Kapitel 224

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Sicht Leo
Den Kopf in den Nacken gelegt und breit grinsend sitzt Wincent neben mir, seine Brust hebt und senkt sich schnell. Schmunzelnd beobachte ich ihn, präge mir alles genau ein.
„Beobachtest du mich?"
Er hat seinen Kopf zu mir runter gedreht, seine Gesichtszüge sind entspannt.
„Schon möglich."
„Ach ja?"
Grinsend rollt er sich wieder über mich und versteckt seine Nase in meiner Halsbeuge.
„Wir können nicht ewig hier so liegen bleiben."
„Ich weiß, aber ein bisschen können wir noch."
„Sicher?"
„Sehr sicher" haucht er und legt seine Lippen auf meine.
Grinsend erwidere ich seinen Kuss und vergrabe meine Hände in seinen Haaren. Schon wieder verlieren wir uns in einer kleinen Knutscherei. Es sind so viele Gefühle auf einmal, die mich durchströmen. Langsam lasse ich meine Hände wieder über seinen Oberkörper gleiten und als ich gerade an seinem Bauch angekommen bin, greift er meine Handgelenke.
„Ich bin noch nicht bereit für noch ne Runde."
„Darauf war ich gar nicht aus" schmunzle ich und schiebe meine Hände an seinen Rücken, während ich unsere Lippen wieder miteinander vereine.
Allerdings löst Wincent sich von mir und lässt sich wieder neben mir fallen.
„Ey, nein" schmolle ich.
„Wollen wir drinnen weiter kuscheln?"
„Von mir aus."
Brummend setze ich mich auf, als Wincent sich allerdings gerade sein Shirt greift, schnappe ich es mir aus seinen Händen.
„Das wollte ich mir grade anziehen."
„Du würdest da drin eh die Nacht schwitzen. Also ist das jetzt meins."
„So wie gefühlt alles, was mir gehört."
„Du hast dich bewusst dazu entschieden, mich zu heiraten, also musst du damit leben, dass deins auch meins ist."
„Deins ist aber auch meins."
„Du kannst gerne mal eins meiner Tops anziehen, steht dir bestimmt ausgezeichnet!"
„Ich hab nicht an deine Klamotten gedacht."
Mit einem Mal hat Wincent mich auf seinen Schoß gezogen.
„Und was wird das?"
„Ich will dir zeigen, was mir gehört" raunt er, schiebt seinen Arm unter meine Knie und steht dann auf.
„Lass mich runter!" lache ich und halte mich an seinen starken Schultern fest.
Wirklich runterlassen tut er mich erst im Schlafzimmer. Er legt mich im Bett ab und legt sich sofort wieder über mich.
„Jetzt bist du wieder ready?" schmunzle ich.
„Hm... warte noch ne Sekunde hier, ich hole schnell alles wichtige rein."
„Okay" nicke ich.
„Beweg dich ja nicht vom Fleck!"
Ich bekomme noch einen gefühlvollen Kuss, dann verlässt er unser Zimmer. Grinsend schließe ich die Augen, schlinge meine Arme um meinen Körper. Ehrlich gesagt aber nur wegen dem Shirt.

„Dir steht das Shirt wirklich deutlich besser als mir."
Langsam krabbelt Wincent über mich, in dem fahlen Licht hier wirken seine Gesichtszüge noch schärfer, seine Muskeln werden perfekt betont.
„Ich genieße deine Blicke auf mir" flüstert er, lenkt damit meine Aufmerksamkeit wieder auf sein Gesicht.
Ein paar Strähnen hängen ihm im Gesicht. Zwischen seinen dunklen Haaren verstecken sich schon zwei, drei graue Haare. Das steht ihm extrem gut. Mein Blick gleitet weiter zu seinen Augen, die noch dunkler wirken als sonst, aber gleichzeitig immer noch warm, und letztlich zu seinen Lippen, die ich noch immer über all auf meinem Körper spüre...
„Wie lange, willst du mich dich noch anstarren lassen?" murmle ich.
„Du musst mir nur sagen, was ich tun soll" flüstert er, seine Stimme ist rau „Soll ich dich küssen" seine Lippen berühren meine „die Lippen?" er küsst mich, aber nur kurz „den Hals?" seine Lippen streifen meinen Hals und hinterlassen eine heiße Spur „Schlüsselbein... Bauch..."

„Ich will dieses Bett nie wieder verlassen" seufze ich.
Wincent hat seinen Kopf auf meiner Schulter gebettet, ich streichle ihm sanft durch die komplett zerstrubbelten Haare.
„Ich würde mich dem ja eigentlich sofort anschließen... Hätten wir keinen Sohn, der morgen wieder nach unserer Aufmerksamkeit verlangt. Aber ich verspreche dir, die Abende werden nur uns beiden gehören... Außer Silvester. Einzige Ausnahme. Ich hab ihm letztes Jahr versprochen, dass er dieses Jahr aufbleiben darf... Vorausgesetzt er erinnert sich noch dran."
„Wir werden auch so noch den ein oder anderen Abend oder Tag zu zweit haben. Irgendwann wird Kilian allerdings ausziehen und nicht mehr unser kleiner Junge sein."
„Bis dahin dahin ist es noch eine ganz ganz lange Zeit!"
„Die wird schneller vergehen, als du denkst" lache ich.
„Daran will ich aber noch nicht denken."
Außerdem werden wir, wenn Kilian aus dem Haus ist, immer noch nicht alleine sein. Ich meine, wir werden irgendwann noch ein Kind bekommen. Wir wollten immer noch mindestens ein weiteres Kind bekommen. Für mich hat sich das nicht geändert.

Irgendwann ist Wincent dann eingeschlafen und auch ich war schnell weg. Als ich dann durch Kilians Lachen aufwache, blicke ich direkt auf die andere Bettseite. Wincent lehnt über unserem Sohn und beide lachen.
„Guten Morgen" murmle ich grinsend, sofort schauen sie zu mir.
„Mama auch?" fragt Kilian dann an seinen Papa gerichtet.
„Was Mama auch?" weiten sich meine Augen.
„Mama auch" grinst Wincent und im nächsten Moment hat er mich mit an sich gezogen.

Alles was uns reichtWo Geschichten leben. Entdecke jetzt