95- Ticket nach Zürich

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Ich hatte den Sonntag überlebt und alles in allem war es ja doch spaßig gewesen und nur halb so schlimm. Ich verstand mich super mit Yvi und auch mit Meli und Marco seine Ansicht war, das so auch seine Mutter nicht drum rum kam mich zu akzeptieren. Nico, der Sohn von Yvi, verstand sich auch super mit Marie oder auch anders rum. Marie übernahm ja die Rolle der großen, wie sie es schon bei Nuris Sohn getan hatte. Ich war gerade etwas am Essen kochen als es klingelte. Marco machte auf und rief mir zu das es Bernt sei. „Oh je ich hoffe er hat keine schlechte Nachrichten, wenn er schon persönlich kommt. Wir hatten nichts ausgemacht warum er herkommen müsste" besorgt sah ich Marco an, der auf mich zukam. „Ach was, mach dir doch nicht immer gleich solch ein Kopf. Zudem, Schatz, hier kann dir schon mal nichts passieren" er war ganz bei mir angekommen und legte seine Hände auf meine Wangen, zog mich an sich und gab mir einen Kuss „Ich hab gesagt das ich auf dich und auch auf Marie aufpassen werde. Das war mein ernst" er küsste mich nochmal dann holte er sich ein Glas, goss sich was zu trinken ein und ging wieder rüber zu Marie. Er versuchte schon wieder ihren Rekord zu knacken, den sie irgendwie geschafft hatte aufzustellen. Marco wurmte es, das er es einfach nicht schaffte und Marie machte sich darüber lustig. In der Diele surrte es und Bernt kam rein. „Hallo ihr drei, alles klar bei euch?"-„Bis jetzt schon. Hallo Bernt" sagte ich unsicher und er lächelte mich wieder auf diese väterliche Art an. „Du schaust als würdest du dich nicht freuen mich zu sehen?"-„Sie hat sorge das du schlechte Nachrichten hast" kam es von Marco und „Hallo Bernt hast du eigentlich mit meinem Vater geredet?"-„Ähm warum?"-„Nur so, weil wir gestern dort waren. Ich hab meine neue Freundin vorgestellt und mein Vater hat nicht ganz reagiert wie ich dachte. Er schien so als hätte er es schon gewusst" Bernt fing an zu lachen „ich wusste, dass man es deinem alten Herrn anmerken wird aber er wollt ja nicht auf mich hören. Du solltest wissen, dass wir ein gutes Verhältnis haben. Ich selbst bin schwer in Geheimniskrämerei" er sah mich an „Kannst du vom Herd weg oder soll ich mich lieber hier zu dir setzten?"-„Du bist also doch wegen mir hier" kam es über meine Lippen und er nickte nur und machte ein ernsteres Gesicht. Ich musste schlucken und zeigte ihm den Esstisch. Ich schaltete die Herdplatten kleiner und fragte ihn „magst du was zu trinken?"-„Ja einen Kaffee wenn es geht"-„sicher" monoton nahm ich eine Tasse, stellte sie unter die Maschine und ließ einen Kaffee raus. Stellte alles auf ein Tablett mit Milch und Zucker, da mir nicht mehr einfiel wie Bernt seinen Kaffee trank. Ich legte noch ein paar Kekse dazu, nahm alles hoch und ging rüber zum Tisch. „Dann leg mal los" ich atmete tief durch und erwartete alles. Alles! Bis auf das was kam. „Nina ich wurde von der Polizei angerufen" ich schluckte trocken, immer und immer wieder, doch der Kloss wurde grösser. „Sie haben eine Leiche gefunden" er redete sehr leise damit Marie es nicht mitbekam und ich merkte das ich geschockt war. Eine Leiche? Michaels Leiche? Ich bin Witwe? Ich freute mich und doch war es ganz komisch. Als würde plötzlich ein Stück in mir fehlen. „Nina?"-„ähm ja?" er lächelte wieder so liebevoll „Nina wir müssen hin fahren zur Identifizierung. So schnell wie möglich" Ich merkte Hände auf meinen Schultern. Marcos Hände und ich fühlte mich gleich nicht mehr so leer und allein. Ich sah zu ihm auf „soll ich mitkommen?"