Der Morgen meiner Hochzeit beginnt mit einem Gefühl, das ich kaum in Worte fassen kann. Eine Mischung aus Aufregung, unbändiger Vorfreude und leiser Nervosität pocht in meiner Brust, während ich inmitten von Maria und ihren Stylistinnen im umfunktionierten Poolhaus des Parisi-Anwesens sitze. Der Raum wurde in eine luxuriöse Umkleide verwandelt, die sich anfühlt wie der Backstage-Bereich einer großen Modenschau.
Der riesige Spiegel vor mir spiegelt mein Gesicht wider, während Maria mit ruhigen, geübten Bewegungen meine Haut perfektioniert. Mein Make-up ist dezent, meine Haut strahlt mit einem sanften Glow. Nur meine Augen wurden betont – dunkle Mascara hebt ihre Tiefe hervor, während ein Hauch von Lidschatten das Braun zum Leuchten bringt.
Meine Haare sind kunstvoll gestylt, die braunen Locken fallen in weichen Wellen über meine Schultern und bis in meinen Rücken. Ein Teil davon ist elegant halbhoch gesteckt, damit der Schleier später perfekt sitzt.
Ich atme tief durch, versuche, meine Aufregung zu zähmen, doch es scheint unmöglich. Der Moment, auf den ich so lange gewartet habe, rückt unaufhaltsam näher. Heute werde ich Caleb Parisis Frau.
Dann ist es soweit – das Kleid. Maria und ihre Assistentinnen helfen mir vorsichtig hinein, während ich kaum wage zu atmen. Der feine Stoff aus Tüll und Spitze schmiegt sich an meinen Körper, während der Rock in sanfter A-Linie über meine Hüften fällt. Schulterfrei, mit feinen Spitzenärmeln, die meine Haut nur erahnen lassen, das Dekolleté elegant halb bedeckt. Die lange Schleppe glitzert hier und da im Licht, als die Strasssteinchen es einfangen.
Als ich aufblicke und in den Spiegel sehe, bleibt mir der Atem weg. Tränen steigen mir in die Augen, doch bevor sie sich lösen können, legt Maria mir beruhigend eine Hand auf die Schulter.
„Caleb wird es lieben.", sagt sie mit leiser Überzeugung.
Die Tür öffnet sich und Giulia sowie meine Mutter betreten den Raum. Giulia trägt ein atemberaubendes rotes Kleid, dass ihre helle Haut perfekt betont. Pippa hingegen hat sich für ein schlichtes, dunkelblaues Kleid entschieden. Während Giulia bereits von Emotionen überwältigt ist und Tränen in den Augen hat, steht meine Mutter nur still da.
Ihr Blick gleitet über mich, und für einen Moment habe ich Angst, dass ihr mein Anblick nicht gefällt. Mein Herz zieht sich schmerzhaft zusammen – doch dann geht sie auf mich zu, nimmt meine Hände und haucht mit rauer Stimme.
„Unglaublich... du bist wunderschön."
Erleichterung durchströmt mich, und ich presse ihre Hände leicht. Ich kann nur nicken, zu tief sitzen meine Emotionen, um sie auszusprechen. Für einen Moment herrscht Stille, dann wird die Tür erneut aufgerissen.
Ava und Vasca stürmen herein, beide in blutroten Kleidern, perfekt aufeinander abgestimmt. In ihren Händen halten sie Champagnergläser. Ava bleibt abrupt stehen, als sie mich sieht, und schlägt sich dramatisch die Hand vor den Mund.
„Heilige Scheiße, Emilia!", haucht sie.
„Darauf müssen wir trinken!", ruft Vasca und hebt ihr Glas in die Luft.
Ich kann nicht anders, als zu lachen. Die angespannte Atmosphäre lockert sich und ich kann einen Moment lang durchatmen. Für einen Augenblick ist alles leicht, fast schwerelos. Ava kichert leicht und stößt Vasca den Ellenbogen in die Rippen.
„Na. Träumst du schon davon, dass Tolya und du auch bald heiraten werden?", kichert sie und wackelt mit den Augenbrauen.
„Du solltest die Klappe halten. Das war ein verdammtes Geheimnis.", schlägt Vasca ihr empört auf den Arm.
„Moment! Was? Seit wann ist das etwas ernstes zwischen euch?", will ich nun wissen und glaube etwas verpasst zu haben.
Vasca verdreht die Augen, während Ava triumphierend grinst. Sie erklärt mir dann, dass sie nichts sagen wollte, weil es ja sehr turbulent war. Zumindest zwischen mir und Caleb. Deswegen wollte sie mir nichts sagen, bis es aus Ava quasi herausgeplatzt ist. Vasca bedenkt sie nochmal mit einem tadelnden Blick. Doch ich kann nur lachen, weil ich so blind gewesen bin, wie lange nicht. Wir lachen gemeinsam, stoßen an und für einen Moment ist meine Nervosität vergessen.
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Parisi - Back To Him
RomanceAls Emilia Katalina siebzehn war, wurde ihr Leben auf eine brutale Weise verändert. Ihr Vater versprach sie an den Mafiosi Sohn Luan Jasiel Cortez. Vier Jahre lang musste sie an seiner Seite leben. Ein Leben zwischen physischer und psychischer Gewal...
