87- Dumm gelaufen

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Annes Sicht:

Es war gut das so ein schlechtes Wetter war so konnte ich mit Marie einfach nur auf dem Sofa kuscheln und warten. Warten auf Nina und das was sie vorhatte. Ich schaute immer wieder auf die Uhr und so sah ich auch immer wieder dass keine Nachricht von Mats kam. Aber auch keine von Nina wann sie los fuhren. Der Nachmittag schlich dahin und hätte ich dabei einer Schnecke zu schauen können, dies sicher als aufregend empfunden. Meine Nachrichten Entwurf Fach lief fast über mit Texten an Mats. Doch keine Entschuldigung war es wert sie weg zu schicken. Es klang alles gleich hol und eintönig. Ich traute mich aber auch nicht ihn anzurufen. Obwohl ich schon mehrfach nur noch einmal hätte drücken müssen und mein Handy hätte einen Anruf aufgebaut. Nina sagte ich sollte nichts tun doch es war schwer. Ich wollte mich entschuldigen und ihm dann sagen dass ich wohl etwas unter dem Herzen hatte was von ihm war. Ich hatte mir viele Szenarien schon durch den Kopf gehen lassen und bei jeder behielt ich das Kind. Ich würde den Schritt gehen auch wenn ich dann ganz allein wäre. Irgendwie würde es schon gehen. Bei Kai würde ich auf jeden Fall nicht klopfen auch wenn er mir schon zu verstehen gab das er mich gern ganz hätte. Zudem würde der sich das sicher auch zwei Mal überlegen wenn ich ein Kind dann hätte. Das stand für mich auch gar nicht als Option. Ich wollte gern mit Mats glücklich sein und wenn das nicht ging, dann eben allein! So wie ich Nina kannte würde sie mir sicher nicht den Rücken kehren und ich wäre dann doch nicht so ganz allein. Ich merkte wie ich schon wieder einer Heulwelle entgegen schiffte. Ich löste mich aus Maries Umarmung und ging ins Bad dort konnte ich meinen Tränen freien Lauf lassen. Das tat ich auch unter fluchen auf meine eigene Dummheit. Ich war fast der Überzeugung, ich wäre den ganzen Tag im Bad gewesen zum Heulen. Ich stand vom Boden auf und musste mal. Ich spülte, wusch meine Hände und mein Gesicht ein wenig. Bei einem Blick in den Spiegel musste ich feststellen dass meine Augen aussahen als hätte mich eine Biene gestochen. Rot, aufgeschwemmt und dick. *Scheiße Anne siehst du Scheiße aus!* dachte ich mir bei dem Spiegelbild und ging flüchten. Ich schloss die Badezimmertüre und ging Richtung Wohnzimmer als ich Nina und Marco am Tresen stehen sah. Ich konnte nichts dagegen tun sie waren einfach da, die Tränen! Marie hatte sie auch gerade bemerkt und rannte laut brüllend auf sie zu. Sie sprang in Ninas Arme und freute sich so sehr das sie ihre Mama wieder hatte. Genau so herzlich begrüßte sie auch ihren Marco. Ich sah mir dieses Bild von Zufriedenheit an und musste wieder heulen. Marie plapperte was das Zeug hielt und meinte dann das sie glaube ich wäre krank, weil ich so viel mich übergeben musste. Nina kam auf mich zu und nahm mich in den Arm. Ich vergrub meinen Kopf an ihrer Brust und verlor noch mehr Hemmungen. Dabei dachte ich, ich wäre schon an meiner Grenze angekommen. Es ging noch eine Schippe oben drauf. Eine Baggerladung! Sie zog mich ins Schlafzimmer und wir setzten uns auf das Bett. Nina hielt mich immer noch im Arm und streichelte mir sanft über den Rücken und über meinen Kopf. Meine Tränen versiegten und ich war bereit für die Standpauke. Ängstlich sah ich auf, doch ich sah nur Mitleid in ihren Augen. „Es tut mir leid Nina" stammelte ich „was sollte dir denn leidtun? Dumm gelaufen du musst dadurch ich kann dir nur den Rücken stärken aber den Weg musst du allein gehen" sagte sie mit ruhigen Worten. „Es ist so eine Scheiße" fluchte ich „ich weiß nicht einmal wie das passieren konnte"-„naja meine Liebe es wundert mich auch ein wenig so viele Blumensträuße wie du schon angeflogen hast" grinste mich Nina an. Ich knuffte ihr an den Oberarm „danke auch!" doch es half. Ich konnte wieder grinsen. „Ich hab immer doppelt abgesichert weil ich manchmal so unnachsichtig bin mit der Pille nur irgendwie bei Mats habe ich immer nur einmal gesichert" sagte ich mit Wehmut in der Stimme. „Gut es ist passiert aber wie soll es weiter gehen?" Ich sah sie fragend an „na willst du das Kind oder nicht?"