-„Ich werde mit Anne reden müssen ob sie nochmal auf Marie schaut" er nickte nur. „Ich hab geschaut, so lang sind wir gar nicht unterwegs" sagte Bernt in unsere kleine Unterhaltung rein. „Klar, nein, nur ein paar Stunden Autofahrt" sagte ich sarkastisch und er grinste „man kann auch fliegen" ich schaute ihn wie das siebte Weltwunder an. „Klar kann man fliegen! Aber weißt du was das kostet? Das ist kein Inlandflug und ich glaub man kann auch nicht One-day fliegen"-„Doch man kann. Das es nicht billig ist, das stimmt und das es kein Inlandflug ist, stimmt auch"-„Damit es schneller geht, können wir doch fliegen?" meinte dann auch Marco. Ich sah ihn an „so viel Geld hab ich auch wieder nicht um mal eben für 1000 Euro zu fliegen" grinste ich. Er hörte auf zu grinsen und schaute recht ernst. Irgendwie wusste ich genau was dann kam. „Ich kann es doch bezahlen" ich biss mir auf die Zunge und sagte ihm nicht was ich davon hielt sondern fragte „bringt es was wenn ich dagegen rede?" Er schüttelte nur den Kopf. „Denk doch dran wie schnell wir dann wieder hier wären" ich seufzte und war sowieso schon überstimmt. „So wie du auf die Idee mit Fliegen kommst, weißt du doch sicher auch schon wann, wo, wie?" fragte ich in Bernts Richtung. Er nickte und meinte „Morgen früh um 10 Uhr vom Flughafen in Düsseldorf nach Zürich. Das war der einzige Flug den ich bekommen habe für uns drei"-„was heißt das? Den du bekommen hast?"-„Das ich von Marcos Zustimmung ausging und schon alles erledigt habe" *sie wollen ja alle nur mein Bestes* dachte ich mir um mich nicht aufzuregen, das ich wohl nicht selbst bestimmen durfte. „Ich hol euch morgen früh dann so um halb 8 ab. Sagt mir dann noch Bescheid ob wir Marie nach Mats fahren oder ob sie geholt wird" ich nickte nur „das war es auch schon und ich bin wieder weg"-„magst du zum Essen bleiben oder hast du keine Zeit?" fragte ich ihn. Warum ich das tat konnte ich nicht mal wirklich erklären. Ich fühlte mich einfach nur wohl in seiner Gegenwart. Es war natürlich nicht so wie bei Marco. Es war anders. Vielleicht weil er mich etwas an meinen Vater erinnerte, darum war auch sein lächeln, seine Blicke und Gesten für mich immer so als wäre ich eine Tochter für ihn. Er fing plötzlich an zu grinsen „ich dachte schon du willst mich nicht fragen" ich musste lachen „jetzt weiß ich auch warum du persönlich hier bist"-„nein nein meine liebste Nina, das konnte ich ja nun wirklich nicht wissen das du am kochen bist. Ich hab es in meiner Kanzlei nicht gerochen" Ich stand auf und ging in die Küche und stellte alles bereit zum Tisch eindecken und machte den letzten Schliff am Essen. Marco holte sich die Teller und Besteckt. Wenig später klopfte sich Bernt auf seinen Bauch „also ehrlich Nina, wärst du nicht die Auserwählte des Sohnes meines besten Freundes würde ich anfangen um dich zu buhlen. Du bist hübsch, hast was im Kopf und kannst obendrauf auch noch super kochen. Da ich deine Mutter kennen gelernt habe weiß ich ja woher du das alles hast. Vielleicht sollte ich dort ja mal anklopfen. Natürlich nur mit deiner Erlaubnis" er schaute mich verschwörerisch an und wartete wohl wirklich auf eine Antwort von mir. „Bernt, meine Mum ist alt genug um das selbst zu bestimmen" zwinkerte ich ihm zu. Er stand auf, nahm sein Sakko von der Stuhllehne und meinte dann „Nina, das war kein Nein! So ich bin dann aber auch wieder weg. Ich sehe euch morgen früh dann wieder" Marco stand auf und brachte Bernt noch nach vorn und ich fing an den Tisch abzuräumen. Ich würde also morgen schon wieder in meine Heimat reisen und diesmal mit dem Flugzeug nur um die eventuelle Leiche meines Noch-Mannes zu identifizieren. Marie erinnerte Marco daran dass Montag war und er ihr versprochen hatte Farbe für ihr Zimmer zu kaufen. Kurz darauf war ich allein und konnte mit Anne in Ruhe telefonieren. Ich erzählte ihr den neusten Stand der Dinge und fragte sie ob sie Marie denn nehmen würden. Sie war gleich dafür und sie würde mit Mats kommen um sie zu holen. Sie erzählte mir dann noch von den Zweifeln von Mats und ich erinnerte sie daran, wie damals Michael drauf war als es um die Vaterschaft ging von Marie. Doch dann kam ich auf was ganz anderes „du hast ja Bernt auch kennen gelernt?"-„Ja hab ich, der ist echt nett so ein richtiger Vater-Typ"-„genau das denke ich mir auch" kicherte ich leicht „ja echt, wenn meine Mutter nur einmal so einen angeschleppt hätte wäre wohl vieles anders gelaufen"-„glaubst du der wäre was für meine Mutter?"-„Nina? Willst du jetzt deine Mum verkuppeln?"-„Nee so war das nicht gemeint. Einfach nur mal so drüber nachgedacht"

Wie das Leben so spieltGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt