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Caleb

Nachdem mein Versuch missglückt ist, Emilia von einem großen Fehler abzuhalten, richtet sie sich gegen Luciano. Was für eine Scheiße hier gerade ans Licht kommt, kann sich doch keiner ausdenken. Rosario war also nie gegen sie, sondern sollte ihr Lehrer sein? Wo ist die verfickte Kamera?

Langsam sehe ich in Vascas Richtung. Ihre Augen wirken plötzlich so leer und sie scheint es mitzunehmen. Weiter schaue ich zu meinem Vater. Sein Blick ist gesenkt und seine Kiefer malen aufeinander. Die Luft um uns herum brennt gefühlt.

„Ich war ein beschissenes Projekt von euch?", ruft sie wütend aus.

„Nein! Wir haben aber mehr in dir gesehen und schau dich an. Du bist der Schlüssel, diese Welt zu verändern.", beteuert Luciano.

„Du hast mich zu diesem Monster machen lassen? Ist das dein Ernst? Ihr habt mich zerstört. Ich bin ein Wrack.", schreit sie auf und ich würde sie am liebsten von hier wegbringen.

Es ist für jeden zu sehen, wie sie immer mehr mit sich ringt. Sie Waffe zittert in ihrer Hand kurz als ihre Finger sich fester um den Griff schließen. Das Röhrchen mit der Pille lässt sie wieder in der Hosentasche verschwinden. Langsam richtet sie sich wieder auf, als Luciano erneut ansetzt.

„Emilia, du bist etwas Besonderes. Ja, es war vielleicht unschön. Schau dich jetzt an. Man hat endlich Respekt vor dir. Du bist an der Spitze dieser Welt angekommen.", versucht er es weiter.

„Und das soll mich freuen? Luan hat mich gezwungen meinen Vater zu erschießen. Ich musste foltern lernen und weiter töten. Ich habe einen Blutpakt mit Moretti geschlossen und meine Mutter an ihn verkauft wie Vieh. Darauf soll ich stolz sein.", brüllt sie ihn wütend an.

Ohne jedes weitere Wort, lässt sie die Waffe in den Holster gleiten und schaut mich an. Ich sehe ihren Schmerz, aber auch wie entschlossen sie ist. Ja, sie haben ein Monster aus ihr gemacht. Aber dieses Monster hat auch eine andere Seite. Emilia ist nach wie vor meine Welt.

Sie kommt vor mir zu stehen und greift nach dem Messer an meinem Hosenbund. Das letzte Mal hat sie sich selbst verletzt. Doch dieses Mal wird sie einen anderen Plan haben. Mein Blick wandert zu Luciano und ich frage mich, ob er weiß was nun kommt.

Er wird sterben. Durch die Hand, die er einfach benutzt hat. Mit Stolz sehe ich in seine ängstlichen Augen. Ihr Rachefeldzug wird nun also endlich beendet werden. Durch ihre eigene Hand. Plötzlich weicht sein Blick von mir ab und er fixiert wieder Emilia.

„Weißt du, Luciano, ich habe mit diesem Messer den Blutpakt besiegelt. Vielleicht sollte ich dir auch damit zeigen, welches Monster ich bin. Mein von dir so geschätztes Besonderes ich.", sinniert sie plötzlich so ruhig.

Eine flinke Bewegung später steckt das Messer in seiner Brust. Als hätte sie es geplant, hat sie das Herz verfehlt. Stumm lässt er den Blick sinken und erfasst das Messer in seiner Brust. Eine Gänsehaut überzieht mich, als sie zu lachen beginnt. So kalt und anders, dass man meinen könnte, es wäre nicht sie.

Mit einigen Schritten geht sie um ihn herum und zieht fast beiläufig das Messer heraus. Hinter ihm bleibt sie stehen und hält ihm das Messer an die Kehle. Innerlich feuere ich sie an dem Ganzen ein Ende zu setzten.

„Gibt mir die Pille, bitte", krächzt er unter Schmerzen.

„Vergiss es. Spüre den Schmerz den ich gespürt habe.", lacht sie erneut.

Sie beginnt zu spielen. Ein Spiel in dem es nur Verlierer gibt. Luciano hätte einfach ganz normal abdanken können, hätte er einfach den Mund gehalten. Mein Blick schweift in die Runde der Menschen. Die Gesichter sind ernst und lassen keine Zweifel daran offen, dass es ernst ist.

Parisi - Back To HimWo Geschichten leben. Entdecke jetzt