Ich hoffte einfach nur dass ich einen verfluchten Last-Minute-Flug bekommen würde, es tat mir nicht gut, dieses Gefühl dass er sich im gleichen Stadtteil wie ich befand. Mein Kopf war voll und tat gar weh, unheimlichen Schlafmangen hatte ich gehabt, denn die Sache mit Harry, hatte mir einfach keine Ruhe mehr gelassen, ich wusste, dass was besonderes passiert sein musste, was sein Verhalten erklären würde. Doch ich hatte einfach nicht die Kraft dazu nachzuforschen, denn er machte mich fertig, vor allem seelisch. Der Schmerz brannte in meinem Herzen, wieder kam dieses Gefühl zurück, dieses Gefühl, wie fremd mir Harry doch war. Wie schon so oft hatte er seine Facette gewechselt, von gut zu böse, liebevoll zu grob, ein kleiner Schalter der sich in seinem Kopf in Sekundenschnelle umgelegt hatte.
Ich reichte dem alten Busfahrer meine Fahrkarte und nahm neben einem Mädchen Platz die ein wenig jünger aussah als ich selber. Sie tippte auf ihrem Handy herum, ein Lächeln zierte ihre schmalen Lippen und in ihren Augen war das deutliche funkeln zu sehen, ich war mir sicher dass sie mit der Person schrieb, in die sie verliebt war.
Meine Lippen hatten das Lächeln verlernt, ich zwang mich oft dazu etwas freundlich dreinzuschauen, und der Glanz von meinen Augen, den erkannte ich nicht mehr, egal wie lange ich mich im Spiegel musterte. Meine klaren, Pupillen waren von einem traurigen, grauen Schleier überzogen, Harry hatte mir jegliche Lebensfreude genommen.
Ihr fuhr etwa zwanzig Minuten bevor ich den mittelgroßen Flughafen erreicht hatte, ich drückte auf Stopp und der Bus hielt bei der nächsten Halterstelle, ich stolperte aus dem Bus und ging gezielt zum Eingang.
Ich lief zum Schalter, eine freundlich aussehende, mittelalte Dame telefonierte gerade. Ich stellte mich vor dem Tresen hin und tippte ungeduldig auf dem Pult herum, freundlich nickte sie mir zu. Während sie weiter telefonierte, auf eine Sprache die ich nicht konnte und daher auch nicht verstand, überlegte ich mal, wo ich eigentlich hin wollte, hier bleiben, auf keinem Fall, nach London? Keine gute Idee. Ich stellte mir die Landkarte imaginär vor. Neuseeland, ziemlich weit rechts unten. Mir war klar dass ich erst mal aus Ozeanien raus will, es war mir zu nah an ihm, zu nah an Harry. Ich wollte genug Abstand schaffen um sicherzugehen dass er mir ja nicht über den Weg laufen würde. Ich entschied mich kurzer Hand für Indien, toll sollte es dort sein, dass hatte ich zumindest gehört. Es war weit weg von London, aber auch weit weg von Harry. Perfekte Kombination.
„How can I help you?“, fragte die Frau.
“Last Minute flight to India?”, fragte ich nach.
“Hmm!”, murmelte sie, während sie in ihrem Steinzeitcomputer rumtippte.
„ohhw, you're lucky, the next flight to India is in less than an hour!”, meinte sie und sah mich erwartungsvoll an.
“Yes, please!”, sagte ich und sah sie freundlich an.
Sie tippte auf dem Gerät herum und druckte irgendwelche Dokumente aus, ich musste unterschreiben und dann bezahlte ich per Kreditkarte. Dann verabschiedete ich mich von ihr und ging zügig zum Gate. Auf dem Weg dort hin studierte ich die Zettel gründlich. Es schien alles normal zu sein.
Am Gate, waren sie etwas verwundert, wegen der Tasche, denn mehr hatte ich ja nicht dabei, einige Sachen hatte ich ausgeräumt, die nahm ich als Handgepäck mit ins Flugzeug. Zu meiner Überraschung piepte es bei der Sicherheitskontrolle gar nicht als ich durchging. Ich versank in Gedanke und musste in mich hinein schmunzeln. Wie Harry mich doch immer ausgelacht hatte, wie er mich verarscht hatte und mich sogar selber dabei zum kichern brachte, es war eine schöne Zeit, ich war glücklich und verliebt. Dann kam die Realität und der Alltag, die beiden Dinge hatten einfach alles kaputt gemacht. Russland hatte alles kaputt gemacht, Drogen und vor allem seine alten ‚Freunde‘.
Ich sank nieder auf dem weichen Flugzeugsitz der deutlich nachgab als mein volles Gewicht auf ihm ruhte. Ich stöpselte die Kopfhörer in meine Ohren und lauschte der Musik. Ich schüttelte meine Anspannung ab und warf alle Gedanken über Board. Als ich eingeschlafen war, konnte ich tatsächlich alles vergessen. Mein Kopf war leer, von meinen depressiven Gedanken war ich befreit, langsam bewegte sich mein schmaler Brustkorb auf und ab, es war still im Flugzeug, von der vorderen Reihe hörte ich ein leises schnarchen, doch dass hinderte mich nicht weiterzuschlafen.
Ich träumte von nichts, es war einfach dunkel, keine Aufregung, keine Vorstellungen, kein Drama, einfach nur schwarz, du ich genoss es, ich hatte meist einen unruhigen Schlaf, überhaupt seitdem ich Harry kennengelernt hatte, aber dieses mal war ich ruhig und entspannt.
Vielleicht lag es daran dass ich mich frei fühlte, ich war weg von ihm, weg von dem dominanten Jungen in den ich mich einst so verliebt hatte. Mit meinem Verschwinden hatte er jegliche Kontrolle über mich verloren.
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Dark Side (Harry Styles German) wird überarbeitet!
FanfictionAbgeschlossen! Wird im Moment jedoch überarbeitet! Harry trifft auf Sun. Sun trifft auf Harry. Dabei pralen 2 verschiedene Welten, denn die beiden sind von Grund auf verschieden. Sun stürzt sich in ein Abenteuer aus dem sie so schnell nicht mehr ra...
