107- Papa-Ersatz

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Es war sehr früh am Morgen als es klingelte und ich ignorierte es gekonnt. Ich wollte meine Kuschel-Position nicht verlassen in der ich mich gerade befand. Zudem war die Nacht sehr kurz. Mit einem verliebten Lächeln dachte ich daran wie Marco mich küsste und berührte. Das Problem war nur das die Person an der Tür wohl kein Verständnis zeigte. Marco wurde auch wach und stand wohl auf. Ich blinzelte und sah wie er sich eine Short anzog. Ich kuschelte mich wieder fest in meine Decke und schloss die Augen. Ich dämmerte wohl wieder ein denn ich erschrak als er mich sanft an der Schulter ruckelte. "Nina wach auf wir haben Besuch"-"wer auch immer soll später wieder kommen" nuschelte ich. "Deine Mutter und Bernt mit Brötchen"-"oh ok dann komm ich gleich. Wenn ich ausgeschlafen hab" ich drehte mich um und merkte wie man mir die Decke weg zog "nix da aufstehen" lachte Marco und ich fing an zu schmollen "du hast mich auch schon mal sanfter geweckt" maulte ich drauf los. Er küsste mich auf den Oberschenkel und arbeitet sich über die Seite hoch bis zu meinem Hals und flüsterte mir ins Ohr "war das sanft genug?" Ich hatte Gänsehaut und mein Atem ging schon was schwerer. „Das ist nicht nett das du einfach damit aufhörst"-„Weiber wie man es macht es ist nicht recht" er gab mir einen Klapps auf den Po „steh jetzt auf!"-„Ai ai Sir" ich ging den schweren Gang und stand auf. Er stand vor dem Schrank und suchte sich etwas zum Anziehen raus und bückte sich gerade nach was. Es war die perfekte Einladung zum ausholen und drauf klatschen. „Aua!" Er funkelte mich böse an und rieb sich den Hintern. „Das war die Rache" grinste ich und musste schauen das ich weg kam. Ich griff mir mein Kleid was über dem Stuhl hing, kletterte über das Bett und versuchte es anzuziehen. „Bleib stehen!" lachte er „niemals, willst du mich dann musst du mich schon holen" ich lockte ihn von der Tür weg und rannte dann schnell los. Ich rannte Richtung Bad, Tür auf, Tür zu, durch das Bad durch auf der anderen Seite Tür auf, Tür zu was natürlich alles nur mit lautem Krachen verbunden war. Im Wohnzimmer knallte ich fast gegen Bernt und wurde von Marco eingeholt. „Was hab ich dir gesagt Linda? Wie die kleinen Kinder" lachte er laut auf. „Guten Morgen ihr zwei, wie ich sehe seit ihr fit und ausgeschlafen" lächelte mich meine Mutter an „klar Mama! Hast du schon mal auf die Uhr geschaut?"-„Ja es ist Frühstückszeit" wir schmunzelten uns an. „Komm gib schon her" ich nahm die Brötchentüte Bernt aus dem Arm und ging in die Küche. Marie kam auch aus ihrem Zimmer und rieb sich ihre Augen "was ist das für ein Krach?"-"guten Morgen Marie mein Schatz. Mama und Marco waren das"-"Oma!" rief sie und sprang ihr in den Arm. "Warum bist du so früh hier?"-"wir haben was zum Essen mit gebracht" erklärte meine Mutter und ich sammelte fleißig alles zusammen für das Frühstück und Marco stellte es auf den Tisch. Es war ein gemütliches Frühstück mit lockerer Unterhaltung. Ich beobachtete meine Mutter und Bernt genau und stellte fest wie vertraut sie waren. Anne hatte mir schon erzählt das sie sich sehr nah kamen in den Wochen in denen sie um mich Angst hatten. Sie zeigten es mir aber nicht offen, doch ich sah die verstohlenen Blicke und die zufälligen Berührungen. Als ich sagte das ich Marco überraschen und nach Dortmund wollte zum Spiel war meine Mutter direkt hell auf begeistert. Es stand auch außer Frage das sie wo anders als bei Bernt nächtigen würde. Ich musste darüber schmunzeln das sie sich so verhielten. Aber erst gab erst noch andere Dinge für mich zu klären. Ich dachte an den Brief vom Gericht "Bernt werde ich mich vor Gericht verantworten müssen?" fragte ich ihn direkt heraus. "Ich habe den Richter schon angeschrieben und deine Aussage natürliche dazu getan. Es wird jetzt geprüft werden und auch die Unterlagen von Schneider kommen noch dazu. Da ich mit ihm geredet habe, denke ich wird es reine Formsache sein und der junge Staatsanwalt wird sich damit zufrieden geben müssen das die Sache Außergerichtlich geklärt wird. Sprich es eingestellt wird oder aber ein Urteil ohne Verhandlung zustande kommt. So wie Schneiders Bericht und deine Aussage decken sich das es Notwehr war. Da kann der Staatsanwalt noch so den zweiten Schuss drehen wie er will. Also beruhig dich, da wird nicht mehr viel kommen" er lächelte mich freundlich an und es beruhigte mich wirklich. „Wenn das geklärt ist, wann sagt ihr mir dann endlich das ihr ein Paar seit?" Meine Mutter verschluckte sich an ihrem Kaffee und hustete sich fast die Lunge aus dem Leib. Bernt klopfte ihr auf den Rücken und schmunzelte vor sich hin und sagte dann „ich hab dir doch gesagt das du nichts vor ihr verheimlich kannst. Sie ist deine Tochter, du solltest sie besser kennen"-„Nina!" hustete meine Mutter vor sich hin. „Was denn? Ich bin nicht blind und dumm schon gar nicht" ich strahlte über meinen Treffer den ich gelandet hatte. Meine Mutter wurde knall rot und das lag nicht nur daran das sie sich verschluckt hatte. „Es ist ... ähm ... naja" stammelte sie rum „Mama stell dich nicht so an. Es ist ok für mich. Ich bin alt genug und ich find es schön das du noch mal glücklich wirst"-„ich dachte es würde dich stören, da doch Papa" sie brach ab, sie redete nicht gern über seinen Tod und ich hatte dafür auch Verständnis. Aber ich wollte auch keine lange Erklärung haben denn es war ja für mich ok. „Es stört mich nicht! Ganz im Gegenteil, ich kann mir keinen besseren Papa-Ersatz vorstellen" ich lächelte Bernt an und dieser wurde plötzlich auch verlegen und rot. Als sich alle soweit wieder gefangen hatten nahm Bernt meine Hand und die meiner Mutter „Ich hatte nie Kinder und bin wahnsinnig stolz das ich wohl jetzt nicht nur nochmal eine wundervolle Frau bekomme sondern auch eine ebenso wundervolle Tochter" er strahlte über beide Backen und gab uns beiden einen Kuss auf die Wange. „Ende gut alles gut" sagte ich zu Marco, gab ihm einen Kuss und lehnte mich an ihn. Zwei Wochenspäter kam der Brief von Gericht das die Untersuchungen abgeschlossen seien und das Gericht keinen Zweifel hatte an der Aussage das es sich um Notwehr handelte. Ich war eine freie Frau, Witwe und geschieden. Da meine Scheidung schon eingereicht war vor dem Tod konnte ich mich entscheiden ob ich ein Erbe antreten wollte als Ehefrau oder durch den Tod die Ehe rechtskräftig geschieden werden könnte. So hatte der Satz im Eheversprechen doch wieder einen Sinn gemacht „Zu Mann und Frau bis der Tod euch scheidet". Ich schlug das Erbe aus und nahm die Scheidung an und durfte mein Mädchenname wieder annehmen. Ich war fast eine Wochen damit beschäftig alle Unterlagen zusammen zu haben um meinen Namen und den von Marie ändern zu lassen. Meine Ehe war geschieden und Anne dachte über eine Heirat nach. Es war noch gar nicht so lang her da erzählte mir Anne das sie bedenken hätte was die ganze Sache betraf und nun dachte sie an Heirat. Was Hormone doch so alles anstellen konnten. Sie war schon Ende des 3. Monats und langsam sah man einen kleinen Bauch. Sie hatte endlich die Eltern von Mats kennen gelernt und war begeistert von ihnen. Sie konnte sie sich auch als Schwiegereltern vorstellen aber sie hatte das Gefühl das wohl Mats nicht so berauscht war. Sie versuchte zwar ihn immer mal wieder durch die Blume zu fragen aber eine wirklich klare Ansage kam nicht. Was Anne erst nicht hatte, entwickelte sich plötzlich zum Inhalt ihres Lebens. Der Nestbau! Sie wollte eine absolute Sicherheit haben und Mats verstand die Zeichen nicht. Dabei erfuhr ich von Marco das sich Mats sehr wohl über das Thema Gedanken macht hatte. Aber eben wohl nur „hatte" und es jetzt nicht mehr tat. Die zwei waren auch ein sehr besonderes Paar. Die Wende brachte wohl erst ein Spiel Ende Oktober. Revier Derby war angesagt und Anne und ich beschlossen uns das Spiel anzusehen. Doch nicht als Spielerfrauen, sondern im Gästeblock der Veltins-Arena.

Wie das Leben so spieltGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt