37- Voll erwischt

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Langsam öffnete ich die Augen und merkte direkt dass mir das Sonnenlicht gar nicht gut tat. *warum sind die Rollos oben* dachte ich mir und merkte wie sich ein stechender Schmerz durch meine Gehirnwindungen drückte. Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass mein innerer Wecker wohl immer noch kaputt war. Ich versuchte alles zu sortieren. Anne, Essen, Marco, Wein, geflirtet und nach Hause gekommen. Aber nicht allein, denn ich erinnerte mich das ich Marco sagte er soll mich bringen. Das hat er auch und dann? Ich drehte mich zur Seite und sah in das friedliche schlafende Gesicht von Marco. Er lag angezogen neben mir auf dem Bett. Mein Herz schlug wie wild vor Freude. Er ist bei mir geblieben! Der Schmerz meldete sich wieder und mir blieb nichts über als aufzustehen um etwas dagegen zu nehmen. Langsam schob ich mich unter der Decke vor und stand auf. Ich musste meinen Kopf im ersten Moment festhalten und ging vorsichtig mit halb geschlossenen Augen zu meinem Schrank. Ich wollte mir erst noch was anderes anziehen und ließ einfach mein Kleid an mir runter gleiten und griff halb blind im Bereich Shirt, in meinen Schrank. Es war was schwarzes *schwarz ist immer gut* dachte ich und zog es einfach an. Zwei Fächer weiter waren Shorts auch die zog ich ungesehen an. Leise schloss ich den Schrank wieder und wollte raus schleichen. "So stellt sich wohl jeder Mann vor geweckt zu werden" lächelte mich Marco an der auf dem Rücken lag und sich mit den Ellenbogen ab stützte. Plötzlich wurde aus dem liebevollen Lächeln ein breites Grinsen "aber witzig wird es nur wenn die Herzdame nach dem strippen etwas anzieht und ich mich dann selber ansehe" ich schaute verwirrt an mir runter und als ich erkannte was ich mir im Halbschlaf angezogen hatte wurde ich knall rot. Schnell drehte ich mich wieder zum Schrank und wollte gerade das *Marco Reus* Shirt wieder ausziehen als Marco aus dem Bett sprang, von hinten meine Hände festhielt und sie wieder runter schob. "Lass es an! Ich find das cool!" Ich musste grinsen und drehte mich halb zu ihm, mehr ging nicht da er mich immer noch fest hielt. "Voll erwischt!" wir fingen beide an zu lachen und ich zuckte zusammen, hielt die Hand an den Kopf "autsch! Ich muss erst was gegen Schmerzen nehmen bevor wir so viel lachen" ich wandte mich aus seiner Umarmung und steuerte zur Tür raus aufs Bad zu. Ich nahm eine Schmerztablette aus dem Schrank, ging ans Waschbecken, ließ das Wasser laufen und schluckte das Ding mit einer Handvoll Wasser. Als ich in den Spiegel schaute stellte ich fest dass etwas abschminken auch nicht schlecht wäre und wusch mir einmal durch das Gesicht. *wenn ich schon mal da bin geht auch noch Zähne putzen* dachte ich mir. Es klopfte "ja?"-"ähm brauchst du noch länger?"-"ich hab auch Blumen wie Anne sogar mit Garten" fing ich an zu lachen. „Nina das ist nicht witzig" er musste dennoch lachen. Ich machte die Tür auf und ging an ihm vorbei mit einem Grinsen "bitte! Es ist frei. Kaffee?"-"gerne" grinste er zurück und ging ins Bad. Ich ging in die Küche und machte erst das Radio dann die Kaffeemaschine an. Eins meiner Lieblingslieder lief und ich fing zwangsläufig an mit zu singen *La Mano Arriba Cintura Sola Da Media Vuelta Danza Kuduro No Te Canses Ahora Que Esto Sólo Empieza Mueve La Cabeza Danza Kuduro* mein Sommerhit von Don Omar-Danza Kuduro. Dabei holte ich Tassen aus dem Schrank, stellte sie an die Maschine, nahm noch Milch aus dem Kühler, der Zucker stand schon auf dem Tisch. Ich wollte gerade auf den Knopf der Kaffeemaschine drücken als ich erschrak weil Marco in der Türe stand. „Die Schmerztabletten musst du mir geben. Scheint ein Wundermittel zu sein" grinste er mich an. „Vielleicht hilft das nur so schnell als Kombipräparat?"