Kapitel 20 - Das Ende... - Part 2

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 „Natürlich hab ich das verstanden. Ich bin nicht dumm. Aber ich habe nicht vor dich allein zu lassen." Er gab seine Tarnung auf und trat von der kleinen Baumgruppe, die in etwa zehn Meter entfernt war, zu Leya hin. Diese stand schnell auf, steckte ihre Hand in ihre Jackentasche um sie zu verstecken – obwohl Cal sie vermutlich schon gesehen hatte – und ging weiter. Der Schnee knirschte unter ihren Stiefeln.

„Bleib stehen, Leya! Wir müssen reden." Er lief hinter ihr her und streckte die Hände nach ihr aus, aber sie wich ihm aus und beschleunigte ihr Tempo. Mit ihrer gesunden Hand wischte sie sich die Tränen aus den Augen. Man erkannte im Grunde genommen nichts von der Umgebung, so wenig Licht gab es nur noch.

„Leya, verdammt! Auch wenn du das willst, ich werde dich nicht alleine lassen! Wir gehören zusammen und das weißt du genauso gut wie ich! Wir lassen uns nicht im Stich und ich habe Vertrauen in dich, dass du mich davon abhältst zu sterben. Du kannst das. Das weiß ich."

Gerade als er das letzte Wort gesprochen hatte, traten die zwei auf die Klippe hinaus auf der alles begonnen hatte. Leya war ungewollt darauf zugegangen.

Jetzt blieb sie stehen und fuhr herum. Zornestränen hatten sich in ihren Augen gesammelt.

„Ich kann es eben nicht! Verstehst du? Ich werde dich und alle anderen verdammen zu sterben, wenn ich versage und du doch hinunter musst und das alles nur, weil ich dich liebe. Es wird meine Schuld sein, meine Schuld!"

Sie standen sich Nase an Nase gegenüber. Cal wollte Leya anfassen, aber sie schlug seine Hand weg. „Nein! Hörst du mich nicht? Du wirst sterben! Und mit dir die Menschheit, wenn ich dich zurückhole!" Sie stieß ihn von sich, weil er ihr noch näher kommen wollte, er sie – wie immer – trösten wollte.

Mit ernster Miene ließ Cal es geschehen, sah Leya aber in die Augen und meinte: „Das wird nicht geschehen. Und selbst wenn bin ich bereit das Opfer einzugehen, dass du mich tot lässt. Ich liebe dich Leya. Ich vertraue auf deine Kräfte." Er war ganz ruhig, hoffte wohl sie damit ebenfalls zu beruhigen, aber es funktionierte nicht.

„Aber ich bin nicht bereit dieses Opfer zu bringen! Hörst du mich? Ich bin nicht bereit dazu! Ich werde es nicht schaffen deinen Verlust zu verhindern und dich dann nicht zurückzuholen, wenn ich die Chance dazu bekomme. Ich werde daran scheitern und die Menschheit ins Verderben stürzen. Deshalb sollst du wegbleiben! Deshalb sollst du mich alleine lassen! Ich brauche mehr Zeit, mehr Übung, mehr Selbstbeherrschung!" brüllte sie ihm ins Gesicht und stieß ihn ein weiteres Mal zurück.

„Auch wenn du das willst, ich werde dich nicht allein lassen! Niemals! Du bist das Beste, was mir jemals passiert ist! Wenn du gehst, dann gehe ich mit dir! Egal wohin! Ich bin nicht bereit dazu dich zu verlieren und dich mit deiner Aufgabe allein zu lassen!" Jetzt war er auch wütend. Das konnte sie an seinem Blick und seiner angespannten Körperhaltung sehen und aus seiner Stimme heraushören.

„Das ist das Problem! Du würdest alles für mich tun, weil du ein falsches Bild von mir hast! Ich bin nicht das Beste, was dir jemals passiert ist. Ich bin das Schlimmste! Ich bin deine ganz eigene, persönliche Verdammnis und die de Menschheit noch dazu!"

Er war wieder näher gekommen, doch bevor sie ihn ein weiteres Mal schubsen konnte, packte er sie an den Armgelenken und zog sie näher zu sich hin. Leya wehrte sich, kam aber nicht frei.

„Wieso lässt du mich nicht dein Held sein?!" schrie Cal ihr wutentbrannt in ihr Gesicht. Es hatte angefangen zu schneien, wie Leya plötzlich bemerkte, weil Schneeflocken auf ihrer erhitzten Haut schmolzen.

„Weil es in meiner Geschichte keine Helden gibt. Ich werde unweigerlich jeden Retter, jeden verdammten Helden mit mir in den Abgrund reißen, wenn ich falle." erwiderte Leya in der gleichen Lautstärke. Wie um die Worte zu unterstreichen dröhnte ein lautes Donnern vom Himmel und all das Schwarz, das sich um Leya und Cal ausgebreitet hatte, wurde für einen winzigen Moment von gleißendem, in den Augen brennendem Licht erhellt.

Götterstimme Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt