Emilia
Die Sonne steht hoch am Himmel und lässt die Villa erstrahlen, während ich mich auf der liege am Pool ausstrecke. Die Hitze brennt angenehm auf meiner Haut, das Wasser glitzert verlockend. Noch nie zuvor habe ich mir die Zeit genommen, einfach nur daliegen und nichts tun – es fühlt sich fast surreal an. Caleb würde mich sicher aufziehen, wenn er mich so sehen würde.
Selbst bei Luan habe ich mir niemals die Zeit genommen, um den Luxus in dem wir leben zu genießen. In dieser dunkeln Unterwelt, ist es normal, dass es an Reichtum nicht mangelt, aber zu schätzen weiß ihn niemand. Meine Gedanken sinnieren weiter darüber, ob das alles so richtig ist, als das vibrieren meines Handys, diese idyllische Ruhe durchbricht.
Ich greife danach und mustere die Nummer auf meinem Display. Mateo Moretti. Allein sein Name lässt eine unangenehme Spannung durch meinen Körper fahren. Ein tiefer Atemzug, dann nehme ich ab.
„Emilia", begrüßt er mich mit seiner gewohnt dunklen, autoritären Stimme.
„Mateo.", ich setze mich auf, ziehe meine Sonnenbrille ab.
„Pippa und ich sind in Europa. Wir wollen dich sehen."
Kein Bitte, keine Umschweife. Mein Kiefer spannt sich an.
„Warum?"
„Ein Abendessen. Du weißt, dass das eine Tradition ist. Eine Familienangelegenheit."
Familie. Das Wort schmeckt bitter auf meiner Zunge, vor allem wenn es aus seinem Mund kommt. Ich schweige einen Moment. Will ich das überhaupt? So viel ist zwischen uns vorgefallen, aber ein Treffen der Eltern vor der Hochzeit gehört dazu. Wir können wohl nicht alle Regeln dieser Welt brechen.
„Lorenzo und Giulia werden dabei sein", gebe ich bestimmt von mir.
„Du scheinst also nicht alles vergessen zu haben, was sich gehört. Klug. Gut, dann treffen wir uns heute Abend. Ich kümmere mich um eine Reservierung.", lacht er leise ins Telefon.
„In einem Restaurant", stelle ich klar.
„Natürlich."
Ich lege auf und reibe mir über mein Gesicht. Habe ich gerade ernsthaft zugesagt? Ich hätte dem ganzen nicht zustimmen sollen, ohne vorher mit Caleb zu sprechen. Auch wenn wir in den letzten Wochen vieles in die richtigen Bahnen gebracht haben.
Zudem mag Mateo durch die Heirat meiner Mutter, nun so etwas wie Familie sein, aber ich traue ihm dennoch nicht. Und meine Mutter? Ich weiß nicht mehr, ob sie wirklich noch meine Mutter ist oder nur eine Frau, die es einmal gewesen ist. Bevor mein Vater alles zerstört hat und ich zur Mörderin geworden bin.
Langsam stehe ich auf, schiebe die Sonnenbrille in meine Haare hinauf und schwinge mir das Handtuch über die Schulter. Zurück in der Villa, schlage ich sofort den Weg zu den Büros ein. Nachdem Caleb und ich uns entschieden haben zu bleiben, hat Lorenzo veranlasst, dass auch jeder sein eigenes Arbeitszimmer bekommt.
Ohne zu klopfen reiße ich die Türe auf und erblicke Caleb an seinem massiven Schreibtisch und ist völlig vertieft in einige Akten. Er hebt den Kopf, als er mich sieht, schlägt die Mappe zu und mustert mich eingehend. Ich setze mich auf den Sessel vor ihm und verschränke die Arme.
„Mateo hat angerufen. Er will ein Abendessen. Heute.", beginne ich ohne Umschweife.
Sein Blick ruht auf mir, als wolle er in mir lesen. Er steht langsam auf und geht um den Tisch, nur um sich mir gegenüber an die Kante des imposanten Tisches zu lehnen. Seine Arme verschränkt er vor seiner Brust.
„Und du hast zugesagt?", fragt er und dabei hebt sich eine Augenbraue.
„Nur mit der Bedienung, dass es mit deinen Eltern und dir stattfinden wird.", nicke ich nachdenklich.
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Parisi - Back To Him
RomanceAls Emilia Katalina siebzehn war, wurde ihr Leben auf eine brutale Weise verändert. Ihr Vater versprach sie an den Mafiosi Sohn Luan Jasiel Cortez. Vier Jahre lang musste sie an seiner Seite leben. Ein Leben zwischen physischer und psychischer Gewal...
