Kapitel 82

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„Willkommen!" mit ausgebreiteten Armen begrüße Dendron die Männer und Frauen die sich an dem Tisch eingefunden hatten, sie alle waren Hüterinnen und Hüter, die höchsten Priester ihrer Götter. Und sie alle waren auch nichts anderes als machtgeile, geldgierige Männer und Frauen, genau wie die Adligen die ihn so oft umschwärmte. Doch auch sie brauchte er, er hatte die Macht der Magier gesehen. „Ich habe euch geladen um über die Magier zu sprechen." „Wir werden nicht noch mehr Zugeständnisse machen!" unterbrach ihn Urkan, der Hüter des Nostratos, des Gottes des Himmels. Ein Mann mit einem Adlergesicht, kleine eng an der langen spitzen Nase anliegende Augen und schmale Lippen. Sein Wort hatte hier wahrscheinlich das größte Gewicht, Malendor war geprägt von Bürgern die den Herrn des Himmels als Obersten Gott anbeteten. Dendron konnte den Hass auf diesen Mann einfach nicht unterdrücken, er war ihm eine Spur zu mächtig. „Deswegen habe ich euch eben nicht hier her geholt." „Weswegen dann?" fragte Antoniana und schob sich genüsslich eine Traube zwischen die Lippen. Sie war die Hüterin der Göttin der Landwirtschaft und der Natur, Alea. Mit ihren Pranken konnte sie wahrscheinlich mühelos mit der Sense arbeiten und mit dem Kreuz jeden Ochsen unter dem Pflug ersetzen. „Wenn ihr mich ausreden lassen würdet" knurrte der König „dann könnten wir zum Gespräch kommen." „Na dann raus damit." kicherte Lavilla und ließ ihr ihre Zähne blitzen, die Hüterin der Valaria, der Göttin der Liebe, Familie und Schönheit wusste ihre Reize mehr als nur sinnvoll zu nutzen. Lange honigfarbene Haare und Augen wie Bergseen. Doch auf der anderen Seite hatte er ihre Macht gesehen, sie war gefährlicher als die meisten Frauen die er kannte und ihr Einfluss war überall zu finden. Doch davon lenkte ihre Schönheit gekonnt ab. Er versuchte sich wieder auf das eigentliche Thema zu konzentrieren, doch ihre Augen zogen ihn in den Bann. „Wir müssen sie in ihrer Macht überwachen." sprang ihm Kimball bei, dankbar nickte er seinem Bruder zu. „Sie haben eine für uns nicht zu kontrollierende Macht, stellen sie sich gegen uns sind wir ihnen nahezu ausgeliefert." „Das haben wir euch schon gesagt, bevor ihr diese Kataranen in unser Land gelassen habt!" bellte Wildomus, der Hüter der Zwillinge „An der Seite eures Vaters haben wir geblutet um das Land von diesen gottlosen Monstern zu befreien!" Er schlug auf den Tisch „Dann lasst ihr sie hier her zurückkehren und ihre dunkle Macht verbreiten und jetzt habt ihr Angst und wollt dass wir euch beschützen?" regte er sich auf. Dendron ballte die Fäuste „Ich habe keine Angst, Hüter" seine Stimme war leise, fest, unerbittlich „Und wir sind nicht hier um darüber zu reden ob wir die Magier wieder erlauben." Er klopfte auf den Tisch „Diese Diskussion haben wir bereit geführt!" „Und wir haben abgelehnt, König" ertönte die kratzige Stimme Neptons, der als Hüter dem Meeresgott Laodatos diente. Abfällig betrachtete ihn der König, dieser Mann hatte hier wenig macht, dafür war Malendor zu weit entfernt vom Meer, es fehlte der Bezug, er machte auch nicht viel her, klein mit schütterem grauem Haar, Dendron hielt nicht viel von ihm. „Es gab keine andere Möglichkeit" rechtfertigte er sich wie so viele