Caleb
Der schwarze SUV rollt über die schmale, holprige Straße, weg von der Stadt, tiefer in die abgelegene Landschaft. Der Mittag liegt schwer über dem Treffpunkt, und nur das grelle Licht der Sonne taucht die ranzige Lagerhalle in ein gespenstisches Leuchten.
Ich sitze auf der Rückbank, mein Blick starrt in das blendende Licht, während meine Gedanken wie Unkraut in mir wuchern. Jede Erinnerung an vergangene Kämpfe, jeder Zweifel an meiner Macht, vermischt sich mit der drückenden Hitze des Tages.
Neben mir sitzt Mario, der zwar nichts sagt, doch seine Anspannung spricht Bände. Vor uns im Wagen sitzen zwei Wachen, schweigsam, die Hände fest um die Griffe ihrer Waffen gelegt. Ich spüre die ernste Präsenz der Männer, die mir Loyalität und zugleich eine unausgesprochene Warnung vermitteln – hier wird kein Fehler geduldet.
„Wir hätten ihn woanders treffen sollen," murmelt Mario schließlich leise.
„Dieser Bastard will sich nur aufspielen," fügt er hinzu, und ich höre, wie seine Worte mit einer bitteren Note in mir widerhallen.
Meine Finger trommeln ungeduldig auf meinem Knie. Ich spüre, wie mein Herz schneller schlägt, während ich das blendende Licht betrachte, das uns umgibt – ein Spiegelbild meiner inneren Unruhe. In meinem Innersten brodelt die Überzeugung.
„Er glaubt, er hat die Oberhand. Aber das hier ist immer noch meine Stadt."
Der Wagen hält abrupt, und ich steige aus, gefolgt von Mario und den beiden Wachen. Vor der ranzigen Lagerhalle, deren Mauern von der Zeit gezeichnet sind, steht bereits der Mann, den wir treffen sollen - Angelo Ricci. Er ist ein schmieriger, aufstrebender Mafioso, der es liebt, seine Chance zu nutzen und meine vermeintlich geschwächte Position auszunutzen.
Angelo lehnt lässig an seinem glänzenden Wagen, eine teure Zigarre locker in der Hand. Sein überhebliches Grinsen breitet sich aus, als er mich mustert. Ich spüre, wie sich in mir ein kalter Zorn aufbaut, während ich seine arrogante Erscheinung betrachte.
„Ah, Caleb Parisi höchstpersönlich. Ich habe fast gedacht, du würdest nicht auftauchen," sagt er mit gespielter Begeisterung.
„Ich tauche immer auf, wenn es nötig ist," entgegne ich kalt, während ich einen entschlossenen Schritt auf ihn zu mache.
Angelo schnippt lässig die Asche seiner Zigarre ab, als wäre dies ein beiläufiger Akt. Dann fährt er fort.
„Du solltest aufpassen, Parisi. Die Leute reden. Sie sagen, du hast die Kontrolle verloren. Oder besser gesagt – deine kleine Verlobte hat sie übernommen," fügt er hinzu, und in diesem Moment spüre ich, wie meine Kiefermuskeln sich unwillkürlich zusammenziehen.
„Sprich vorsichtig, Angelo," warne ich mit scharfer Stimme, die in der heißen Mittagsluft verhallt.
„Du kannst mir nicht erzählen, dass du die Lage noch im Griff hast. Emilia hat in den letzten Monaten alles getan, um deinen Namen durch den Dreck zu ziehen. Sie hat Menschen getötet, Pakte geschlossen und – mein persönlicher Favorit – deinen eigenen Status untergraben. Früher hatten die Leute Respekt vor dir. Jetzt lachen sie hinter deinem Rücken.", doch Angelo lässt sich nicht beirren. Mit einem selbstgefälligen Lächeln fährt er fort.
Er macht eine theatralische Geste, als wolle er mir seine Überlegenheit demonstrieren, und fügt hinzu.
„Weißt du, was mir mehrere Männer gesagt haben? Wenn ich wirklich etwas regeln will, dann soll ich mit Emilia reden. Nicht mit dir."
Einige der Männer um ihn herum brechen in höhnisches Lachen aus, und ich spüre, wie meine Hand sich zur Faust ballt. Jede Faser meines Seins verlangt danach, ihn zum Schweigen zu bringen, ihn zu bestrafen für seine spöttischen Worte. Doch ich belehre mich selbst eines besseren. Das ist es doch, was er will.
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Parisi - Back To Him
RomanceAls Emilia Katalina siebzehn war, wurde ihr Leben auf eine brutale Weise verändert. Ihr Vater versprach sie an den Mafiosi Sohn Luan Jasiel Cortez. Vier Jahre lang musste sie an seiner Seite leben. Ein Leben zwischen physischer und psychischer Gewal...