-"ach? Was ist der andere Wirkstoff?"-"gute Musik?" ich musste lachen denn er schaute als hätte er mit einer anderen Antwort gerechnet. Ich gab ihm seine Tasse "Zucker? Milch?" ich wusste nicht so recht wie ich mich verhalten sollte darum versuchte ich wohl alles mit einem Lächeln zu überspielen. „Komm mit" ich ging an ihm vorbei und winkte ihn hinter mir her. Ich ging durchs Wohnzimmer und öffnete die Terrassentür "lass uns hier den Kaffee trinken." Wir setzten uns auf die Gartenstühle und genossen die ersten warmen Sonnenstrahlen. „Danke!" Sagte ich mit geschlossenen Augen und lächelte sanft "ich weiß ich wiederhole mich. Aber es war wirklich nett von dir mich nach Hause zu bringen" und leise flüsterte ich noch dazu "und das du geblieben bist"-"hab ich gern gemacht auch wenn du mich langsam zur Verzweiflung bringst" ich machte die Augen auf und sah zu ihm rüber. Er hatte seine immer noch geschlossen und grinste vor sich her. Ich sagte mit ernster Stimme "du sagtest du wärst in mich verknallt?" er nickte "du weißt das ich, naja für dich geschwärmt habe, tu oder wie auch immer, bevor wir uns kannten!?" er nickte wieder und grinste kurz. „Mal angenommen ich würde mich darauf einlassen und würde dir sagen dass es bei mir nicht mehr nur Schwärmerei ist. Hättest du nicht Angst dass ich dich nicht nur um deiner Selbstwillen liebe?" Langsam öffnete er seine Augen und sah mich an. Mir schien es fast als hätte er über diesen Aspekt nie nachgedacht und holte dies jetzt nach. „Nein!" sagte er auf einmal "nein?" fragte ich „nein ich hätte keine Angst" er machte die Augen wieder zu. Ich wartete auf eine Erklärung doch Marco schwieg. „Warum?"-"ich kann mir nicht vorstellen das es so schwer ist dich zu bekommen wenn es dir um was anderes ginge" er grinste "und bis jetzt hast du es mir wirklich nicht leicht gemacht!" Jetzt sagte ich nichts mehr denn er hatte ja Recht. „Wenn wir es jetzt aber schon mal von solchen Sachen haben, darf ich dir auch eine Frage stellen zum Nachdenken?"-"mhmm?" *Oh Gott was wird er mich jetzt fragen* "an dem Abend als wir essen waren warst du telefonieren" jetzt nickte ich nur "ich habe so ziemlich alles mitbekommen. Zumindest bekam ich einen deutlichen Eindruck von deinem Mann" ich schluckte blieb aber ruhig "warum bleibst du bei ihm wenn er dich so behandelt?" Kismet? War das der richtige Zeitpunkt ihm zu sagen was ich mir gestern Abend vornahm bei Anne im Bad? Würde es etwas sein mit Zukunft? "warum ich bei ihm bleibe obwohl ich, naja jemanden haben könnte der mich nicht so behandelt?"-"ja!" Ich fing an ihm das zu erzählen was ich schon Anne erzählte, auch die Geschichte von Ben. Ich ließ nicht einmal meine Tränen weg und schloss mit den Worten "darum habe ich Angst vor meinem Mann und noch mehr Angst dass ich diesen Weg, wenn ich ihn den geh, umsonst gehe weil wir keine Zukunft haben." Da ich die ganze Zeit auf den Boden oder meine Hände sah erschrak ich etwas als Marco den Stuhl rückte. Ich sah auf und er kam zu mir, nahm meine Hände und zog mich vom Stuhl hoch. Er legte seine Hände auf meine Wangen und küsste mich sanft und zärtlich.

Wie das Leben so spieltGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt