schoss es ihm durch den Kopf, als wieder der Schmerz bis in seinen Kopf zuckte. Mindestens Angebrochen befand er, schloss die Augen und rückte sie mit einem leisen Knacken wieder an ihren Platz. Er fluchte, als der Schmerz erneut aufflammte, dann wischte er sich das Blut von den Lippen, das aus seiner Nase tropfte. Er schwang sich auf den Bock seines Wagens und betrachtete noch einmal das Schlachtfeld vor sich. Noch vor kurzem hatten die Menschen zusammen mit den Zwergen hier im Grenzgebiet patrouilliert, damals kam es nur sehr selten vor, dass sich Räuber trauten eine Handelsstraße zu überfallen und schon gar nicht zu viert. Traurig ließ er die Zügel schnalzen. Doch nun trauten sich nur wenige Menschenpatrouillen in diese Gegend aus Angst auf die Zwerge zu stoßen und die Zwerge hatten sich zurück gezogen um nicht provozierend zu wirken. So herrschte nun im Grenzgebiet das Recht des Stärkeren und diese Räuber gehörten nur zu den wenigen, die dies nutzen wollten. Diese Verbrecher stellten armen Reisenden eine Falle und raubten sie aus. Ohne die Patrouillen reichte meist ein gefährliches Aussehen und die Überzahl, dazu vielleicht noch ein paar gefährlich aussehende Waffen. Doch einen Zwergenkrieger hatten sie unterschätzt und der Zwerg hatte nicht gezögert sich den Räubern zu stellen. Siedendheiß fiel ihm die Botschaft des Königs ein seine Hand zuckte unter seinen Wams, sie befand sich immer noch sicher an ihrem Platz.
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DIe Chroniken Relons
FantasíaEine Fantasywelt voll Elfen, Zwerge, Menschen, Magiern und anderen Wesen, zerissen vom Krieg eines gierigen Königs, voll Verrat, Kampf und neu erblühender Freundschaft.
