Müde legte Mitarendil sein Schwert an und schritt hinaus in die Haupthöhle der Elfen, die die Zwerge ihnen zur Verfügung gestellt hatten. Doch sie hatte schon lange ihren Charme verloren, der kleine Bach der ihn mit seinem leisen Säuseln noch vor ein paar Tage mit seinem leisen Plätschern angenehm berieselt hatte schien sich nun verändert zu haben. Obwohl er wusste, dass es reine Einbildung war empfand er das leise Plätschern schon als bedrohliches Grollen. Die weißen Blüten hingen nun traurig zu Boden und ihr Duft war nicht mehr lieblich sondern in seiner Einbildung schon fast wie der Geruch des Todes. Auch das leuchtend grüne Moos schien an Farbe verloren zu haben.
Keine Musik erfüllte mehr die Luft, kein Gesang verlockte mehr das Ohr. Seine Gefährten saßen voll gerüstet mit griffbereiten Waffen in der Höhle, er hatte ihnen zwar nicht verboten weiterhin durch Hellbatras zu streifen, doch nur noch zu zweit. Er dachte an Tarian und Morana, sein Herz zog sich zusammen. Keiner von ihnen hatte mehr das Verlangen unter die Zwerge zu gehen. Mittlerweile hatte der Zwergenkönig Wachen zu ihren Gängen aufgestellt. Zu unserem Schutz Mitarendil schnaubte leise. Vor zwei Tagen hatte jemand eine wunderschöne Katze mit goldbraunem Fell von einem Dolch durchbohrt vor ihre Tür gelegt und mit dem Blut Beleidigungen an die Tür geschmiert. Die Sauerei war ihm egal, aber das unschuldige tote Tier hatte ihn so wütend gemacht, dass er nicht gezögert hätte den Übeltäter zu erschlagen.
„Was hast du vor?" Caphalor blickte auf, die sonst nach Abenteuern dürstenden gelben Augen wirkten stumpf. Schon das Fehlen der Natur machte ihm stark zu schaffen, als bei den Meisten. Er war ein Karnivor, ein Jäger der Wildnis durch und durch und hier unter Tonnen Fels war er dem so fern wie schon lange nicht mehr. Dazu kam die Anfeindung der Zwerge, die ihn indirekt hier in dieser Höhle auch noch einsperrte, so dass er sich nicht einmal mit einer Erkundung dieser gewaltigen Stadt unter dem Berge ablenken konnte.
„Ich suche Rammar auf" knurrte Mitarendil und fühlte sich direkt schlecht, seine Anspannung auf seinen Freund entladen zu haben. „Dann komme ich mit" Caphalor stieß sich hoch und griff nach seinem Waffengurt, der im Moos neben ihm ruhte. „Ich auch." Horgata hakte sich ihr Schwert auf den Rücken. Für Elfen war es eigentlich fast schon zu lange, doch in ihrer Hand war der knappe Zweihänder absolut tödlich. Stumm nickte Mitarendil, alleine wollte er sowieso nicht gehen und wenn sie sich freiwillig meldeten würde er dem nicht widersprechen.
Er griff nach der Klinke, ein Dröhnen ertönte. Mit einem Satz sprang er zurück, die Hand umschloss den Schwertgriff. Auch die anderen hatten ähnlich reagiert. Waren aufgesprungen Castiel hielt eines seiner Kurzschwerter bereits in der Hand. Fast belustigt schnaubend schob Mitarendil sein Schwert die Handbreit, um die er es bereits gezogen hatte wieder in die Scheide, soweit war es also schon gekommen. Mit zwei flinken Schritten trat er auf die Tür zu. Der Zwerg, der geklopft hatte war niemand geringeres als der König selbst. „Herr unter dem Berge" bemerkte Mitarendil und neigte den Kopf nur um das Nötigste. Dunkle traurige Augen sahen ihn an. „Wir müssen reden Prinz der Elfen." seine Stimme klang erschöpft und dunkle Ringe zeichneten sich unter seinen Augen ab.
„Tretet ein, es ist ja schließlich euer Berg." bemerkte der Elf spitz und gab den Weg frei. Aus dem Augenwinkel sah er wie Caphalor zwar die Hand von seinen Dolchen nahm, aber die Anspannung blieb bestehen.
„Nicht hier" vielleicht hatte der König die Unruhe seiner Gefährten bemerkt. „Begleitet mich ein Stück."
Unschlüssig blickte Mitarendil zurück. „Ihr werdet keine Wachen brachen, ihr steht unter meinem Schutz." „Das galt für unsere Gefährten auch" bemerkte eine Aturiel. Bei dieser Bemerkung zuckte Mitarendil innerlich zusammen. Der Asonthari gehörte zu den Elfenkriegern die ihr Leben dem Kampftraining gewidmet hatten, er war absolut furchtlos, doch auch das konnte eine tödliche Schwäche sein, vor allem wenn man den Zwergenkönig beleidigte. Doch abgesehen von der tiefen Traurigkeit ließ sich der König nicht anmerken ob ihn die Beleidigung getroffen hatte. „Ihr seid sicher." bekräftigte er nochmal. Mit mulmigem Gefühl nickte Mitarendil und neigte zum Abschied seinen Gefährten den Kopf. Seine Augen bohrten sich nur für den Hauch eines Herzschlages in die Augen seiner Gefährten, er hoffte dass sie die Warnung verstanden hatten, sie sollten wachsam bleiben.
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DIe Chroniken Relons
FantasyEine Fantasywelt voll Elfen, Zwerge, Menschen, Magiern und anderen Wesen, zerissen vom Krieg eines gierigen Königs, voll Verrat, Kampf und neu erblühender Freundschaft.
