Es regnete schon seit zwei Tagen. Ich hasste es, wenn es im Sommer am Regnen war. Meine Stimmung wurde dadurch auch nicht besser, ganz im Gegenteil. Ich versank immer öfter in Tagträume, die in einer rosaroten Welt spielten. Seit zwei Tagen war sogar mein innerer Wecker kaputt und ich wachte einfach irgendwann auf wenn Marie sich zu mir ins Bett kuschelte. Wir genossen meist dann noch ein wenig die Zeit und standen erst gegen Mittag auf. Michael musste von seinem Chef aus in eine andere Firma für ein paar Tage, darum musste auch kein Essen pünktlich auf dem Tisch stehen. Ich beschloss das heute kochen ganz auffiel und wir uns was liefern lassen würden. Chinesisch, ging es mir direkt durch den Kopf. Es gab einfach nichts was mich nicht doch irgendwie an Marco erinnerte und sei es nur so was Dummes, wie etwas zu essen. Ich stand auf und griff nach irgendwas anziehbaren und Marie machte sich ihre Lieblings DVD an. „Marie ich koche heute nix, wir lassen uns was kommen. Such dir aus was du willst"-"ja gut" ich gab ihr einen kleinen Stapel Speisekarten von unseren Lieferanten. Sie konnte sie ja nicht lesen aber Bilder erkennen und mir sagen bei wem wir bestellen. „Mama was ist heute für ein Tag?"-"Mittwoch warum?"-"damit ich weiß auf was ich heute Hunger habe!" Sie entschied sich für italienisch "heute mag ich Pizza mit Fisch und Paprika aber mit ohne Zwiebeln." Ich wollte gerade in der ausgesuchten Pizzeria anrufen als das Telefon in meiner Hand klingelte. Es war Anne "hallo Nina wie geht's?"-"Hallo Anne. Mir geht es so wie gestern, vorgestern und den Tag davor." Seit wir uns ausgesprochen hatten, rief sie jeden Tag an und fragte mich dasselbe. „Ich wollte wissen was du heute machst?"-"das selbe wie die letzten Tage Anne. Nix!" Ich musste lachen, denn auch dies fragte sie jedes Mal. „Du bist eine Langweilerin. Du hast Sturmfrei und liegst wohl nur faul rum. Ich hätte da mal was Besseres für dich" - "ach ja? Und was?"-"Frag mal Linda ob sie heute Abend Marie nimmt und wir gehen ganz schick aus. Was essen, aber so richtig schick. Mach dich schön, zieh was ohne Löcher an und sei um 7 bei mir"-"ich weiß doch noch gar nicht ob meine Mutter, Marie nimmt?"-"das wäre wohl das erste Mal, würde ich sagen. Also um 7 bei mir, sei pünktlich" da hatte Anne schon aufgelegt ohne Tschüss zusagen. Das war tatsächlich mal was Neues. Leicht verwirrt rief ich nun endlich in der Pizzeria an und dann meine Mutter. Natürlich war es kein Problem für sie Marie zu nehmen und machte mir sogar den Vorschlag, dass sie direkt bei ihr schlafen könnte. Ich fragte Marie, die sofort Feuer und Flamme dafür war. Es schien mir fast als wollten alle mich von meinem geliebten Sofa fern halten. Nach dem die Pizza geliefert wurde und Marie und ich sie uns gerecht geteilt hatten, war es schon Zeit für mich anzufangen mich fertig zu machen. Nach dem ich mich geduscht hatte, stand ich vor meinem Schrank und hatte das übliche weibliche Problem. Ich hatte einfach nichts zum Anziehen! Das schwarze Kleid hing ganz hinten im Schrank, fein säuberlich verpackt und ich war unschlüssig es anzuziehen. Doch ich entschied mich dagegen, so schick würde der Abend sicher nicht werden. Ich hatte noch ein Kleid, was ich mich nicht mehr traute anzuziehen. Weil ich immer glaubte es hätte was von Presswurst. Doch seit ich einsehen musste, dass etwas mit meiner Wahrnehmung nicht stimmte, zog ich es aus dem Schrank und versuchte es. Es war ein weinroter weiter Hänger aber mit dünnen Trägern. Ich mochte es nicht, weil ich immer dachte meine Arme wären zu dick dafür. Ich mochte es immer noch nicht so recht an mir aber mir fiel ein, dass ich noch eine schwarze transparente Bluse hatte. So gefiel mir das Spiegelbild schon besser. Ich zog die Bluse wieder aus und fing an meine Haare zu bürsten. Ich bürstete alle auf die Seite und flocht sie über die Schulter runter. Noch ein dezentes Make-up und die neuen Schuhe aus Ragaz. Ich war schneller fertig als ich es für möglich hielt. Dann packte ich Maries kleinen Reisekoffer erstmal mit den nötigen Sachen und sie füllte ihn dann auf mit den unnötigen. "Mama du siehst wieder aus wie eine Königin. Das ist echt schön. Jetzt musst du nur wieder so schauen, wie an dem Abend als du mit Marco essen warst" ich lächelte mild, obwohl es mir in diesem Moment nach direktem los heulen gewesen wäre. "Danke mein Schatz, das du mich so schön findest und ich werde ab sofort versuchen wieder so zu schauen. Ich verspreche es dir." Es schnürte mir fast die Kehle zu. Es war Zeit los zu fahren und wir waren schon auf dem Weg zu meiner Mutter. Ich ließ Marie schnell aussteigen und fuhr weiter zu Anne. Ich ging davon aus das sie runter kam und wir direkt los fahren würden also schrieb ich ihr eine WhatsApp *bin da! Kommst du?*-*nein komm schnell hoch bin nicht ganz fertig* Anne! Typisch! Wenn sie wohl zu Besuch hatte? Ging es mir durch den Kopf. Wobei das gemein war, denn sie war wirklich in Mats verschossen und ich konnte und wollte ihr nicht zutrauen, das sie einen auf *was er nicht weiß, macht ihn nicht heiß* machte. Ich parkte mein Auto und ging auf die Haustüre zu. Ich hörte schon den Türsummer und drückte sie auf. In der ersten Etage stand auch schon wie üblich die Tür offen. „Anne?" Rief ich damit sie auch wusste das ich es bin, die rein kam. "Bin hier in der Küche!" rief sie zurück und ich ging zu ihr. „Was machst du denn da? Ich dachte wir gehen los?" Anne stand in ihrer Küche und kämpfte mit einer Flasche Sekt "nein" sagte sie mit angestrengter Stimme "wiiir ... essssen ... hieeer ... verdammte Hacke, die Scheiße geht nicht auf!"-"Oh man gib her" ich nahm ihr die Flasche ab, klemmte sie zwischen meine Schenkel und zog einmal kräftig an dem Korken. „So geht das" grinste ich sie an. „Gibt's denn was zu feiern?"-"ja!"-"und was?"-"uns meine Liebe! Komm" wir gingen durch ihr Wohnzimmer in die Essecke. Ich sah Koffer neben dem Sofa stehen "gehst du ...." ich wollte fragen ob sie in Urlaub wollte. Vielleicht nach Dortmund? Doch soweit kam ich nicht. Denn ich sah die Gäste die wohl mit uns essen würden.
Marcos Sicht :
Als Mats ankam, mit der Frage was ich von einem Kurzurlaub halte, dachte ich, er hätte einen Knall. Ich dachte an alles, nur nicht Urlaub doch als er mir sagte wohin und fragte ob ich mit kommen will, hätte ich ihn fast umarmt. Ich konnte es nicht mehr abwarten. Mittwoch war noch so weit und wir würden erst nachmittags los kommen. Wir mussten noch ein Auto organisieren und ich war fast gewillt einfach eins zu kaufen. Ist ja nicht so das ich es mir nicht leisten könnte aber ich hatte keine Lust, mich jetzt noch mit den Import-Export Sachen auseinander setzen zu müssen. Es gab aber einen Autoverleih, bei dem wir ein Auto leihen konnten bis Basel, dort würde man alles in die Wege leiten, dass wir direkt umsteigen konnten in ein Auto einer deutschen Firma und dies dann in Dortmund abgeben konnten. Dienstagabend konnte ich es nicht lassen und redete mit Jürgen. Ich wollte wissen, ob es ein Problem geben würde, wenn Mats und ich nur ein halbes Training mitmachen würden. Wollte ihm ja entgegen kommen und es stellte sich heraus, dass es kein Problem gab. Ich ging direkt auf mein Zimmer und packte meine Koffer. Mats kam in mein Zimmer "packst du schon?"-"Ja solltest du auch. Hab mit Cheffe geredet, wir können früher fahren also pack dann können wir direkt vom Training weg los fahren"-"und Kloppo ist damit einverstanden?" - „Ja ist er, also rede nicht sondern mach, ich warte Morgen nicht auf dich" sagte ich mit gespieltem Ernst. Doch es schien als hätte es Wirkung, denn Mats zog ab in sein Zimmer und als ich wenig später zu ihm ging, waren seine Koffer gepackt. "Sieht aus wie wenn Frauen verreisen, zum Glück haben wir nen großes Auto genommen" lachte ich und zeigte auf die 3 Koffer von Mats. „Du hast sicher nicht weniger?!" lachte Mats "schön dich wieder Lachen zu sehen Bro" sagte er und klopfte mir auf die Schulter. Es ging mir auch gut. Ich würde Nina wieder sehen! Ich schlief schlecht und war am Morgen noch unruhiger aber Mats sah nicht besser aus als ich. Wir machten unsere Trainingseinheit wie ausgemacht bis zu Hälfte und machten uns dann los. Es gab noch eine dicke Verabschiedungsrunde, Schulterklopfer und wir konnten weg. Nach gut zwei Stunden und zum Glück nur einem kleinen Stau, kamen wir auch bei Anne an, die schwer am kochen war. Sie fiel über Mats her als hätte sie ihn schon Jahre nicht mehr gesehen. Mats benahm sich nicht weniger schlimm. Ich ging erst mal duschen und überlegte mir, wie Nina wohl reagieren wird. Ich wusste von Mats, dass sie nicht davon wusste. Umso näher der Zeitpunkt kam, umso schlimmer wurde meine Unruhe. Wir saßen alle am Tisch und warteten auf Nina "Oh ich wollte ja noch nen Sekt aufmachen" sagte Anne, sprang auf und ging in die Küche. Sie kam mit der Flasche zurück, ging aber ans Fenster "Nina ist da, sie muss nur noch parken" ich merkte wie meine Hände schwitzen. „Ah da kommt sie" Anne rannte wieder Richtung Küche. Wenig später hörte ich Ninas Stimme. Sie unterhielt sich mit Anne und die Stimmen kamen näher. „Gehst du ..." Nina zeigte auf unsere Koffer und sah dann erst Mats und dann mich an. Sieh sah wieder umwerfend aus, obwohl ihr sichtlich ein Schock im Gesicht stand. Ich wusste nicht was ich tun sollte. Auf sie zu rennen und küssen oder neutral Hallo sagen? Ich wäre für das Erste aber was würde sie dann tun?
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Wie das Leben so spielt
FanfictionNina ist Mutter einer süßen, frechen 3-jährigen Tochter Namens Marie und Verheiratet. Das hält sie nicht davon ab für, den wesendlich jüngeren, Marco Reus zu schwärmen. Sie nimmt auch die dummen Sprüche von ihrem Mann dafür in kauf, der glühender Gl...
