Mikkos Sicht
Ich bin Manager. Heißt: Ich regel Scheiße, bevor sie passiert! Verträge. Termine. Presseanfragen: „Wie geht es Samu Haber?" Meine Antwort ist immer die gleiche! „Er kämpft!" Aber heute bin ich nicht Manager. Heute bin ich Mikko, sein bester Freund, seit der ersten Stunde, als wir uns kennengelernt haben! Ich wusste, dass wenn Samu endlich aus dem Krankenhaus kommt, braucht er trotzdem noch Ruhe und endlich seine Privatsphäre! Mit zwei weiteren Kindern wurde es selbst bei Eve dann doch etwas eng, auch wenn sie ihre Lieben gerne um sich hat! Also habe ich mir den Arsch aufgerissen und mir sämtliche Häuser angesehen! Und was soll ich sagen, wenn man sich vierzehn Häuser ansieht und dreizehn davon Schrott waren, hat sich das Ganze am Ende dann doch gelohnt! Mit schlüssel in der Hand stand ich vor dem Haus und habe geheult! Es war ein typisches Holzhaus, so wie Seija es mag, mit vielen Zimmern und einen riesengroßen Garten für die Kinder! Ich atmete ein paar Mal tief durch, bevor ich zu meinem Auto lief und zur Reha fuhr. Um 16.30 Uhr kam ich bei der Klinik an, ich parkte meinen Wagen und stieg aus. An der Info erfuhr ich, dass Samu im Physio Raum war. „Herr Haber bereit?" Physiotherapeutin Lina stand vor Samu und sah ihn fragend an. Er hatte einen Jogginganzug an, war Blass und hatte einiges abgenommen. Aber er war am Leben und nur das alleine zählte! „Drei Schritte!" Sagte Lina. „Nur drei!" Santtu stand daneben und hatte seine Arme verschränkt. „Du schaffst vier! Aus Prinzip!" Seija saß auf der Bank, sie war ebenfalls Blass und sah ziemlich müde aus. Samu sah mich an, als ich an der Tür lehnte. „Mikko, schön das es dich auch noch gibt! Kannst du mir bitte erklären, wieso du so blöd grinst?" Ich lief zu Samu, nahm ihn kurz in den Arm und sah ihn danach wieder breit grinsend an. „Ja, sorry du weißt das es eigentlich nicht meine Absicht ist, dich so lange alleine zu lassen, aber ich dachte das du erst mal Ruhe brauchst und außerdem habe ich ein Haus für euch gefunden!" Alle drei sahen mich mit weit aufgerissenen Augen an. „Was für ein Haus?", fragte er mit gerunzelter Stirn. „Ein Haus, groß genug für euch alle, mit großem Garten und typisch skandinavisch! Es könnte euch gehören, wenn ihr wollt!" er starrte mich mit offenem Mund an, brachte aber kein einziges Wort über seine Lippen. „Drei Schritte!" Unterbrach uns Lina. „Danach könnt ihr euch gerne über Häuser unterhalten!"
Samus Sicht
Seit drei Wochen hasste ich diese dämlichen Krücken! Aber heute stand Mikko da und hatte Tränen in den Augen. Ein Haus! Endlich! Ich konnte endlich wieder in Boxershorts durchs Haus laufen, konnte, wenn das alles vorbei war, mit meinen Kindern toben, wann ich wollte und hatte endlich wieder meine Zweisamkeit mit meiner geliebten Seija! „Okay", sagte ich, „Drei Schritte!" Links. Krücke. Rechts. Bein. Es zittert, aber es geht. Links. Krücke. Mir lief der Schweiß von der Stirn, aber ich wollte wieder laufen, ohne Probleme, ohne Krücken! „Atmen Samu", sagte Seija leise. Eins, zwei, drei, vier und aus. Beim zweiten Schritt gab mein Knie nach, ich konnte mich gerade noch an meinem Bruder festhalten. Dritter Schritt und ich stand! „Fertig!" Keuchte ich. „Mehr nicht!" „Falsch!" Sagte Mikko, worauf ich ihn ziemlich verwirrt ansah. „Du hast gerade drei Schritte in dein neues Haus gemacht!" Ich strahlte ihn an und wurde kurz darauf von ihm in die Arme gezogen. Die anderen ließen uns alleine, Seija brachte die Babys ins Bett und Santtu wollte mit den anderen Kindern irgendwas unternehmen. Wir setzten uns auf die Stühle, die in unserer Nähe standen. „Das ist kein Mitleid!" Sagte Mikko und reichte mir einen Schlüssel. „Ich habe die Anzahlung von meinem Geld bezahlt, du gibst es mir wieder zurück, wenn du wieder auf der Bühne stehst! Und du streichst die Wand in meinem Büro, wenn du wieder stehst!" Ich nahm den Schlüssel und drückte ihn leicht an mich. „Warum?" Mikko wuschelte mir durch die Haare und lächelte mich an. „Weil du mein bester Freund bist!" Antwortete er. Ich lachte kurz und fuhr mir anschließend durch die Haare. „Du Arsch!" „Dein Arsch", kam es von Mikko. „Für immer!" Ich lächelte, wurde danach aber ernst. „Was, wenn ich nicht mehr laufen kann? Was, wenn drei Schritte alles sind?" Mikko sah mich an und legte mir seine Hand auf die Schulter. „Dann hast du ein Haus mit acht Kindern, die dich im Rollstuhl durch den Garten schieben. Du hast eine wundervolle Ehefrau, die sich auch dann weiterhin um dich kümmern wird. Und ich baue dir eine Rampe, damit du auch alleine in den Garten kannst!" Ich nickte, einmal und schluckte. „Zeig mir Fotos!" Mikko lächelte kurz, stand auf und hielt mir seine Hand hin. „Dazu müssten wir auf dein Zimmer gehen, Seija möchte das Haus bestimmt auch sehen!" Ich nickte, nahm seine Hand, damit er mich vom Stuhl hochziehen konnte. Danach nahm ich meine Krücken und lief mit Mikko langsam zu meinem Zimmer. Wir liefen ins Zimmer, ich ließ mich aufs Bett fallen und schmiss die Krücken in die Ecke. „So, Familienkonferenz 2.0!" Sagte Mikko, zog sein Handy aus der Tasche und zeigte uns das Haus. Es war groß, mit großen Fenstern und einem schönen großen Garten für die Kinder. Außerdem hatte es einen offenen Grundriss, was mich am meisten freute. Ich sah von dem Handy zu meiner Frau und lächelte sie an. „Wir ziehen um, sobald ich entlassen werde!" Seija lächelte mich an und fiel Mikko anschließend um den Hals. „Danke!" Flüsterte sie. „Das mache ich gerne!" Er drückte Seija fest an sich.
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Fan-FictionFortsetzung von Dieser eine Augenblick Neun Jahre war es her das Samu und Seija geheiratet hatten und die beiden noch drei weitere Kinder bekommen hatten. Während Riku sich bei keinem gemeldet hatte, hatte seine Ex Freundin und Seijas gute Freundin...
