Emilia
Ich stehe vor dem Spiegel und betrachte mich selbst. Das weiche Licht der Schminklampe lässt meine Haut in einem warmen Schein erstrahlen. Doch tief in mir, regt sich eine Unruhe, die ich mir nicht erklären kann.
Mein dunkelgrünes Kleid, perfekt geschnitten und aus fließendem Stoff, soll mir das Gefühl geben schön zu sein. Gerade fühlt es sich eher nach einer Maskerade an. Die Träger betonen meine Schultern, der Rücken ist fast komplett frei, während die High Heels mit ihren silbernen Riemchen mir das Gefühl gaben zu schweben.
Maria hatte wieder ganze Arbeit geleistet. Meine Augen verweilen weiter auf dem Spiegelbild, als würde es mir eine Antwort darauf geben, was mich innerlich so unruhig sein lies. Das Ziehen in meiner Brust, war mein Begleiter geworden. Doch heute war es anders.
„Du siehst umwerfend aus. Was ist los? Du solltest strahlen.", tritt sie näher.
„Ich weiß nicht. Ich habe da dieses Gefühl, als ob...Vergiss es.", zwang ich mich zu einem halbherzigen Lächeln und schüttelte dann aber den Kopf.
Vasca hakt nach, nimmt meine Hand und spürt das Zittern in meinen Fingern. Ihr Blick ist wach und droht mich zu durchbohren.
„Glaubst du, Lorenzo hat dich aus einem bestimmten Grund gebeten, hinzugehen?"
„Er meinte, er hätte keine Zeit", antwortete ich, doch Vasca hob skeptisch eine Augenbraue.
„Und du glaubst, das ist der einzige Grund?"
„Vielleicht. Vielleicht auch nicht.", seufze ich.
Ich wusste, dass Lorenzo nichts ohne Grund tat. Er ist jemand, der irgendwie immer noch einen Plan hat.
Ein Klopfen an der Türe lässt Vasca und mich aufsehen. Tolya tritt ein, sein Smoking sitzt wie eine zweite Haut. Er wirkt nun nichtmehr so hart wie sonst. Rein Optisch, könnte er ein wohlhabender Oligarch sein. Seine Körperhaltung lässt darauf schließen, dass er gerade nicht sonderlich zufrieden ist.
„Em, ich muss dir leider etwas sagen. Lorenzo hat mich gerade angerufen."
Ich werfe einen kurzen Blick zu Vasca, bevor ich mich erneut zu Tolya wende. Ein kalter Schauer läuft mir den Rücken hinunter.
„Caleb wird dich hier mit der Limousine abholen."
„Ich wusste es.", entfährt es mir.
Mein Atem stockt. Einen Moment lang steht meine Welt still- Caleb, der Mann, der mein Herz in tausend Stücke zerfetzt hat. Der mich ohne Vorwarnung einfach verlassen hat. Unser letztes Gespräch endete im Auto, mit den Worten Fick Dich. Und nun soll ich mit ihm einen Galaabend lang, so tun als wäre alles in bester Ordnung? Ich habe keine Wahl und ich will auch Lorenzo nicht enttäuschen.
-
In der Limousine ist die Spannung zwischen Caleb und mit greifbar. Nichts ist mehr von dem betrunkenen Mann zu sehen, den ich vor wenigen Tagen nach seinem Unfall heim gefahren habe.
Der Smoking sitzt wie eine zweite Haut und lässt darunter die Muskeln vermuten. Frisch rasiert und die Haare wie gewohnt gestylt. Das Einstecktuch an seiner Brust, hatte dieselbe Farbe wie mein Kleid. Es war von Lorenzo geplant. Er wusste es von Anfang an. Sein Duft steigt mir in die Nase und legt sich um mich, wie eine bittere Erinnerung. Mehr als ein kleines Hallo kommt nicht über unsere Lippen.
Miguel stoppt die Limousine und Caleb flüchtet fast heraus. Miguel öffnet die Türe und ein kühler Luftzug streift meine Haut. Langsam hebe ich meinen Blick und erfasse die Umgebung. Caleb ist bereits ausgestiegen und streicht seinen Smoking glatt.
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Parisi - Back To Him
RomanceAls Emilia Katalina siebzehn war, wurde ihr Leben auf eine brutale Weise verändert. Ihr Vater versprach sie an den Mafiosi Sohn Luan Jasiel Cortez. Vier Jahre lang musste sie an seiner Seite leben. Ein Leben zwischen physischer und psychischer Gewal...
