64- Ich liebe dich

489 13 0
                                        

Annes Sicht:

Hätte Mats nicht seine Arme so einladend offen gehalten hätte ich mich wohl lieber in Grund und Boden geschämt. Es war mir noch nie was peinlich aber das war mir peinlich. Ich fühlte mich so überlegen und benahm mich dann doch wie ein kleines Kind im Sandkasten. Ich hatte mich wohl getäuscht, Cathy konnte ihn doch nicht um den Finger wickeln und ich lag mit allem falsch was ich mir ausgemalt hatte. Er küsste mich sanft und ich schmolz dahin. Marco verabschiedete sich von uns und ging. „Es tut mir leid Mats"-„es muss dir nicht leid tun, warum auch? Es konnte ja keiner mit so was rechnen" er sah mich mit mildem Blick an und ich hätte mich ihm am liebsten an den Hals geworfen aber ich wollte das erst alles geklärt haben. „Was ich nicht verstehen kann, warum hat sie denn überhaupt noch ein Schlüssel wenn ihr euch doch getrennt habt?" Ich merkte dass ihm diese Frage sehr unangenehm war „bevor du dir jetzt überlegst was ich gerne hören wollen würde. Bleib bitte einfach bei der Wahrheit das fände ich am schönsten" ich schaute ihm mit festen Blick in die Augen. „Wir hatten uns getrennt das ist richtig, aber es war wohl mehr eine Art Trennung auf Probe. So sah sie es wohl und ich am Anfang auch. Dann warst du auf einmal da und es war nicht mehr wirklich nur eine Trennung auf Probe sondern wurde für mich endgültig. Ich möchte nicht dass du das falsch verstehst. Aber du wolltest ja die Wahrheit hören"-„ich war also einfach ein Lückenfüller" ich hatte ein gemischtes Gefühl im Bauch, zumal ich ja schon damals den Verdacht hatte. „So würde ich es nicht sagen, sondern einfach nur am falschen Ort zur falschen Zeit"-"mhmm, falscher Ort, falsche Zeit" wiederholte ich ihn traurig und schaute zu Boden. „Anne, bitte nicht. Du wolltest die Wahrheit"-"ich weiß" ich musste schlucken "aber das ist schon nen dicker Brocken. Der muss erst noch den Hals runter" ich versuchte zu lächeln. Ja ich wollte die Wahrheit haben, aber was war schon eine vergangene Wahrheit gegen eine neue Wahrheit in der Gegenwart und einer Wahrheit für die Zukunft? Ich wollte bei ihm sein und bleiben also musste ich mit dieser alten Wahrheit klar kommen. „Und wie sieht es jetzt aus nach dem heutigen zwischen Fall? Bleibt es endgültig?" Fragte ich vorsichtig nach. "Oh Anne" er zog mich an sich ran "ich glaube dann wäre es wohl nicht so gelaufen oder?" lächelte er mich an "ich habe mich sehr in dich verliebt und werde es so schnell auch nicht mehr dieses Gefühl aufgeben" er kam mit seinem Gesicht dem meinem sehr nah und flüsterte "ist das ok für dich?" Ich nickte nur langsam und er kam noch näher und ich merkte wie meine Haut anfing zu kribbeln. „Sicher?" es war nur noch ein hauchen, ich bekam Gänsehaut und nickte wieder. Er war mir schon so nah das ich ihm nicht mehr wirklich in die Augen sehen konnte. Ich blickte über seinen Nasenrücken zu seinen Lippen von denen ich nur noch geküsst werden wollte *warum lässt er sich damit nur so viel Zeit?* überlegte ich. Er fing an zu grinsen und das irritierte mich. Hatte ich was Falsches gemacht? Gesagt hatte ich ja nichts also kam ja nichts Dummes über meine Lippen. Warum verflucht küsste er mich dann nicht? Sekunden verstrichen die einer Ewigkeit gleich kamen. Ich konnte es nicht mehr aushalten "Was ist?" Sagte ich völlig unsicher "du zitterst. Du zitterst so als wäre Winter" das war mir gar nicht bewusst aber bei dem Kribbeln im Bauch und der ganzen Gänsehaut war es auch kein Wunder. "Ich kann es wohl nicht mehr erwarten von dir geküsst zu werden" flüsterte ich mit einer rauen Stimme als hätte ich schon Jahre nicht mehr gesprochen. Er verschloss meinen Mund mit seinem und es war wie eine Explosion mit riesengroßem Feuerwerk. „Ich liebe Dich" nuschelte ich und hätte mich am liebsten direkt dafür ohrfeigen können. Ich wollte dass doch nicht jetzt schon sagen. Er sollte doch nicht denken dass ich es leichtfertig meinte. „Was?" Nuschelte Mats zurück und ich war erleichtert. Er hatte es wohl nicht verstanden. Wie perfekt! "Nichts!" Und ich küsste ihn leidenschaftlicher um meinen Fehler zu überspielen. Aus der Leidenschaft wurde mehr und er fing an mir mein Top auszuziehen im Gegenzug schob ich meine Hände unter sein Shirt und zog es aus. Wir schafften es nicht mehr bis ins Bett. Dafür auf den flauschigen Teppich vor dem Kamin. Wenig später holte Mats eine Decke vom Sofa runter und wir lagen nicht mehr ganz so unbekleidet auf dem Boden rum „Was hattest du vorher gesagt?" Raunte er mir ins Ohr als er sich wieder an mich gekuschelt hatte. *oh Mist was sag ich nur? * mir wollte nichts recht einfallen also spielte ich die Vergessliche "ich weiß es nicht mehr. War bestimmt nicht wichtig" lächelte ich ihn an.

