Seijas Sicht
Nervös saß ich im Wohnzimmer auf der Couch und versuchte Samu zum hundertsten Mal anzurufen, wieso zur Hölle hob er nicht ab? „Süße, er wird bestimmt gleich hier sein!" Sanna setzte sich neben mich und sah mich mit einem besorgten Blick an. „Aber müsste er nicht schon längst hier sein, wenn er nur etwas besorgen wollte? Wir haben gleich einundzwanzig Uhr und wieso geht er nicht an sein Handy?" Ich sah meine Schwägerin an, aber sie konnte mir meine Frage auch nicht beantworten. „Seijas, bitte beruhige dich, Aufregung ist nicht gut für dich und auch nicht für die Babys!" Eve kam zu uns ins Wohnzimmer und sah mich genauso besorgt an, wie Sanna es tat. Leise seufzend stand ich auf und lief zum Fenster, ich sah in die Dunkelheit und spürte die ersten Tränen über meine Wangen laufen. Hatte es damals nicht bei Riku und Michelle genauso angefangen? Was ist, wenn es jetzt wieder genauso war?! „Was ist ... Was ist, wenn Samu eine andere Frau hat?" Eve schüttelte heftig den Kopf und zog mich in ihre Arme. „Das meine liebe hat er ganz bestimmt nicht!" Ich löste mich ein wenig von Eve und sah sie an. „Aber, es hat damals bei Riku und Michelle ganz genauso angefangen!" Murmelte ich leise. „Seija mein Bruder liebt dich von ganzem Herzen, so wie er sich um dich sorgt, wie er dich ansieht, das hat er früher noch nie bei einem Mädchen gemacht!" Sanna kam zu uns ans Fenster und sah mich direkt an. „Ich müsste mich schon schwer in meinem Bruder täuschen, wenn er dir nach so langer Zeit wie er mit dir zusammen ist, fremd geht!" Eve wischte mir meine Tränen aus dem Gesicht und zog mich wieder in ihre Arme. „Seija mein Sohn liebt dich wirklich von ganzem Herzen, das weiß ich!" Ich spürte wieder neue Tränen und wusste, dass ich mich beruhigen musste! „Ich versuche es mal bei Mikko, vielleicht ist er doch wieder zu ihm gefahren!" Sanna zog ihr Handy aus der Hosentasche und setzte sich wieder auf die Couch. „Hey Mikko, Sanna hier ist mein Bruder bei dir?" Hörte ich sie sagen und löste mich von Eve. „Ne, er ist noch nicht hier! Seija hat es schon mehrfach auf seinem Handy versucht, aber er geht einfach nicht ran." Ich setzte mich neben sie auf die Couch und sah sie nun eindringlich an, aber sie schüttelte den Kopf, was mich erneut seufzen ließ. Eve sah auf die Uhr und anschließend aus dem Fenster. „Hoffentlich ist ihm nichts passiert!" Murmelte sie leise. „Bitte nicht!" Keuchte ich und spürte Sannas Hand auf meiner Schulter. „Seija bitte mach dich nicht verrückt, Mikko ruft bei den Jungs an, vielleicht ist er Dörte und hat nur die Zeit vergessen!" Ich nickte und sah erneut auf die Uhr. „Du wirst sehen, er wird bestimmt gleich hier auftauchen, mit einer Liste neuer Lieder!" Schwach lächelte ich und hoffte, dass sie recht hatte. „Mama ist Paps noch nicht zu Hause?" Jonne kam ins Wohnzimmer und sah uns etwas verwirrt an. „Nein, wir warten auch schon, aber er wird bestimmt gleich da sein!" Jonne nickte schwach und sah ebenfalls Richtung Uhr. „Es ist gleich dreiundzwanzig Uhr, das ist komisch!" Ich seufzte erneut und strich sanft über meinen dicken Bauch, als die Babys wild zu treten begannen. „Ich sage ja, du sollst dich nicht verrückt machen!" Sanna sah mich an. „Machst du dir denn gar keine Sorgen? Er geht nicht an sein Handy, ruft nicht zurück, geschweige hat vorher angerufen, dass es etwas später wird!" Sanna sah an mir vorbei aus dem Fenster. „Doch ich mache mir Sorgen, gerade weil er sonst immer Bescheid gesagt hat!" Sie sah mich jetzt direkt an und legte mir ihre Hand auf die Schulter. „Aber ich versuche nicht gleich den Teufel an die Wand zu malen!" Ich atmete tief durch und sah kurz darauf wieder auf die Uhr. „Mom, bitte Paps wird bestimmt gleich hier sein, mit einem tut mir leid ich habe die Zeit vergessen!" Jonne setzte sich neben mich und lehnte seinen Kopf an meine Schulter. „Ich hoffe es!" Flüsterte ich leise und versuchte meine Tränen zurückzuhalten.
Ich hatte keine Ahnung, wie spät es war, als ich wieder wach wurde. Jonne lag neben mir auf der Couch und schlief tief und fest. „Wie spät ist es?" Leise stand ich auf und lief zum Fenster. „Gleich halb drei!" Sanna starrte in die Dunkelheit, sah mich aber kurz darauf an. „Sanna, das sieht deinem Bruder nicht ähnlich, die halbe Nacht wegzubleiben!" Sie nickte und sah wieder in die Dunkelheit. „Aber jetzt losfahren, um ihn zu suchen, bringt auch nichts, im Dunkeln würden wir ihn nicht finden!" Ich fing an zu zittern und fing an zu weinen. „Was ist, wenn wir die Polizei anrufen, vielleicht haben die ihn gefunden?!" Meine Schwägerin zog mich in ihre Arme und drückte mich fest an sich. „Das habe ich vorhin schon getan, aber es wurde kein Unfall gemeldet!" Ich klammerte mich an ihr fest und wusste nicht, wie ich mich beruhigen sollte?! „Was, wenn doch etwas passiert ist? Wie soll ich das den Kindern erklären? Die Babys, Samu freut sich doch so auf die Babys?! Was ..." „Mama, Paps ist nicht tot!" Jonne stand mit Tränenüberströmten Gesicht hinter uns und zitterte genau wie ich am ganzen Körper. Ohne ein Wort zu sagen, zog ich ihn in meine Arme und drückte ihn fest an mich. „Natürlich lebt er, er hat nur die Zeit vergessen!" Flüsterte ich. Sanna legte ihre Arme um mich und Jonne und versprach mir, ihn zu suchen, sobald es hell ist.
DU LIEST GERADE
You are mine
FanfictionFortsetzung von Dieser eine Augenblick Neun Jahre war es her das Samu und Seija geheiratet hatten und die beiden noch drei weitere Kinder bekommen hatten. Während Riku sich bei keinem gemeldet hatte, hatte seine Ex Freundin und Seijas gute Freundin...
