Kapitel 78

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Seijas Sicht

Müde saß ich auf meinem Bett und starrte an die Wand, ich vermisste meinen Mann und meinen Sohn jetzt schon total! Seufzend sah ich auf das Bild, was auf dem Nachttisch stand, mir fehlte meine Heimat, meine Freunde und vor allem Eve! Ich wusste, das, wenn ich je wieder nach Hause wollte, musste ich mich der Vergangenheit stellen! Fest entschlossen stand ich auf und lief zur Kommode, auch wenn mir nicht ganz so wohl damit war, nahm ich mir vor den Brief von Riku zu lesen! Ich öffnete die Schublade, nahm den Brief in die Hand und atmete tief durch, bevor ich mich damit aufs Bett setzte.
Langsam öffnete ich den Umschlag, zog den Brief raus und faltete ihn vorsichtig auseinander.

Liebe Seija,
wenn Du das hier liest, wird mein tot nicht umsonst gewesen sein!
Ich kann das, was ich Dir angetan habe nie wieder gut machen, aber bitte glaube mir, das alles tut mir unendlich leid! Es tut mir auch im Herzen weh, das ich Dir das alles angetan habe, wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, dann würde ich es sofort tun! Seija bitte glaube mir, das ich Dir niemals weh tun wollte, ich habe Dich und Jonne geliebt, aber ich war zu egoistisch und habe selbst alles kaputt gemacht! Ich hatte auf ein neues Leben in Kanada gehofft, aber ich habe mir dort erneut selbst alles kaputt gemacht!
Außer den täglichen Alkohol habe ich zu Drogen gegriffen und bin dadurch komplett abgestürzt! Ich habe Dich die ganze Zeit über noch immer geliebt und habe zu immer härteren Drogen gegriffen, nur um Dich zu vergessen!
Ich habe versucht einen Entzug zu machen, aber die Ärzte habe bei mir eine Dissoziale Persönlichkeitsstörung festgestellt und so bin ich aus der Klinik geflohen und habe erneut zu Drogen gegriffen! Ich wollte in meiner Heimat von vorne beginnen, aber als ich Dich mit Samu gesehen habe, da habe ich rot gesehen, was keine Entschuldigung dafür ist, was ich Dir angetan habe!
Ich werde dem ganzen aber ein Ende setzten, damit Du ohne Angst über die Straße gehen kannst! Ich weiß nicht, ob Du das Erbe annehmen wirst und ich weiß auch, dass ich damit nichts wiedergutmachen kann, aber bitte glaube mir, dass ich Dir nie etwas Böses antun wollte! Kannst Du Jonne bitte sagen, dass ich das ganze nie gewollt habe? Er wird nie wieder mit mir sprechen, aber Samu ist bestimmt ein toller Vater und liebt ihn wie sein eigenes Kind?! Ich wüsche Dir und Samu viel Kraft und auch viel Glück für Euer restliches Leben, er ist ein toller Mensch und hat Dich verdient!
Ich werde Euch vermissen!
Riku

Immer wieder las ich die Zeilen von Riku durch und spürte die Tränen über meine Wangen laufen, wieso hatte er sich nicht gemeldet bei Samu oder Mikko, dann hätten sie ihm bestimmt helfen können?! Ich faltete den Brief wieder zusammen, nahm mein Handy in die Hand und wählte die Nummer von Liisa, ich musste jetzt dringend mit jemanden sprechen! „Hey Seija schön, dass du anrufst!" Meldete sie sich nach kurzen Freizeichen zu Wort. „Ich habe den Brief von Riku gelesen!" Murmelte ich und wischte mir die Tränen aus dem Gesicht. „Was? Moment bleib kurz dran!" Ich hörte Stimmengewirr und kurz darauf fiel eine Tür ins Schloss. „So jetzt können wir reden!" Leise seufzte ich, stand auf und begann auf und ab zu laufen. „Liisa hast du gewusst, das er Drogen genommen hat?" Sie seufzte am anderen Ende. „Ja Mikko hat davon erfahren ... Ich verstehe nicht, wieso er sich bei niemandem gemeldet hat, wir hätten ihm doch helfen können!" Langsam lief ich zum Fenster und sah in die Ferne. „So wie im Brief steht, hat er mich noch immer geliebt ... Die Ärzte haben bei ihm wohl Dissoziale Persönlichkeit festgestellt, was wohl zu diesem Aggressive Verhalten passt!" Liisa schwieg, ich wusste das sie genauso geschockt war wie ich! „Ich möchte wieder zurück in meine Heimat, auch wenn es vielleicht noch zu früh ist und das ganze vielleicht alles wieder hoch kommt, aber durch diesen Brief habe ich ein ganz anderes Bild von Riku, auch wenn ich die Vergewaltigung nie vergessen kann!" Liisa atmete hörbar aus und kurz darauf hörte ich eine Männerstimme. „Paska hat man noch nicht mal beim Telefonieren seine Ruhe!" Hörte ich sie fluchen und fing an zu lachen. „Okay, melde dich wenn die Männer nicht im Haus sind!" Liisa musste ebenfalls lachen. „Mach ich!" Sagte sie, bevor sie auflegte. Ich steckte mein Handy in die Hose und lief nach unten. „Mama ist alles in Ordnung?" Aira sah mich fragend an, was mich ein wenig lächeln ließ. „Ja mein Enkeli, ich vermisse nur dein Vater und dein Bruder!" Ich strich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht und hob sie auf meinen Arm. „Ja, ich auch! Mama, wann fahren wir wieder nach Hause?" Ich seufzte leise und setzte mich zusammen mit meiner Tochter auf die Couch „Das weiß ich leider noch nicht, aber ich denke mal das wir ganz bald nach Hause fahren werden!" Aira kuschelte sich an mich, was mich noch mehr lächeln ließ. „Ich vermisse Oma ...", murmelte sie leise. „Ich weiß, aber sobald wir wieder in Finnland sind, kannst du sie jeden Tag besuchen, das verspreche ich dir!" Ich drückte sie an mich und war so stolz auf meine Familie.

You are mine Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt