Epilog

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Wincent

Als ich mit Kilian nach Hause komme, rennt er direkt zum Sofa, wo Leo und Lola sitzen und kuscheln.
Kilian ist sofort dabei, seine Mama voll zu brabbeln, während ich seine Tasche abstelle, mir auch die dicke Jacke und die Schuhe ausziehe und mit der Einkaufstasche auch ins Wohnzimmer stapfe.
„Hey, wie geht's dir?"
„Mein Rücken tut weh, meine Füße mindestens genauso sehr. Am liebsten würd ich den ganzen Tag liegen bleiben, aber ich muss alle zehn Minuten auf Toilette rennen."
„Okay, Kili, los hoch du hast mir eben versprochen, du räumst auf... Und Schultasche nicht hier unten vergessen!"
„Jaaaa!"
„Und ich bring schnell die Einkäufe weg und dann bekommst du ne Massage."
„Ich liebe dich."
„Und ich dich erst."
Ich beeile mich extra, dann setze ich mich zu Leo aufs Sofa.
„Ich bin grade eine unausstehliche Zicke, oder?"
„Nein... Du bist inzwischen fast eine Woche überfällig. Es ist anstrengend und ich kann mir nichtmal vorstellen, wie anstrengend es ist. Ich bin für dich da und wenn du irgendwas brauchst, musst du es einfach nur sagen. Sag mir was du haben willst, auch wenn's ein Milchshake von McDonald's mitten in der Nacht ist."
„Du bist der beste Ehemann überhaupt! Ich liebe dich, Wincent!"
„Joa, du hast ne ganz gute Partie gemacht."
Ich küsse sie noch einmal und nehme sie dann in den Arm.

Es könnte jeden Augenblick soweit sein. Vor ein paar Tagen sind wir schonmal ins Krankenhaus gefahren, da waren es allerdings nur Übungswehen. Nächstes Mal wird's echt sein. Bin ich nervös? Oh ja! Sowas von. Aber ich hab's schonmal geschafft, zusammen schaffen Leo und ich es definitiv Kilian und Merle durchzubringen. Wir müssen nur aufpassen, dass sie nicht von jedem, inklusive uns, verwöhnt werden.
„Babe? Ich hab Hunger... Hast du irgendwas leckeres eingekauft?"
„Hm... Ich hab das gekauft, was du mir aufgetragen hast. Worauf hast du denn Apetit?"
„Eigentlich hätte ich jetzt am liebsten Pizza..."
„Naja, ich glaube, wir haben noch fertigen Pizzateig, der sowieso weg muss."
„Dann Pizza, bitte Pizza!"
„Na dann!"

Ich springe auf und halte Leo meine Hände hin, um sie auf die Beine zu ziehen. Wir schnippeln etwas Gemüse und verteilen alles mögliche auf dem Pizzazeig, bevor der in den Ofen geht.
Erschöpft setzt sie sich wieder auf die Couch und streicht über ihren Babybauch.
„Langsam wird's Zeit, meine Kleine" flüstert sie.
Ich hocke mich vor sie und beuge mich zum Bauch vor.
„Ja, sonst machst du Mama und Papa noch wahnsinnig, bevor du auch nur einmal geschrien hast."
„Ich fühle mich langsam einfach nur noch wie ein Elefant. Null graziös und weit weg von hübsch."
„Naja... ich hab noch nie so einen heißen Elefanten gesehen."
„Idiot!"
„Was denn? Du hast dich grade selber Elefant genannt und mal abgesehen davon, dass du für mich nicht im Ansatz wie einer aussiehst, immerhin hast du keine graue Haut, kann ich dir heute abend gerne mal beweisen, wie schön und anziehend ich dich finde. Außerdem... hab ich gelesen, dass das Wehen auslösen kann."
„Oh wie uneigennützig."
„Jap... Also haben wir für heute abend eine Verabredung?"
„Hm... romantisch, eine Verabredung zum Sex... Ist schonmal ne gute Übung für wenigstens die nächsten paar Jahre." 
Außerdem ist sie ganz kurz davor, unser Kind auf die Welt zu bringen, das könnte unser letztes Mal für ne ganze Weile sein...
„Ich liebe dich, das weißt du" schmunzle ich und beuge mich zu ihrem Ohr vor „und wenn unser Sohn nicht jede Sekunde runter kommen würde, weil er die Pizza im Ofen riecht, würde ich dich da drüben auf den Esstisch setzen und dich flachlegen."
Wir sind uns so nah, da merke ich ganz genau, dass ihre Atmung sich beschleunigt und als ich mich wieder etwas zurücklehne, sehe ich auch die niedliche Röte auf ihren Wangen.
„Du bist echt schlimm!"
Sie boxt mir gegen die Schulter, aber ich sehe das Funkeln in ihren Augen. Sie freut sich auf heute abend. Mindestens so sehr wie ich.

Aber wie ich es schon prophezeit habe, kommt im nächsten Augenblick Kilian, zusammen mit Lola die Treppe nach unten geflitzt. Direkt in die Küche.
„Oh ja! Pizzaaaa!"
„Okay! Na dann hol mal Teller raus, die braucht bestimmt nicht mehr super lange" rufe ich in Richtung Küche, bevor ich mich nochmal an Leo wende „Und du bleibst noch hier sitzen, bis es wirklich fertig ist. Einfach entspannen und ich hol dich gleich zum Essen."

Alles was uns reichtGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt