Kapitel 43

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„Ich mache euch ein Angebot." Alpha blickte auf dreißig stark und gesunde Männer, jeden von ihnen hatte er selbst ausgewählt. „Kraft, Schnelligkeit, Gesundheit, übernatürliche Sinne und ein langes Leben kann ich euch schenken. Ich kann euch zu Ralori machen, doch ihr solltet nicht vergessen, jedes Geschenk kann auch ein Fluch sein. Die Menschen werden euch ablehnen, vielleicht verstoßen oder sogar jagen und dafür müsst ihr die Verwandlung erst einmal überleben. Mein Blut kann das Tier in euch erwecken, das in eurem tiefsten inneren schlummert. Wenn ihr überlebt wird es schwer werden euch zu kontrollieren, jedes Gefühl, ob Hass, trauer oder Wut kann euch zu einem willenlosen Monster machen. Ihr müsst lernen euch zu kontrollieren, ich kann euch lehren wie ihr das Monster unterwerfen und für eure Sache nutzen könnt. Doch ich will euch nicht anlügen, Schmerz und hartes Training werden dann euer Begleiter sein, für eine lange Zeit. Doch solltet ihr all dies schaffen, wird nicht der König euch aufhalten können, zitternd wird er vor euch zurückweichen. Steht treu an meiner Seite, unterwerft euch meiner Unterweisung, dann wird dieses Geschenk euch die nötige Kraft geben, den König endlich zu stürzen!"

Alphas grellgelbe Adleraugen bohrten sich in die Augen jedes Mannes, bevor er weitersprach. „Wenn ihr das Risiko nicht in kauf nehmen wollt dann ist es keine Schande zu gehen." Er machte eine Handbewegung. „Dies ist eure letzte Möglichkeit, niemand wird euch aufhalten oder gar schlecht über euch sprechen, dafür bürge ich." Ein paar blickten sich unsicher an, doch sie hatten alle erlebt, wie unglaublich mächtig und edel die Ralori waren, jeder von ihnen war bereit einen möglichen Tod in Kauf zu nehmen, um diese Stärke erlangen zu können und ein solch mächtiges Wesen zu werden. Da keiner ging fuhr der Rebellenanführer fort „Dann entblößt euren linken Arm und legt euch hin, wir werden euch dieses Geschenk zu Teil werden lassen." Alpha ging zum ersten Mann der vor ihm lag, zog einen Dolch und schlitzte ihm den Unterarm auf, der Mann unterdrückte ein Stöhnen und verzog nur das Gesicht. Alpha lächelte, diese Männer hatten noch keine Ahnung, welche Schmerzen während der Umwandlung folgen würde. Die Krankheit der alten Magie würde sich durch ihre Adern fressen und den Körper bis in die kleinsten Bestandteile zerfetzen, nur um sie neu, stärker und besser wieder herzustellen. Alpha ließ die scharfe Schneide des Dolches über seinen Unterarm fahren die Klinge durchschnitt völlig mühelos die weiche Haut und grau rotes Blut quoll aus dem Schnitt. Er ließ einen dünnes Rinnsal seines Blutes in die Wunde des am Boden liegenden fließen und drückte dann beide klaffende Schnitte aufeinander. Nach kurzem Stillstand ging er weiter, schnitt den Arm des nächsten auf und wollte wieder sein Blut auf sie Wunde drücken, doch sein Schnitt hatte sich bereits wieder geschlossen. Die Selbstheilung eines Ralori war atemberaubend, nur noch eine sanfte rote Linie mit blutverkrusteter Haut erinnerte an die Wunde. Abermals setzte er die Klinge auf seine Haut und genoss den sanften Schmerz mit dem sich das scharfe Metall durch sein Fleisch fraß. Sein Blut lief in die Wunden der freiwilligen und die Verwandlung begann.

Seit Tagen wanden sich die neu Infizierten vor Schmerzen, die Krankheit breitete sich aus, vier waren schon Tod und zwei weitere waren so gut wie Tod, aber der Rest schien stark genug zu sein. Doch selbst wenn sie es überleben sollten, hatte ihr Weg erst begonnen, nun dann würde es darauf ankommen, ob sie die Kontrolle über sich und das Monster in ihnen behalten könnten, wenn nicht waren sie nicht mehr als tollwütige Tiere und wie mit solchen würde Alpha verfahren. Ihre Gefühle und Eindrücke würden sie überrollen und mitreißen, ohne Kontrolle würden sie alles um sich herum gefährden. Alpha hatte es oft genug miterlebt, dass Verwandelte die Kontrolle verloren und selbst das was sie liebten zerrissen, Freunde, Gatte oder sogar Kind. Bei ihm war es anders gewesen, er wurde als Ralori geboren, er hatte es nicht gekannt wie es war nicht gegen das Monster in seinem inneren ankämpfen zu müssen.

Die geborenen Ralori waren die stärkeren, so erzählte man es sich jedenfalls, ihr Körper war schon immer ein Teil des Monsters. Er begann sich auszuziehen, das letzte Mal hatte er bereits seine Kleidung zerrissen und langsam ging sie ihm aus. Stoff war hier im Gebirge teuer und die wenigen Schafe die sie hatten hatten nicht viel Wolle zu entbehren.

Ein Brennen ging durch ihn, begann direkt unter seiner Haut und fraß sich bis in die Mitte hindurch. Seine Haut dehnte sich immer weiter, sie war zum Zerreißen gespannt, als das schwarze Fell durch die Haut brach und sich in dunklen Büscheln sammelte. Alpha spürte wie sich seine Knochen veränderten, wie sie sich verschoben, größer und dicker wurden, er spürte wie sein Kiefer sich nach vorne schob und wie seine Zähne länger und schärfer wurden. Seine Hände verkrampften und wurden zu riesigen Pranken während sich die Krallen hervor schoben, ließ er sich auf alle viere fallen. Mit einem leisen Knirschen rückten die letzten veränderten Knochen an ihren Platz. Er sprang mit einem mächtigen Satz von seinem Felsvorsprung weiter, auf den nächsten und wurde immer schneller.

Die gewaltigen Muskeln bewegten sich in perfektem Einklang unter dem schwarzen Pelz, als ein stattlicher Berglöwe über die Felsen hinweg preschte.

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