In der Nacht habe ich nur sehr unruhig geschlafen. Immer wieder habe ich von dem Folterkeller da unten geträumt. Mehr als einmal bin ich schweißgebadet aufgewacht. Und zwar war dabei nicht nur mein Nachthemd feucht, sondern auch ganz andere Kleidungsstücke, wie ich zu meinem Entsetzen feststellen musste. Gott! Stehe ich etwa auf so etwas? Ich meine gelesen habe ich natürlich auch schon Bücher mit solchen Anteilen und ja, wenn ich ehrlich bin, haben sie auch schon etwas in mir ausgelöst. Trotzdem. Müde schaue ich auf die Uhr. Es ist sechs Uhr morgens. Draußen dämmert es bereits. Ich beschließe, eine Runde Laufen zu gehen. Dabei bekomme ich den Kopf bestimmt wieder frei! Schnell schlüpfe ich in ein Sportoutfit, hänge vorsichtig mein Ballkleid von gestern Abend auf einen Kleiderbügel und schlüpfe in meine Sportschuhe. Leise laufe ich durch den Gang und hoffe, dass ich niemanden aufwecke. Draußen angekommen genieße ich die frische Luft und atme tief ein- und aus. Es nieselt zwar etwas, jedoch ist das kein Thema für mich. Ich falle relativ schnell in einen regelmäßigen Laufschritt und spüre, wie die ganzen Spannungen von mir abfallen. Das tut so so gut. Ich laufe zu dem kleinen Wäldchen hinunter und verweile kurz am See. Es ist so friedlich hier, wirklich ein magischer Ort, wenn nur nicht diese drei Herren wären. Vor allem Jakob bereitet mir schlaflose Nächte. Ich spüre, wie mein Shirt langsam aber sicher durchnässt ist vom Nieselregen. Ich sollte zügig wieder zurück zur Villa laufen! Ich bin kurz vor der Villa, als mir ein blonder Haarschopf in einem rosa Nachthemd entgegenkommt. Was macht denn Salma hier draußen? Mein Herz schlägt schneller. Wenn das die Herren mitbekommen bin ich geliefert! Ich lege noch einen Zahn zu und erreiche sie schließlich.
„INA!", ruft sie und kommt freudestrahlend auf mich zu. Das Nachthemd klebt an ihrem kleinen Körper, sie hat nicht mal Schuhe angezogen.
„Salma, was machst du denn hier draußen?" Schnell nehme ich sie auf den Arm, um ihr hoffentlich noch etwas von meiner Wärme zu geben. Gemeinsam laufen wir dann schnell zur Villa. Die Köchin hat uns wohl bereits gesehen und winkt uns zu. Mittlerweile sind auch meine Haare tropfnass und hängen mir uns Gesicht.
„Um Himmelswillen! Was macht ihr zwei denn da draußen?", fragt sie und nimmt mir die mittlerweile zitternde Salma ab.
„Ich habe Ina gesucht!", sagt sie mit blauen Lippen.
„Dann stecken wir dich mal schnell in die warme Badewanne!", sage ich entschlossen. Gemeinsam betreten wir das Badezimmer. Ich lasse warmes Wasser ein, während die Köchin Isabella Salma beim Ausziehen hilft. Ich gebe noch eine ordentliche Portion Schaum dazu. Salma nickt und lässt sich ins warme Wasser gleiten.
„Dann mache ich dir schnell einen Kakao! Und dir einen Kaffee?", fragend schaut sie mich an.
„Das wäre toll!", gebe ich zurück und schlinge ein Handtuch um meine Schultern. Auch ich spüre die Kälte nun deutlich.
„Was ist denn hier los?", fragt Jakobs dunkle Stimme. Verdammt! Hätte uns nicht einfach Christian entdecken können? Das hätte bestimmt weniger Ärger gegeben. Ich stelle mich hin und schaue ihn bestimmt an.
„Ich war joggen vor meiner aktuellen Arbeitszeit. Salma ist wohl aufgewacht und hat mich gesucht", erkläre ich mich und spüre, wie ich beginne zu zittern. Seine Blicke wandern über meinen Körper.
„Aha! Das besprechen wir noch! Und jetzt duschen! Abmarsch!"
„Ich möchte zuerst..."
„Wie von Ihnen gerade betont ist es noch nicht ihre Arbeitszeit momentan!", unterbricht er mich harsch. Ich würde ihm gerne so viele unterschiedliche Dinge an den Kopf werfen! Jedoch beginnen meine Zähne zu klappern. So beuge ich mich seiner Aufforderung – teilweise.
„Dann sehen wir uns gleich beim Frühstück, ja?" Ich lächle Salma noch zu und würdige Jakob keines Blickes mehr.
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Cinderella in Chucks
RomanceDiese Geschichte steht für sich alleine und hat (bisher) keinen Querbezug zu meinen anderen Geschichten. Ina ist frisch gebackene Erzieherin und hat gerade ihre Abschlussfeier überstanden. Wenige Tage später erhält sie eine rätselhafte E-mail der Ge...