Male zuvor „Jeder Elf beherrscht die Magie und auch unter den Elfen sind es viele Magier. Und ihr und eure Priester seid zu wenig um meine Armee zu beschützen!" „Wir sind sehr gut in der Lage zu kämpfen" dröhnte Nepton. Schau dich doch an antwortete ihm Dendron stumm, vor dir wird nicht einmal ein Bauer fliehen. „Das wissen wir" antwortete Kimball mit ruhiger Stimme. „Deshalb seid ihr hier, wir wollen alle nötigen Vorbereitungen treffen, falls es einen Verrat der Magier geben sollte. Müssen wir gewappnet sein." Nun änderte Lavilla ihre Haltung, sie saß nun nicht mehr ihre Reize betonend da sondern streckte sich mit erhobenem Kinn wie eine Königin „Ihr habt gegen unseren Rat gehandelt und wollt jetzt unsere Hilfe?" ihre Stimme war schneidend wie ein Dolch „Wollt ihr die Diener der Valaria für den Notplan haben, den ihr auf jedenfalls braucht bei diesen ungläubigen, dann werdet ihr gewaltige Angebote machen müssen!" Dendron ballte die Fäuste, er hatte die Magier kennengelernt, viel mit ihnen gesprochen und die meisten waren genau so gläubig wie jeder andere Mensch in Relon und haben auch ihr Leben bisher nicht anders gelebt. Aber dennoch konnte er die Angst vor ihrer Macht nicht verdrängen „Was fordert ihr." „Mehr Abgaben der Bauern" grinste Nepton. Dendron konnte es nicht fassen, der deutliche Schmerbauch schrie gerade zu dass der Priester mehr als genug zu Essen bekam. „Wer will schon mehr Essen, mein Lieber, davon haben wir alle genug!" sagte Lavilla mit spöttischem Blick auf Neptons Bauch, welcher mit wütendem Gesichtsausdruck merklich den Bauch einzog. Sie lachte leise, dann wandte sich sich an dann wurden ihre Züge wieder scharf „Wir wollen Land, der einzige der ein eigenes Land in diesem Reich besitzt ist der Orden der Zwillinge, die sich in ihrer Arroganz nur der Orden nennen." „Wir haben uns dieses Land erkämpft und gesiegt!" knurrte Wildomus und ein unsteter Hass blitzte in seinen Augen auf. „Gesiegt habt ihr nicht" bemerkte Antoniana gelangweilt „Es gab einen Waffenstillstand und einen Friedensvertrag." sie fuhr wieder damit fort die Trauben aus der goldenen Schale zu pflücken. „Ihr wagt es uns infrage zu stellen!" Wildomnus erhob sich und stützte sich schwer auf den Tisch ab während er die anderen Hüter fixierte. Sie brachen in ein brutales Streitgespräch aus, jeder beschuldigte und drohte jedem. „Das genügt!" knurrte der König „deshalb sind wir nicht hier!" Erst jetzt schien den Hütern aufzufallen, dass der König sich ja noch im Raum befand. „Bevor ihr nun weitere Forderungen stellt!" fuhr er fort „Lasst mich einen Vorschlag machen, ich werde jedem von euch einen großen imposanten Tempel bauen lassen, egal wo ihr es wünscht." Zufrieden sah er wie die Gier sich in ihren Augen breit machte. Sie würden von ihm zwar kein Land bekommen, dass die Zwillingspiester eines hatten ließ ihm schon jedes mal die Galle im Halse aufsteigen wenn er daran dachte, aber ein Tempel war ein ähnlicher Vorschlag. Denn mit einem gewaltigen Tempel in einer Stadt die bisher nur schwach in der Macht des Ordens gelegen hatte, konnten sie ihren Einfluss um Längen verbreiten. „Darüber lässt sich reden" bemerkte Urkan. Dendron nickte zufrieden, jetzt hatte er sie an der Angel, jetzt ging es ans feilschen.

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