Kapitel 251

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Auch wenn ich Wincent nur noch sehe, als er mitten in der Nacht ins Hotelzimmer kommt und sich zu mir unter die Decke kuschelt, hab ich einen super Tag! Da ich deutlich vor Wincent ins Bett gegangen bin und wir heute tatsächlich beide ausschlafen können, bin ich etwas vor ihm wach. Ich bin einfach etwas am Handy, bis er es mir irgendwann aus der Hand nimmt und mich wieder in seine Arme zieht.
„Guten Morgen" murmelt er.
Ich schließe auch nochmal meine Augen und genieße einfach die Nähe meines Mannes. Er fängt irgendwann an, mir über den Rücken zu streicheln.
„Wie spät is es?"
„Kurz nach zehn."
„Dann müssen wir langsam aufstehen?"
„Ein bisschen haben wir noch."
Damit kuschle ich mich noch fester an Wincent, woraufhin er mich auf sich raus zieht. Ich kann mir ein leichtes Lachen nicht verkneifen. Einige Minuten bleiben wir so liegen, dann richte ich mich doch mal auf.
„Schau mich bitte nicht so an, dann fällt es mir noch schwerer, aufzustehen."
„Das ist ja auch mein Ziel."
„Wincent, das ist dein Termin, ich komme nur mit. Also theoretisch könnte ich auch liegen bleiben. Komm, duschen und dann fertig machen... da musst du auch nicht die Augen verdrehen."
„Du redest mit mir, wie mit Kilian... Gehen wir wenigstens noch zusammen duschen?"
Grinsend stehe ich jetzt wirklich auf und gehe ins Bad. Wincent braucht nicht lange, um mir zu folgen, dann genießen wir unsere gemeinsame Dusche in vollen Zügen.

„Danke, dass du heute mitkommst" lächelt Wincent mich leicht an, als wir im Auto zu der Location sitzen.
Er legt seine Hand auf meinen Oberschenkel. Ich greife nach ihr und verschränke unsere Finger miteinander.
„Ich freu mich, dass du mich mitnimmst."
„Ich hab nur auch etwas Bammel."
„Es wird alles gut gehen."
Ich drücke seine Hand kurz etwas fester, bevor ich einfach aus dem Fenster gucke, bis wir angekommen sind. Auf dem Weg vom Auto rein ins Studio hält Wincent meine Hand, bis ich Amelie entdecke und sie mich entdeckt. Sie grinst, nickt und dann lasse ich die Hand meines Mannes los, um ihr um den Hals zu fallen. Wir haben uns wirklich eine halbe Ewigkeit nicht gesehen!
„Viel zu lange her!" meint sie und drückt mich direkt noch fester.
„Da is sie ja!"
Ich drehe mich um und mich grinsen vier Jungs breit an. Die hab ich in der ganzen Zeit, in der ich wach bin, noch nicht gesehen. Demnach gibt es hier auch erstmal ne kleine Knuddelrunde. Die streckt sich so lange, bis es Zeit für den Soundcheck ist. Ich halte mich in dieser Zeit mehr an Amelie und während Wincent seine Interviews führt hänge ich mit der Band in einem Raum im Backstage rum. Es ist eine gemütliche und ruhige Stimmung, bis Amelie mit Wincent und Joko im Schlapptau wiederkommt. Die beiden sind natürlich nur am rumblödeln und Faxen machen. Es tut irgendwie gut, Wincent so zu sehen.

Wir verbringen die Zeit, bis zum Beginn der Liveshow hier hinten. Kurz bevor Amelie und ich nach vorne in den Zuschauerbereich gehen, zieht Wincent mich nochmal beiseite.
„Bis später" grinst er.
„Du siehst mich, wenn du kurz zu den Zuschauerblöcken siehst."
„Dann werde ich da wohl ab und zu hinsehen."
„Viel Spaß" schmunzle ich und strecke mich etwas hoch.
Der Kuss bleibt unschuldig, aber trotzdem zärtlich. Auch wenn ich es nicht so ganz will, löse ich mich von meinem Mann und gehe mit Amelie zu unseren Plätzen. Wir genießen die Show und ich liebe es, wie Wincent sich hier zum Teil ordentlich zum Affen macht. Es ist einfach mein Wincent, den ich so sehr liebe. Während er singt, sieht mein Grinsen wahrscheinlich aus wie eine Mischung aus Stolz und Verliebtheit. Während der Abmoderation am Ende winkt Wincent mich schon zu sich. Diese Aufforderung brauche ich nicht zweimal! Ziemlich schnell habe ich meine Arme um seinen Hals geschlungen.
Wir bleiben noch eine Weile hier, es wird gefeiert und getrunken, aber mir zu liebe bleibt Wincent bei alkoholfreien Getränken. Ich bin noch nicht wieder gefahren und ich habe nicht vor, es jetzt mitten in der Nacht in München mal wieder auszuprobieren. Auch wenn ich es vermisse.
Mit als Letzte verlassen wir die Location also und machen uns auf den Weg zurück ins Hotel.

Von Wincents Wecker wache ich am nächsten Morgen auf und während er aufsteht, bleibe ich noch liegen.
„Ich hasse es, dass wir die meiste Zeit trotzdem getrennt sind" brummt er, während er anfängt, sich umzuziehen.
„Mhh... Wie lange hast du, bis ihr euch im Studio trefft?"
Sein verwirrter Blick wandert zu mir, es rattert... und rattert... dann hat er meinen Blick gedeutet. Er fängt an, breit zu grinsen und wirft das Shirt, was er sich eigentlich gerade überziehen wollte, auf den Sessel.
„Die Jungs werden es schaffen, ohne mich anzufangen" grinst er und stützt sich über mir ab.
„Ja?"
„Und wenn nicht, is es mir auch egal! Das hier ist es wert!"

Nachdem Wincent nach dieser wunderschönen Verzögerung doch gegangen ist, hab ich mich entspannt fertig gemacht, um mich nochmal mit Levi zu treffen. Wir verbringen ein paar schöne Stunden miteinander, bevor auch noch ein paar andere zu uns stoßen. Als ich aus der Ferne ein mir recht bekanntes Gesicht sehe, bleibt mir für etwa eine Sekunde die Luft zum atmen weg. Er lächelt mich an und kommt geradewegs auf mich zu.
„Lang ist's her."
Naja, wenigstens ist ihm das hier auch etwas unangenehm.
„Es ist viel passiert."
„Stimmt... Ich... Okay, ich hatte das Gefühl, ich sollte was sagen, aber ich weiß ehrlich gesagt nicht, was. Aber wir waren mal zusammen, lange zusammen. Es tut mir leid, was dir beziehungsweise euch, passiert ist. Auch wenn ich nicht genau weiß, was passiert ist."
„Die ganze Geschichte ist definitiv zu lang, um sie jetzt zu erzählen."
„Dachte ich mir schon, aber geht's dir gut?"
„Ja, mir geht's sehr gut."
„Freut mich für dich!"
„Was ist mit dir."
„Bei mir ist alles super!"
„Das ist gut..."

Alles was uns reichtWo Geschichten leben. Entdecke jetzt