„Wie macht er sich?" „Er schöpft sein Potential nicht aus, er ist zu nett." antwortete Trent und trat an die Felskante. William nickte „So war er schon immer, als Kind hat er das Pferd mit gebrochenem Bein auch lieber gepflegt als geschlachtet." Ein leises Schnauben war die Antwort, ob dies von einem Lächeln oder Spott begleitet war konnte der junge hauptman nicht sagen.
Beide standen auf der Klippe zum Felskessel und beobachteten den Trubel im Lager. An den Toren gab es gerade eine Wachablösung und ein Numerat marschierte wahrscheinlich auf Patrouille hinaus. „Er hat sich verändert. Als ich ihn das letzte Mal sah war er ein kleiner verspielter Junge." William betrachtete den jungen Mann der sein Bruder sein sollte, abgesehen von dem letzten Übungskampf hatte er ihn jetzt Jahre nicht mehr gesehen. Bei dem Kampf war er mitten im Getümmel gewesen und noch ein ganzes Stück weiter entfernt. Nun konnte er den Mann zu dem sein Bruder geworden war genauer betrachten. Er war gewachsen, stärker und wirkte entschlossener als jemals zuvor, vieles Kindliche war vergangen, er erblickte einen Mann der einem anderen nach stampfte und auf diesen einredete. „Du hast aus ihm einen Soldaten gemacht" bemerkte William. Sein Bruder war zwar nicht dick gewesen, aber sportlich hatte man ihn auch nie nennen können. Nun zeichneten sich Muskeln an seinen Armen ab und das breite Kreuz mit den erhobenen Schultern sprachen für sich. „Was hat er für einen Rang?" „Für die Spiele wurde er zum Hauptmann ernannt, er mag zwar nicht der härteste sein, aber er ist ein treuer Freund. Seine Männer folgen ihm, ich finde sogar mehr als ihrem Korporal selbst. Er ist es der sie aufhält ihn selbst zu erhöhen." „Ganz sein Bruder" bemerkte William konnte aber nicht verdrängen, dass er sich selbst niemals hinter einen zweitklassigen Korporal stellen würde.
„Durch seine Adern pulsiert das Blut eurer Familie, er könnte der Anführer sein, aber mit diesem weichen Herz bleibt er ein Schatten seiner Möglichkeiten." „Der Krieg wird ihn formen" William wusste wovon er sprach, das Schlachtfeld hatte ihn mehr verändert als alles andere. „Kein Ort prägt dich mehr und kein Lehrer lehrt dich mehr als die Schlacht. Trent schnaubte „Die Schwachen überleben den Krieg nicht lange. Er mag zwar noch jung sein, aber er denkt logisch und versteht etwas von Planung, außerdem vertrauen ihm seine Männer. Ihn zu unterschätzen wäre ein Fehler." Trent kratzte sich an seinen Bartstoppeln. „Aber jetzt mal etwas anderes, was führ dich hier her William?" „Ich jage einen abtrünnigen Drachengardisten." Wut blitzte in den Augen seines ehemaligen Ausbilders auf. „Wer unter ihnen könnte es wagen den König zu verraten." „Ein Mann namens Zenger, er verschwand im Schutze der Nacht und kehrte nicht zurück." Trent konnte die Überraschung nicht verbergen ungläubig schüttelte er seinen Kopf „Ich kenne ihn, er mag ein alter Griesgram sein, aber sein Leben lang diente er treu, er ist kein Deserteur." „Und dennoch hat er seine Wache verlassen und ist davon gerannt." „Nein, nicht Zenger, dieser Mann wäre eher gestorben." „Nennt ihr mich einen Lügner." Williams Hand zuckte in Richtung seines Schwertes, Wut wallte in ihm auf dieser Mann wagte es seine Ehre anzufechten „Lasst die Hand vom Schwert! Ich habe nur gefragt ob ihr euch wirklich sicher seid, ob ihr es gesehen habt." „Ich habe gesehen, dass er verschwunden war!" „Dann solltet ihr euch überlegen welche Gründe es dafür noch gab." „Ich werden ihn jagen und ihn finden." Trent strich sich über den Bart, er versuchte seine Missgusnt gar nicht zu verbergen. „Ich kann dir nicht sagen wo du ihn findest, aber solltest du ihn jemals finden, dann höre ihn an, bevor du ihm den Kopf abschlägst." William drehte sich zum Gehen „Das wäre ein zu gnädiger Tod für einen Deserteur." „Junge, dieser Mann diente schon in der Drachengarde bevor du geboren wurdest. Alleine deswegen solltest du ihm diesen Respekt erweisen." „Wo finde ich die Wölfe?" überging er die Worte des Ausbilders. Innerlich schnaubte er, dass ihm das nicht bereits früher eingefallen war. „Ich denke sie werden mir mit freude helfen." Sein gegenüber spuckte vor Abscheu auf den Boden. „Männer die Freude daran finden nichts anderes zu tun als ehemalige Gefährten und Waffenbrüder zu jagen und zu töten." „Sie dienen auf ihrer Weise der Armee" „Sie dienen aus Spaß an brutalen Exekutionen." „Mit ihnen wird die Jagd schneller gehen." „Sie unterstehen dem Statthalter." „Dann werde ich ihn aufsuchen." „Hauptmann!" William wandte sich um. „Überlegt euch gut ob ihr diese Bestien wirklich als Gefährten wollte." „Meine Entscheidung ist gefallen." Er nickte seinem alten Ausbilder zu, entschlossen nicht von diesem Weg abzuweichen." Trent nickte nachdenklich und blickte wieder in den Felskessel hinab. Der junge Drakon hatte sich prächtig entwickelt und das an Härte was ihm fehlte, hatte sein Bruder vielleicht zu viel. Seit fast zwei Wochen tobten nun die Spiele. Auf beiden Seiten waren bereits viele Männer gefallen und mussten nun ihre Strafe bestehend aus täglichen Gewaltmärschen hinnehmen. Ganz besonderes hatte er sich für die Handvoll ausgedacht, die es gewagt hatten trotz ihres Todes noch weiter zu machen. Die meisten waren nun jeden Tag damit beschäftigt die Latirnen in den Lagern zu säubern, nur um danach wieder seine Rüstungen und Waffen zu säubern, nur unterbrochen von Streckenläufen in Rüstung und mit Steinen auf dem Rücken. Und jeden Tag fielen ihm neue Ideen ein. Leider hatte es sich zu schnell herumgesprochen und nun hüteten sich die meisten davor die Regel zu brechen.
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DIe Chroniken Relons
FantasiEine Fantasywelt voll Elfen, Zwerge, Menschen, Magiern und anderen Wesen, zerissen vom Krieg eines gierigen Königs, voll Verrat, Kampf und neu erblühender Freundschaft.
