Emilia
Ich schenke mir gerade einen Whiskey ein, als es an meiner Bürotür klopft. Ohne aufzublicken, rufe ich ein knappes „Herein".
Die Tür öffnet sich, und Toni tritt mit einem lässigen Grinsen ein. Sein maßgeschneiderter Anzug sitzt zwar perfekt, aber der oberste Hemdknopf ist offen. Er wirkt, als hätte er gerade erst eine Runde Karten gespielt oder einen entspannten Drink genossen.
„Emilia, meine Blume.", beginnt er spielerisch, lehnt sich locker gegen den Türrahmen und schiebt sich erst dann mit einem lässigen Schwung in den Stuhl vor meinem Schreibtisch. Ohne zu fragen, legt er die Füße auf die Kante meines Tisches und verschränkt die Arme hinter dem Kopf. Ich hebe eine Braue.
„Toni, meine kleine Nervensäge. Was kann ich gegen dich tun?", entgegne ich trocken.
„Es geht um Calebs Junggesellenabschied. Du wirst mich gleich vielleicht lieben und nicht mehr Caleb heiraten."
„Oh nein, sag mir nicht, dass du mich um Erlaubnis bitten willst, ihn in einem Stripclub feiern zu lassen.", lehne ich mich zurück und verschränke die Arme vor der Brust.
Toni legt eine Hand aufs Herz, als wäre er tief getroffen. Auf seine Frage nach meinem Vertrauen in Caleb, antworte ich schlicht nicht. Natürlich vertraue ich Cal undich weiß, dass er nichts falsches tun würde. Aber welche Frau mag schon den Besuch eines Stripclubs als Junggesellenabschieds.
Mein funkelnder Blick verrät ihm, das ich davon absolut nicht begeistert bin. Beschwichtigend hebt er seine Hände und setzt ein leichtes Lächeln auf. Es wirkt ehrlich gemeint und das kaufe ich ihm auch wirklich ab.
„Okay, okay, ich hab's kapiert."
„Toni, hör zu. Ich werde ihn nicht davon abhalten, aber du weißt genau, dass Caleb nicht der Typ für so einen Mist ist. Wenn du mich also um Erlaubnis bitten willst, dann spar dir die Mühe. Er wird sich amüsieren, aber nicht in einem Club voller Frauen, die ihm die Krawatte vom Leib reißen wollen.", gebe ich von mir und werde dabei immer lauter.
„Schade. Aber gut, dann komme ich direkt zu meinem eigentlichen Anliegen.", schnalzt er mit der Zunge und lehnt sich leicht in seinem Sessel zurück.
„Es geht um Vasca.", Seine Miene wird ernster, aber seine Haltung bleibt locker.
Mein Blick wird härter. „Was ist mit ihr?"
„Tolya ist besorgt. Sein Vater ist in der Stadt, und er will Vasca nicht allein lassen. Sie hat in den letzten Monaten zu viel durchgemacht. Der Selbstmordversuch, die Sache mit Rosario..." Er lässt den Satz unvollendet, aber ich weiß genau, was er meint. Vasca hat ihren Ex-Mann erschossen. Es war ihr erster Mord in dieser gestörten Welt.
„Und was genau soll ich tun?"
„Auf sie aufpassen. Vielleicht könnt ihr so eine Art Pyjama Abend zusammen verbringen. Sie vertraut dir. Ava könnte doch auch kommen."
Ich lasse seine Bitte kurz auf mich wirken. Vasca ist eine gute Freundin, und ich weiß, dass Tolya sich Sorgen macht. Sie hat in letzter Zeit viel zu ertragen und ein Mädelsabend so kurz vor der Hochzeit wäre doch wirklich perfekt.
„In Ordnung. Aber sag Tolya, dass er mich das nächste Mal selbst fragt.", sage ich schließlich.
„Er dachte, du würdest eher ja sagen, wenn ich es tue.", grinst Toni breit.
„Unverschämtheit", murmele ich, schüttele den Kopf und nehme einen Schluck von meinem Whiskey.
Gerade als ich Toni noch ein wenig zappeln lassen will, wird die Tür ohne Vorwarnung aufgerissen. Mario tritt ein, sein übliches spöttisches Lächeln auf den Lippen.
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Parisi - Back To Him
RomanceAls Emilia Katalina siebzehn war, wurde ihr Leben auf eine brutale Weise verändert. Ihr Vater versprach sie an den Mafiosi Sohn Luan Jasiel Cortez. Vier Jahre lang musste sie an seiner Seite leben. Ein Leben zwischen physischer und psychischer Gewal...
