Zwei Jahre später
Emilia
Die untergehende Sonne taucht das Anwesen in einen warmen, goldenen Schein, während eine sanfte Sommerbrise durch die offenen Fenster weht. Die Luft ist erfüllt von dem Duft von Lavendel und Rosen, die sich an den Steinmauern des Gartens entlangranken.
Ich stehe barfuß auf der Terrasse und lasse meinen Blick über das Grundstück schweifen. Es ist ein friedlicher Abend, der Himmel in sanfte Pastellfarben getaucht, während das entfernte Zirpen der Grillen die Stille durchbricht. Doch so sehr ich diesen Moment der Ruhe genieße – es ist das leise Lachen aus dem Haus, das mein Herz schneller schlagen lässt.
Ich drehe mich um und trete ins Wohnzimmer. Das warme Licht der Deckenlampen lässt die dunklen Holzbalken über uns weicher wirken und inmitten dieser vertrauten Szenerie sitzt Caleb auf dem Teppich, die Ärmel seines Hemdes hochgekrempelt, während er sich mit unserer Tochter beschäftigt.
Aurora
Sie ist gerade ein Jahr alt geworden, aber ihr Wille ist schon jetzt genauso stark wie der ihres Vaters. Ihr dunkles Haar – wild gelockt wie seins – wippt auf und ab, als sie sich kichernd an Calebs Arm klammert. Ihr Lachen ist kristallklar, voller Freude und Leben, während sie versucht, seiner großen Hand zu entkommen.
„Das ist kein Spielzeug, piccola," murmelt Caleb sanft und hebt eine Braue, als sie sich aus seinem Griff windet.
Doch Sofia ist schnell. Mit einem triumphierenden Quietschen schafft sie es, sich auf ihre wackeligen Beine zu ziehen, bevor sie loswackelt, so stolz auf ihren kleinen Sieg, dass sie kurz innehalten muss, um in die Hände zu klatschen.
Ich lehne mich gegen den Türrahmen und beobachte sie mit einem Lächeln. Mein Herz ist voller Liebe für diese kleine, lebendige Seele, die unser Leben auf den Kopf gestellt hat – in der besten Art und Weise.
Caleb hebt den Kopf, seine braunen Augen fangen meine ein. Sie sind warm, voller Leben, voller Liebe.
„Sie ist genauso stur wie du.", sagt er trocken, aber mit einem Hauch von Stolz in der Stimme.
„Und genauso ungeduldig wie du.", verschränke ich die Arme vor der Brust.
Sein Mundwinkel zuckt, doch bevor er antworten kann, ertönt eine wohlbekannte Stimme vom Türrahmen.
„Unerschrocken und klug – genau wie ihre Großmutter.", lächelt Giulia, die gerade das Wohnzimmer betritt.
Sie tritt mit eleganten Schritten ins Zimmer, ihr dunkelblondes Haar in einer lockeren Hochsteckfrisur, während ihr olivgrünes Kleid sanft um ihre schlanke Silhouette fließt. Sie sieht aus, als wäre sie direkt einem alten italienischen Gemälde entsprungen, ihre Haltung aufrecht, ihre Präsenz mühelos anmutig.
Doch das Strahlen in ihren Augen, als sie Sofia sieht, macht sie weicher.
„Mia cara. Willst du mit Nonna nach draußen kommen?",murmelt sie liebevoll und beugt sich zu unserer Tochter hinunter.
Sofia dreht sich sofort zu ihr um, ihr kleines Gesicht erhellt von Freude. „Nonna!" ruft sie begeistert und streckt ihr die Ärmchen entgegen.
Caleb und ich beobachten, wie Giulia sie sanft in ihre Arme nimmt. Sie drückt einen Kuss auf Sofias dunkle Locken, bevor sie mit ihr in Richtung Terrasse verschwindet. Für einen Moment bleibt es still im Raum.
Ein tiefer Atemzug entfährt mir, als ich mich langsam auf den Teppich sinken lasse, genau neben Caleb. Die Stille fühlt sich fast ungewohnt an, nachdem unser Leben sich in den letzten zwei Jahren in einem konstanten Strudel aus Lachen, Liebe und Chaos befunden hat.
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Parisi - Back To Him
RomanceAls Emilia Katalina siebzehn war, wurde ihr Leben auf eine brutale Weise verändert. Ihr Vater versprach sie an den Mafiosi Sohn Luan Jasiel Cortez. Vier Jahre lang musste sie an seiner Seite leben. Ein Leben zwischen physischer und psychischer Gewal...
