79- Giftspritze

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Marcos Sicht:

Nina zog sich erneut um nach dem sie ihren zweiten Versuch gestartet hatte einen Kaffee zu trinken als es klingelte. Linda ließ drei Polizisten rein und ich sagte Nina Bescheid. „Schatz sie sind da" sagte ich als ich die Schlafzimmertüre aufmachte. Sie saß auf dem Bett und hatte die Hände im Schoß liegen. „Alles Ok?"-„Was denkst du denn?" sagte sie traurig. Ich ging zu ihr rüber und nahm sie in den Arm „Bernt ist doch da, deine Mutter und ich. Du wirst das schon schaffen. Wir werden das schaffen. Ich glaube nicht das er da heile raus gekommen ist"-„ist das eine Meinung um mich zu beruhigen oder eine Meinung von der du überzeugt bist?" Fragte sie mich leise. „Ich bin davon überzeugt!" ich gab ihr einen Kuss auf die Wange, stand auf, nahm ihre Hände und zog sie vom Bett hoch. „Ich liebe dich, hab ich dir das schon gesagt?" ich lächelte sie aufmunternd an und sie versuchte zurück zu Lächeln „ich glaub ich hatte so was schon mal von dir gehört" ich verschloss ihren Mund mit einem innigen Kuss und sie drückte sich an mich. Wären die Umstände wohl anders gewesen, hätte ich sie genau in dem Moment wieder zurück ins Bett gedrückt. Es war schwer zu erklären was ihre Küsse in mir auslösten aber es hatte was mit Wärme zu tun die tief aus dem Herzen kam. Ich ließ sie los und konnte hören wie sie noch einmal tief durch atmete. „Auf geht's!" sprach sie sich selbst Mut zu und ich lächelte sie noch einmal an, nahm wieder ihre Hand und drückte diese leicht. Linda hatte die Beamten ins Wohnzimmer gebracht weil dort mehr Platz war. „Bonjour Frau Berger" wurde sie begrüßt von einem Beamten der uns am nächsten stand. „Mein Nome ist Chevallier, isch bin von der francais Police und wie sie wissön geht es um ihre Mann. Wir versuchen in diese Fall mit der deuschen Police eng susammen su arbeiten. Es geht hier um eine Soche die wir in Frankreisch schon langer verfolgen. Ihre Angoben waren uns sehr hilfreisch doch leider kamen die informations su später von unseren deutschen Kollegen" Nina hörte einfach nur stumm zu und zeigte keine Reaktion. Es schaltete sich ein andere Polizist ein „Frau Berger ich bin Kommissar Schneider und von der deutschen Polizei. Ich bin mit der Aufgabe betreut worden und gehöre zur Kripo. Es tut uns leid ihnen dies sagen zu müssen. Es lief einfach nicht so wie geplant. Als wir ankamen war der ganze Spuk wohl schon vorbei und wir konnten nur noch Spurensicherung betreiben. Aber das ist ja auch sehr viel wert" Nina sah ihn an und ich konnte genau sehen was sie dachte. Sie ließ meine Hand los und ich konnte sie gerade noch an der Hüfte festhalten als sie einen Schuss nach vorne machte auf den Polizisten zu „SIE sind schuld wenn er hier auftaucht und uns alle umbringt! Wie konnte ihnen das nur passieren? Mussten sie unterwegs noch Kaffee trinken oder einen Fahrraddiebstahl aufnehmen?" Nina redete sich in Rage und brüllte jedes einzelne Wort. „Sie haben keine Ahnung mit wem sie es hier zu tun haben. Da ist der Drogenboss noch heilig gegen meinen Mann! Sie alle, die das verbockt haben nicht nur mein Leben auf dem Gewissen sondern auch das meiner Tochter! Kommen diese Worte bei ihnen an oder sind die Schranken im Hirn unten?" Ich zog sie zurück und versuchte auf sie einzureden „bleib ruhig Schatz ... beruhige dich"-„Verdammte Scheiße ich bin ruhig! Nur denen ist nicht klar was sie mir angetan haben" sie sprühte Gift und Galle in die Richtung der Polizisten. Irgendwann brach ihre Stimme weil sie anfing zu weinen. Ich nahm sie am Oberarm und drehte sie zu mir, sie vergrub direkt ihr Gesicht an meiner Brust um sich auszuheulen. Alle schauten wie begossene Pudel in die Runde oder auf den Boden und ich versuchte mit Rückenstreicheln Nina wieder auf ein normales Level zu bekommen. „Wir sollten uns vielleicht erst mal alle hinsetzten" schlug Linda vor und jeder kam dem nach nur Nina und ich blieben stehen da sie nicht sitzen wollte. Erst als Linda sie direkt ansprach setzte sie sich doch und rutschte zu mir ran als ich mich neben sie setzte. Ich legte meinen Arm um sie und ich merkte das sie sich was entspannte. „Frau Berger lassen sie uns doch nochmal von vorn anfangen" sie nickte sah ihn aber nicht an. „Wie haben sie davon erfahren das ihr Mann mit Drogen zu tun hat?" Sie schaute zu Bernt rüber der darauf das Wort ergriff. „Als Frau Berger ihren Mann kennen lernte hatte er schon damit zu tun doch auf drängen und bitten ihrerseits hörte er damit auf. So dachte sie zumindest" Bernt umriss in einer Kurzgeschichte den Lebenslauf von Nina mit ihrem Mann. Er ließ auch nicht die Scheidung und unsere Beziehung aus und schloss mit den Worten ab "wir sind eigentlich nur hier weil sie ihre Sachen raus holen wollte um sie nach Dortmund zu bringen" Schneider nickte immer nur der andere schrieb mit und der Franzose versuchte der Unterhaltung zu folgen. Schneider wandte sich wieder Nina zu "wir werden etwas brauchen von ihrer Tochter. Haarbürste oder Zahnbürste wäre ideal dafür" Nina stand auf und als sie wieder kam hatte sie eine Zahnbürste dabei und einen Brief. Sie gab beides Schneider. „Was ist das?"-„Es kürzt vielleicht ihre Untersuchung noch mehr ab und es würde mich sehr freuen wenn ich jetzt nicht mehr länger für sie ihre Arbeit machen muss" sagte sie mit einer Spur Sarkasmus. Schneider machte den großen braunen Briefumschlag auf und fing an zu grinsen „ich glaube Frau Berger wir brauchen dann die Haarbürste nicht. Warum haben sie den Vaterschaftstest machen lassen?"-„Tut das wirklich was zur Sache?"-„Es würde mich interessieren"-„warum verlangen Männer so was?" Er lächelte sie an und nickte „stimmt es tut wohl wirklich nichts zur Sache. Wie lang sind sie beide jetzt eigentlich zusammen" er zeigte auf mich und Nina „ich kann zwar Zeitung lesen aber da stand nicht drin wie lang das schon geht Herr Reus" ich war irritiert und sah erst zu Bernt der nickte „seit dem Trainingslager wie es auch in der Zeitung zu lesen war"-„und dann direkt Scheidung und Umzug?" er hatte immer noch den Blick an den Unterlagen heften und blickte erst auf als er keine Antwort bekam und sah dann Nina an „Mag sein das es komisch aussieht aber hätte die Polizei nicht so einen Mist gemacht wäre der Umzug so schnell nicht nötig" sagte Nina um ihre Giftsprite nochmals zu entladen. „Die Scheidung war schon länger geplant und wurde jetzt durch die Umstände nur beschleunigt. War es das jetzt?" fragte sie genervt. „Ja vorerst"-„ich bin nur noch bis Freitag in der Stadt ich will so schnell wie möglich zu meiner Tochter und auch selbst wieder in Sicherheit. Denn die ist hier ja nicht gegeben dank ihrer Kollegen" ich musste schmunzeln *sie kann es nicht lassen* dachte ich. „Soll mir recht sein wenn sie nur für uns abrufbar sind. Oder steht auch direkt ein Auswärtsspiel an für das sie zusammen das Land verlassen werden?" Ich schüttelte den Kopf und mit Erleichterung stellten wir fest dass sie sich verabschiedeten und gingen. Ich nahm Nina in den Arm und sie schmiegte sich an mich „danke dass du mitgekommen bist. So fällt mir das alles etwas leichter" sagte sie und ich gab ihr einen Kuss auf die Stirn. Am späten Abend hatten wir Maries Zimmer und das Wohnzimmer leer. Ninas Mutter hatte eine Platte Schnittchen gemacht und wir saßen bei einem Glas Wein zusammen da und redeten über Belangloses.

Wie das Leben so spieltGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt