Sannas Sicht
Da Samu am nächsten Morgen immer noch nicht zu Hause war und sich auch noch nicht bei Seija gemeldet hatte, was ihm überhaupt nicht ähnlich sah, beschloss ich ihn selber suchen zu gehen! Ich wusste von Mikko her, dass er bei keinem der Jungs gewesen war und so machte ich mir doch schon ziemlich große Sorgen um ihn! „Sanna ich möchte mitkommen!" Seija kam mit ihrem Mantel in der Hand die Treppe nach unten und sah mich ängstlich an. „Hältst du das für eine gute Idee? Du bist hochSchwanger und Aufregung ist nicht gut für dich!" Leicht drückte ich ihre Schulter. „Wenn ich weiter hier rumsitze, dann ist es erstrecht nicht gut!" Seija zog sich ihren Mantel an und lief nach draußen zu meinem Auto. „Genauso stur wie mein Bruder!" Murmelte ich leise und sah meine Mutter unsicher an. „Nimm sie mit, ich warte hier mit den Kindern, falls er sich hier zuerst meldet, rufe ich euch sofort an!" Ich nickte und nahm meine Mutter kurz in den Arm. „SANNA!" Hörte ich Jonne von draußen brüllen und rannte mit meiner Mutter sofort nach draußen. Seija lehnte keuchend am Auto, ich sah von Jonne zu meiner Mutter und war kurz darauf bei Seija. „Ich glaube, ich muss ins Krankenhaus!" Keuchte Seija und schrie erneut vor Schmerzen auf. „Das glaube ich auch! Jonne setz dich zu deiner Mutter nach hinten!" Er sah mich ängstlich an und rührte sich nicht vom Fleck. „Enkeli du brauchst keine Angst zu haben, du wirst nur gerade erneut großer Bruder!" Eve hatte Tränen in den Augen und strich Jonne kurz über den Rücken. „Seija du musst versuchen einzusteigen, bis der Krankenwagen hier ist, dauert zu lange!" Sie nickte und legte sich hinten auf den Rücksitz, Jonne stieg ebenfalls ein, so dass Seija ihren Kopf auf seinen Schoß legen konnte. „Mama bitte melde dich, falls Samu hier aufkreuzt!" Meine Mutter nickte, ehe sie zu den Kindern zurück ins Haus lief.
Ich versuchte mich ein wenig an das Tempolimit zu halten, damit wir nicht von der Polizei angehalten wurden, was bei Seijas Wehen, die in immer kürzeren Abständen kamen, nicht gerade einfach war! „Seija bitte halte durch, wir sind fast da!" Bei einer Ampel, die gerade auf Gelb umschaltete, gab ich noch einmal mehr Gas und fuhr anschließend mit quietschenden Reifen auf dem Parkplatz vom Krankenhaus. Ich hielt vor der Tür der Notaufnahme, sprang aus dem Auto und öffnete Seija die Tür. „Hey, sie dürfen da nicht stehen bleiben!" Rief eine Schwester in meiner Nähe. „Doch ansonsten kommen die Babys in meinem Auto auf die Welt und das möchte ich gerne vermeiden!" Seija keuchte, als sie aus dem Auto stieg und hielt sich kurz darauf am Auto fest. „Sanna ich kann nicht laufen!" Auf ihrer Stirn waren Schweißperlen, ich wusste das es nicht mehr lange dauern würde und hoffte, dass mein Bruder sich endlich bei uns melden würde. „Hier setzen sie sich!" Die Schwester von eben kam mit einem Rollstuhl zurück und eilte, nachdem Seija sich gesetzt hatte ins Innere des Gebäudes. Seija verzog erneut das Gesicht und krallte sich an meinem Arm fest. „Samuu ..." keuchte sie, was mich leicht verwirrte. „Ich bin es, Sanna!" Seija schüttelte heftig den Kopf und versuchte aufzustehen. „Samuu!" Sie zeigte an mir vorbei und keuchte erneut, sofort drehte ich mich um und sah meinen Bruder bewusstlos in einer Heizdecke liegen. „Oh Gott!" Mit zwei Schritten war ich an seinem Bett und erschrak, als ich die vielen Schnitte in seinem Gesicht sah. „Samu, kannst du mich hören?" Ich strich ihm ein paar Harrsträhnen aus dem Gesicht und spürte die Tränen über meine Wangen laufen. „Darf ich fragen, wer sie sind?" Ein Arzt blieb neben mich stehen und sah mich mit gerunzelter Stirn an. „Seine Schwester, das ist sein Sohn und seine Frau ist auch hier!" Ich drehte mich um, konnte Seija aber nirgends sehen. „Sie wurde gerade in den Kreißsaal geschoben!" Jonna flüsterte und wischte sich seine Tränen aus dem Gesicht. „Was ist mit ihm passiert?" Jonne sah den Arzt an, dieser seufzte leise und sah uns immer noch mit gerunzelter Stirn an. „Bitte, wenn es sein muss!" Ich holte meinen Ausweis aus der Tasche und hielt ihn den Arzt vors Gesicht, Jonne öffnete seine Bildergalerie und zeigte ein Bild nach dem anderen, wo er mit Samu drauf zu sehen war. „Ja, okay, ich habe verstanden! Herr Haber hatte einen Autounfall und wurde heute Morgen total unterkühlt auf einem Feld gefunden! Er hat wohl mehr als einen Schutzengel gehabt, außer Prellungen und ein paar Knochenbrüche hat er nichts weiter abbekommen!" Jonne und ich atmeten erleichtert aus und fielen uns um den Hals. „Wir müssen ihn aber zur Beobachtung noch hier behalten!" Dankbar nickte ich und schüttelte dem Arzt heftig die Hand. „Können sie meinen Vater zu meiner Mutter aufs Zimmer stellen? Er wird doch heute Vater und verpasst schon die Geburt!" Der Arzt nickte. „Ich denke, das geht klar!" Jonne fiel ihm um den Hals und drückte den Arzt an sich. Der Arzt lächelte schwach und drückte Jonne ebenfalls an sich. „Ich sage einer Schwester gleich Bescheid, die wird ihm dann aufs Zimmer schieben!" Ich nickte und drehte mich wieder zu meinem Bruder um. „Samu kannst du mich hören?" Erneut strich ich ihm über den Kopf. Jonne nahm vorsichtig seine Hand und fing erneut an zu weinen. „Wo ... Wo bin ich ..." Hörte ich meinen Bruder leise flüstern, er drückte Jonnes Hand, was mich kurz lächeln ließ. „Du bist im Krankenhaus, du hattest einen Autounfall gehabt!" Ich strich weiterhin über seine Stirn. „Seija, was ist mit Seija?" Samu öffnete langsam seine Augen und blinzelte mich an. „Keine Sorge, ihr geht es gut!" Jonne hielt sich Samus Hand an seine Wange, was meinen Bruder leicht lächeln ließ. „Du wirst gleich zu ihr aufs Zimmer gebracht, sie ..." Unsicher, ob ich ihm das jetzt schon sagen sollte, sah ich zu Jonne. „Meine Geschwister wollten nicht länger warten, Mama bringt gerade die kleinen auf die Welt!" Samu sah seinen Sohn mit großen Augen an und wollte aufstehen. „Oh Paska, tut das weh!" Fluchte er und ließ sich wieder nach hinten fallen. „Die Ärzte bringen dich gleich zu Seija aufs Zimmer! Ich gehe eben Oma anrufen, damit sie sich nicht weiter Sorgen macht!" Ich nickte, Jonne legte Samus Arm vorsichtig aufs Bett und lief mit seinem Handy in der Hand nach draußen. „Meinst du, dass sie dich zu Seija lassen? Sie muss wissen, dass es mir na ja einigermaßen gut geht!" Da ich es nicht wusste, zuckte ich mit den Schultern und sah die Schwester von vorhin über den Gang laufen. „Ich kann es versuchen!" Murmelte ich und lief zu der Schwester. „Wie geht es meiner Schwägerin?" Sie lächelte mich an. „Sie ist zwar etwas erschöpft, aber ansonsten geht es ihr gut, die Kleinen hatten es ziemlich eilig gehabt!" Ich lächelte dankbar, als die Frau auf eine Tür zeigte. „Danke!" Flüsterte ich, klopfte kurz und öffnete die Tür. „Sanna, was ist mit Samu?!" Seija lag auf der Liege und sah mich an. „Der wird wieder, ich soll dir ausrichten, dass es ihm gut geht und er bald wieder der Alte sein wird! Er hatte einen Autounfall gehabt und wurde erst heute Morgen gefunden!" Seija brach in Tränen aus, ich nahm ihre Hand und drückte sie leicht. „Ihr bekommt ein Doppel Zimmer!" Murmelte ich und wischte Seija die Tränen aus dem Gesicht.
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FanfictionFortsetzung von Dieser eine Augenblick Neun Jahre war es her das Samu und Seija geheiratet hatten und die beiden noch drei weitere Kinder bekommen hatten. Während Riku sich bei keinem gemeldet hatte, hatte seine Ex Freundin und Seijas gute Freundin...