Mats Sicht :

Endlich hatte ich meine Anne wieder und schloss sie in meine Arme. Ich wusste nicht nur das Anne die richtige Wahl war sondern sie öffnete mir die Augen was Cathy betraf. Meine kleine zierliche Anne hatte sich gegen sie gestellt und bot ihr die Stirn. Aber warum sie dann doch aufgab konnte ich dann doch nicht verstehen, da doch alles vorbei war. Vielleicht hätte ich härter gegen Cathy angehen sollen? Aber es wurde mir einfach zu blöde mich ständig zu wiederholen. Es war schon gut so das Marco und Nina auftauchten wie aus dem Nichts. Aber das war jetzt alles Vergangenheit, sie war wieder da und ich würde besser auf sie aufpassen dass ihr Cathy nicht nochmal über den Weg lief. Auch die Frage von Anne in Bezug auf den Schlüssel den Cathy immer noch hatte würde ich nachgehen und den einkassieren. Ich versuchte mit den richtigen Worten zu erklären warum sie den Schlüssel noch hatte. Cathy und ich waren ja nun mal zum Schluss uns einig gewesen das es besser sei sich zu trennen, aber die Option man könne sich ja wieder zusammen raufen offen lassen. Es konnte ja keiner ahnen das mir Anne über den Weg läuft. Anne nahm meine Worte nicht ganz leicht auf, aber es schien mir als hätte sie sich selber schon über den Punkt Gedanken gemacht. „Mhmm, falscher Ort, falsche Zeit" wiederholte sie meine Worte traurig und schaute zu Boden. „Anne, bitte nicht. Du wolltest die Wahrheit"-"ich weiß aber das ist schon nen dicker Brocken. Der muss erst noch den Hals runter" sie lächelte mich an und ich wusste alles würde gut werden. Als ich Annes Frage beantwortet hatte und sie mich so zufrieden anschaute wollte ich sie nur noch küssen und zeigen wie sehr ich für sie empfand. Ich verunsicherte sie und war erstaunt über die Reaktion von ihr. Unsere Nasen berührten sich fast, so nah war ich ihr und sie fing an zu zittern. Ich war so erstaunt darüber dass ich selbst unsicher wurde bis sich endlich unsere Lippen berührten. Sie sagte was von „Ich liebe dich" hatte ich das richtig verstanden? Doch eine Antwort bekam ich nicht auf mein „was?" sondern nur ein „nichts!". Warum haben Frauen nur das Wort *Nichts* für sich gepachtet und man bekam als Mann direkt ein schlechtes Gewissen? Ich konnte nicht weiter drüber nachdenken denn Anne wurde plötzlich so fordernd das es auch nicht lange ging bis ich alles um mich herum vergaß. Sie war so süß! Irgendwann lagen wir auf dem Boden vor dem Kamin und ich zog eine Decke vom Sofa auf uns drauf. Mir fiel wieder ein das ich vorher ja was von ihr wissen wollte. „Was hattest du vorher gesagt?" es ließ mir nicht wirklich ruhe ich wollte wissen ob ich richtig gehört hatte oder mich nur verhört hatte. „Ich weiß es nicht mehr. War bestimmt nicht wichtig" mit diesen Worten lächelte sie mich nur an. Wenn sie mich doch liebt kann sie es doch sagen? Versteh einer die Frauen! Da sie aber so komisch schaute war ich mir fast sicher dass ich mich nicht verhört hatte und hätte auch am liebsten gesagt dass ich gleich fühlte wie sie. Doch wenn sie das nicht sagen wollte, dann werde ich es vorerst auch nicht tun und küsste sie einfach wieder.

Wie das Leben so spieltGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt