Kapitel 280

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Sicht Leo

Während Wincent und Kilian auf dem Weg nach draußen rumtoben, unterhalte ich mich mit Amelie.
„Schon süß, die beiden."
„Vor allem, wenn man bedenkt, dass sie sich damit jetzt so gut austoben, dass es gleich super leicht wird, beide ins Bett zu bringen" schmunzle ich.
Lachend legt sie den Arm um meine Schulter, bis wir bei den Shuttles sind. Wincent lenkt Kilian und mich auf die Rückbank wo unser Sohn auf dem Weg zum Hotel einschläft.
„Willst du ihn oder eure Tasche tragen?" schmunzelt Wincent mich an.
„Ich nehm' die Tasche."
„Wincent, pass da draußen auf, sieht so aus, als wär irgendwie durchgesickert, in welchem Hotel wir sind. Da vorne stehen glaube ein paar Fans" wendet Amelie, die ganz vorne sitzt, sich an uns.
„Und ich vermute mal, dass wir entdeckt worden sind, sie kommen in unsere Richtung" ergänzt Matz.
Wincent ist schon dabei, Kilian seine Kaputzen tief ins Gesicht zu ziehen.
„Nimmst doch eher du ihn? Ich mach' dann wenn's nötig ist, ein paar Fotos mit ihnen, dann könnt ihr schnell rein."
„Okay."
„Leo?"
Ich sehe zu ihm hoch, nur um mir von ihm auch die Kapuze aufsetzen zu lassen.
„Ich pass auf, versprochen."
Ein winziges Lächeln huscht über sein Gesicht, dann küsst er mich kurz und steigt aus. Sofort höre ich, wie jemand aufkreischt und damit ist Kilian jetzt wach.
„Wo ist Papa?" murmelt er.
„Draußen. Komm her, wir gehen schon rein."
Müde nickend schnallt er sich ab, während ich schon aussteige und ihn sofort auf den Arm nehme. Zügig gehe ich mit Amelie und den Jungs rein und sehe nur im Augenwinkel, wie Wincent sich auch von den Mädels verabschiedet und uns zügig hinterher kommt.
„Alles okay?" Ich mustere sein Gesicht genau durch.
„Ja, es nervt mich nur."
Mit einer Hand am Rücken schiebt er uns sofort in den Fahrstuhl. Sobald die Tür zu ist und wir damit außer Sichtweite der Fans sind, entspannt er sich etwas. Kilian ist schon wieder in einem Schlummerzustand und wird langsam wirklich etwas schwer.
„Geht's, soll ich ihn nehmen?"
„Ja bitte."
Wincent nimmt mir Kilian ab und der kuschelt sich instinktiv an seinen Papa ran. Ich merke, wie Wincents Blick prüfend über mich gleitet, Kilian hält er fest im Arm. Auch wenn wir sowieso fast oben sind, schiebe ich meine Hand unter seine Jacke an seinen Rücken und streichle beruhigend darüber. Meine Lippen formen ein stummes „Alles gut" dann öffnet sich die Fahrstuhltür und Wincent nimmt meine freie Hand. Einmal durch den ganzen Flur nach hinten durch, dann schiebt er mich in ein geräumiges Zimmer. Sobald die Tür und die Vorhänge geschlossen sind, atmet Wincent wieder richtig durch.
„Kilian, komm, mach dich bettfertig" flüstere ich ihm zu, woraufhin er müde nickt und mit seinen Sachen im Bad verschwindet. Ich warte, bis er die Tür geschlossen hat, dann nehme ich WIncents Hände.
„Nichts ist passiert. Kilian und ich wurden von den anderen abgeschirmt. Ich hatte ihn die ganze Zeit auf dem Arm, also konnte ihm nichts etwas anhaben."
„Ja, aber wie ist das durchgesickert? Woher wussten die, in welchem Hotel wir sind?"
„Keine Ahnung. Ihr seid nicht erst seid heute hier, vielleicht hat euch einfach schonmal jemand gesehen in den letzten paar Tagen... Wincent, lass dir davon nicht den ganzen Tag ruinieren, ja?"
„Ja..."
Lächelnd ziehe ich ihn am Nacken zu mir runter, um ihm einen sanften Kuss auf die Lippen zu drücken.
„Mama!" ertönt dann der Ruf aus dem Bad, der mich lachen lässt.
„Komme gleich, mein Schatz... Was kann ich machen, damit du dich wieder entspannst?"
Sachte streichle ich über seine angespannten Muskeln.
„Über eine Massage würde ich mich nicht beklagen."
„Bekommst du, sobald Kilian im Bett ist. Jetzt gehe ich erstmal schauen, was er braucht." 

Natürlich erwartet mich im Bad ein kleines Chaos. Was hab ich erwartet, wenn Wincent schon seid einigen Tagen hier haust. Das meiste Chaos stammt allerdings eindeutig von Kilian. Ganz nach dem Motto „Wie der Vater, so der Sohn" hat er seine Sachen einfach an Ort und Stelle liegen gelassen. Ich helfe Kilian dann schnell beim fertigmachen, räume nebenbei ein bisschen auf und verlasse dann mit ihm das Bad.
„Na, fertig fürs Bett?"
Wincent wirkt schon entspannter als eben, aber immer noch etwas mitgenommen. Nachdem wir also unseren Sohn ins Bett gebracht haben, der natürlich direkt eingeschlafen ist, schiebe ich Wincent ins Bad.
„Bettfertig machen und dann bekommst du im Bett deine Massage."
Ich weiß nicht, ob er es überhaupt wirklich mitbekommt, aber seine Schritte beschleunigen sich automatisch. Wir putzen Zähne, er lässt seine Klamotten tatsächlich nicht an Ort und Stelle liegen und während er sich schon ins Bett legt, schminke ich mich ab und führe meine etwas abgespeckte Skincare Routine durch. Als ich dann auch zu ihm ins Bett krabble, öffnet er sofort seine Arme.
„Ich dachte, du wolltest eine Massage."
„Ja... will ich auch... Aber ich will dir die Fotos zeigen, die Mats mir eben geschickt hat."
Ich kuschle mich also in seine Arme und sehe auf sein Handy.
„Hat er die so schnell bearbeitet?"
„Ich arbeite eben mit den besten zusammen... Darf ich das hier posten?"
Das Bild ist unfassbar süß. Er hat die Arme fest um mich geschlungen, während meine an seinem Gesicht liegen. Wir sehen uns an, mich sieht man zwar nur von hinten, aber man kann sich gut denken, dass ich Wincent bestimmt genauso angrinsen muss, wie er mich. Und da dieser Moment nur wenige Stunden her ist, kann ich mich noch genau dran erinnern, dass ich ihn stolz angrinse.
„Das ist wirklich sehr süß... Aber..."
„Das war ein intimer Moment zwischen uns, ja... Ich würde nur gern allen sagen wie sehr ich mich drüber gefreut habe, dass ihr mich überrascht habt."
„Im Internet sind schon intimere Momente von uns gelandet und das Bild ist wirklich verdammt niedlich."
„Ja, vor allem, weil du das hier noch nicht gesehen hast."
Er wischt einmal nacht links und er hatte Recht. Es ist der Moment direkt nachdem er von der Bühne gekommen ist. Kilian hat die Arme um seinen Hals geschlungen und ich meine um seine Taille. Uns ist allen herzlich egal, dass Wincent komplett verschwitzt ist.
„Bitte schick mir das sofort!"
Er lacht kurz auf, schickt mir aber sofort das kleine Familienfoto und auch das Bild von uns beiden.
„Also darf ich das Bild von uns posten?"
„Ja, aber nicht jetzt, oder? Lass uns den Abend jetzt einfach nur noch genießen."
Ich nehme ihm sein Handy ab und lege es neben meins auf den Nachttisch.
„Okay."
„Für die Massage musst du dich aber auf den Bauch drehen."
Ich schnappe mir das Öl, was ich im Badezimmer gefunden habe und setze mich auf seine Oberschenkel. Sofort merke ich, dass er noch verspannter ist, als ich dachte, aber mit der Zeit entspannen sich seine Muskeln und irgendwann merke ich, wie er eingeschlafen ist. Vorsichtig lege ich mich neben ihn und schalte noch das Licht aus, bevor ich auch ziemlich schnell einschlafe.

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