Kapitel 234

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Die Nacht hat Leo mich dann wieder ins Schlafzimmer gelassen. Nachdem ich letzte Nacht also kaum geschlafen habe, ist es die pure Erholung neben meiner Frau einzuschlafen, auch wenn's wenig Nähe für mich gibt. Irgendwann ziemlich früh kommt dann Kilian zu uns ins Bett gekrabbelt, um zu kuscheln. So schlafe zumindest ich direkt nochmal ein. Durch ein paar Sonnenstrahlen, die meine Nase kitzeln wache dann wieder auf. Immer noch mit meiner Frau und meinem Sohn im Bett. Die beiden schlafen allerdings noch friedlich. Leo hat einen entspannten Gesichtsausdruck und lächelt leicht. Kili liegt, genau wie ich auf dem Bauch und seine dunklen Haare stehen, wie meine wahrscheinlich auch, in alle Richtungen ab. Vorsichtig, um die beiden nicht zu wecken, setze ich mich etwas auf und schnappe mir mein Handy. Gerade hab ich etwas Zeit, um endlich mal wieder allen möglichen Freunden zu antworten. Okay, ich schaffe es, drei Leuten zu antworten, dann krabbelt Kilian auf mich rauf. Das ist echt ein Kuschelbär. Aber ich liebe es! Während ich ihm mit einer Hand über den Rücken streichle, tippe ich mit der Anderen eine Antwort an Marco ein.
„Guten Morgen" kommt es dann von Leo neben uns.
„Guten Morgen, Mama."
„Morgen mein Schatz."
Leo stützt sich hoch, um Kili einen Kuss auf die Stirn zu hauchen und als sie sich löst, treffen sich unsere Blicke. Kurz blitzt in ihren etwas auf, sie zwingt sich zu einem leichte Lächeln und setzt sich dann etwas auf.
„Wie spät ist es?" gähnt sie und streckt sich leicht.
„Neun Uhr" antworte ich, meinen Blick die ganze Zeit auf meine Frau gerichtet.
Kilian setzt sich auch langsam etwas auf und streckt sich genau wie seine Mutter.
„Sollen wir mal Frühstück machen?" schmunzle ich und richte ihm etwas die Haare.
„Ich will im Bett bleiben" murmeln die beiden fast zeitgleich.
„Kommt, ausm Bett jetzt."
Kilian werfe ich mir über die Schulter, woraufhin er sofort anfängt zu lachen. Ich stehe auf und halte Leo meine Hand hin. Ich ziehe sie aus dem Bett und in den Flur.
„Ich geh nur schnell nochmal auf Toilette."

Kilian und ich fangen schonmal an den Tisch zu decken. Als Leo zu uns stößt, mustere ich sie unwillkürlich kurz durch.
„Zusammenreißen, Herr Weiß" flüstert sie auf einmal.
Ich schüttle leicht meinen Kopf und sehe sie dann ertappt an.
„Sorry."
Leo dreht sich leicht unsicher zum Kühlschrank um und reicht mir nacheinander alles mögliche raus, damit ich es zum Tisch bringe. Ich helfe Kilian dann dabei, den Apfel zu schneiden, während Leo Kaffee kocht.
Zusammen frühstücken wir entspannt und besprechen, was wir heute machen wollen. Kilian bettelt um einen Besuch im Schwimmbad. Nach langem hin und her, hat er uns dann rumgekriegt. Relativ schnell ist dann auch beschlossene Sache, dass auch Toby mitkommt.
Kilian rennt nach dem Essen dann sofort los, um seine Sachen zu packen, was mich schmunzeln lässt. Leo und ich räumen kurz auf, reden locker miteinander, lachen... bis es an der Tür klingelt. Leo erschrickt extrem und lässt beinahe das Glas fallen.
„Hey, alles gut" flüstere ich und nehme ihr das Glas aus der Hand.
„Toby ist es bestimmt noch nicht, wer soll es sonst sein?"
„Ich gehe schauen und du gehst zu Kilian, okay?"
Leo nickt, wirkt aber immer noch unsicher. Sehr unsicher. Das wiederum versetzt mir einen Stich ins Herz. Vorsichtig gebe ich ihr einen Kuss auf die Stirn, dann gehe ich zur Tür und sie zu Kilian. Ich schaue kurz auf dem Bildschirm und zum Glück ist es einfach nur die Post. Ich nehme das Paket von Amelie, in welchem wahrscheinlich irgendwelche Prototypen drin sind, feuere es ins Arbeitszimmer und gehe dann zu Kilian und Leo.
„War die Post" flüstere ich ihr schnell zu.

Als Toby dann kommt, können wir auch direkt losfahren. Im Auto sitzen mein Schwager und ich vorne, während Leo und Kilian hinten extrem viel lachen. Immer wieder schaue ich ganz kurz in den Rückspiegel, muss ebenfalls leicht lächeln, wenn ich sehe, wie meine liebsten Menschen lachen. Zeitnah parke ich dann vor der Therme, in die wir zusammen gehen.
„Kommst du alleine klar?" frage ich Leo leise, während Kilian Toby schon zu den Männerumkleiden zieht.
„Ja, ich denke schon" nickt sie und geht zu den Frauenumkleiden.
Ich hätte vielleicht doch meine Schwester noch überreden sollen mitzukommen. Als ich Leo nicht mehr sehe, verschwinde auch ich in eine der Umkleiden und ziehe mich schnell um. Vor den Duschen treffe ich Toby mit Kilian an der Hand wieder.
„Wo hast du meine Schwester gelassen?" schmunzelt er.
„Müsste theoretisch auch demnächst hier aufschlagen."
„Sollen wir schonmal reingehen und nen paar Liegen suchen?" zwinkert er Kilian zu.
„Ja, dann warte ich noch auf Leo."
Ich lehne mich einfach an die Fliesenwand und schaue immer mal in die Richtung, aus der Leo theoretisch kommen müsste. Recht bald kommt sie dann auch und bleibt vor mir stehen.
„Toby und Kili?"
„Suchen drinnen nach vier Liegen für uns" murmle ich.
„Ich geh' mich nur schnell abduschen."
Damit dreht sie sich um und ich starre ihr hinterher.

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