-„Natürlich will ich das Kind. Ich weiß zwar nicht wie aber ich hoffe du hilft mir ein bisschen und wenn nicht. Irgendwie wird es wohl gehen müssen. Das Kind kann nichts dafür!" Sagte ich leicht entrüstet. „Und was ist mit Mats?"-„Den will ich auch" ich ließ meinen Kopf gegen ihre Schultern fallen und tat so als würde ich anfangen zu heulen. Nina legte wieder ihren Arm über meine Schultern „bist du dir mit dem allen sicher? Denn nur dann werden wir auch den richtigen Weg für dich finden. Für dich und das Baby und hoffentlich mit Mats an eurer Seite"-„Und wie komm ich an Mats?" ich merkte wieder diesen Kloss im Hals. „Auf dem Herweg hat Marco eine Nachricht an Mats geschickt. Er soll herkommen, doch leider meinte er, er hätte noch was zu tun. Marco hat ihn dann eingeladen zum Essen wenn er fertig ist mit was auch immer"-„und?" schaute ich sie erwartungsvoll an. „Naja bis jetzt weiß ich nichts Neues. Aber Kochen werde ich dennoch, weil auch Bernt kommt. Als Dankeschön für die letzten Tage" ich nickte nur und Nina stand auf und hielt mir ihre Hand hin „komm wir gehen rüber zu den andern zweien. Vielleicht hat Marco ja schon was Neues und wenn nicht können wir uns Gedanken über das Essen machen"-„was auch immer du kochen magst. Es muss eingekauft werden" erinnerte ich sie und nahm ihre Hand. Wir gingen ins Wohnzimmer und setzten sich zu den beiden auf das Sofa. „Schatz hast du schon was gehört wegen essen und Mats?" Fragte Nina bei Marco an. „Ich hab noch gar nicht geschaut" er streckte suchend seinen Hals "da auf dem Tresen liegt mein Handy" er wollte gerade aufstehen als ich auf sprang und rüber ging „ich mach das" ich schnappte das Handy und gab es ihm und er entsperrt es, las etwas, nickte und tippte. Ich fühlte mich wie auf Lava. Er legte wortlos sein Telefon bei Seite und kuschelte wieder weiter mit Marie. "Ähm und?" fragte ich ungeduldig und er schaute mich verwirrt an und ich konnte aber den Schalk in seinen Augen sehen. "Marco! Spann mich bitte nicht auf die Folter" flehte ich und Nina die neben ihm saß kniff ihn in die Seite. Er fing an zu lachen „was denn? "-"komm sag schon" grinste Nina "er fragte wann er da sein soll. Ich schrieb 7 Uhr" ich sprang wie von der Tarantel gestochen auf und ging in Maries Zimmer um nach meinen Kleidern zu schauen. Ich musste duschen, Haare machen, schminken und was finden was gut aussah. Ich zog wahllos das bisschen was ich dabei hatte an Kleider aus der Tasche. Doch nichts schien mir gut genug. „Nina?" fing ich an zu rufen. Es ging nur einen Moment dann hörte ich Schritte "was denn?"-"ich hab nichts zum anziehen" stellte ich fest und zog einen Schmollmund. Nina seufzte "wir müssen ja noch einkaufen" lächelte sie, ging aus dem Zimmer und ich ihr hinterher. „Ich würde gern mit Anne einkaufen wäre es ein Problem euch zwei allein zu lassen?" fragte Nina die beiden die sie nur grinsend anschauten und mit den Köpfen schüttelten. „Gehst du in den Supermarkt den ich dir gezeigt habe?" fragte Marco "ich glaub wir brauchen mehr Auswahl als nur Lebensmittel" gab Nina zurück. „In der Stadt ist ein großes Einkaufszentrum du musst dich nur Richtung Dortmund Zentrum und dann Richtung Bahnhof halten" Nina nickte und ich holte meine Handtasche. Nina stand schon im Flur als ich zu ihr ging "nimm doch mein Auto das steht rechts neben dem Haus in einer Seitenstraße" rief uns Marco nach und wir waren weg.

Wie das Leben so spieltGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt