Das Prozedere mit dem Aufwecken wiederholt sich glücklicherweise nur noch einmal. Ich scheine tatsächlich mehr Glück als Verstand gehabt zu haben. Als ich auf den Wecker schaue erschrecke ich. Es ist bereits 9 Uhr. Das Bett neben mir ist leer, als ich auf die Laken fühle sind diese allerdings noch warm. Allzu lange kann Jakob also noch nicht weg sein. Ich richte mich vorsichtig im Bett auf. Mein Kopf brummt wieder ein bisschen und die Narbe zieht etwas. Darf ich jetzt eigentlich aufstehen? Ich weiß es nicht und bleibe sicherheitshalber sitzen. Kurze Zeit später tritt Jakob aus dem Badezimmer. Um seine Lenden ist nur ein Handtuch geschlungen. Der Anblick ist schon ziemlich atemberaubend. Ich schlucke trocken. Jakob ist sich seiner sehr sicher und hält meinen Blick solange, bis ich meinen senke. Okay, lasse ich ihn eben gewinnen! Er geht zu der Anrichte im Essbereich und kurz darauf zieht der Duft von Kaffee durch die Suite. Ein Träumchen! Der Kaffee wird mir von Jakob ans Bett gebracht.
"Danke!", sage ich und nehme einen genießerischen Schluck.
"Gerne!", gibt er zurück und grinst mich an. Er ist sich seiner Wirkung schon sehr bewusst! "Wie fühlst du dich?", fragt er nun und sieht mich musternd an.
"Ganz okay. Mein Kopf tut ein bisschen weh. Aber davon abgesehen kann ich nicht klagen!"
"Kilian wird gleich nach dir sehen! Aber eines kann ich dir gleich sagen. Du hast heute Bettruhe!", sagt er mit Nachdruck.
"Und Salma?", spiele ich meinen Joker aus.
"Blanche kümmert sich heute um sie."
"Aber sie hat doch auch eine Fortbildung! Nicht dass sie nachher ihre Punkt verliert!
"Mach dir darum keine Sorgen, Ina. Blanche wartet nur auf ihre Brüder. Sie sind zusammen angereist. Ihre Fortbildung war nur eintägig!"
"Brüder?", frage ich nach. "Hat sie noch mehr Brüder außer Primus?"
"Sieben!", sagt Jakob leise lachend.
"SIEBEN?", sage ich geschockt.
"Ja. Sieben!"
"Ach du Scheiße!",
"Ina. Sprache!", sagt Jakob grollend.
"Alles Mediziner?", frage ich. Da klopft es an der Tür. Jakob beantwortet daher meine Frage nicht und läuft, nach wie vor nur im Handtuch, zur Tür und öffnet diese. Die arme Blanche. 7 Brüder... ich meine Einzelkind zu sein ist auch kein Zuckerschlecken. Aber 7? Ich höre Männerlachen aus dem Esszimmer und trinke schnell noch einen Schluck Kaffee. Kilian, geschniegelt und gestriegelt betritt das Schlafzimmer. Jakob wirkt neben ihm sehr lustig.
"Zieh dir mal was an, Alter!", sagt Kilian nun zu ihm und boxt ihm in die Rippen. Jakob zuckt nur mit den Schultern.
"Ina mag mich so!" Jakob zwinkert mir zu, während ich erröte.
"Wie geht es unserer Patientin?", fragt Kilian und setzt sich zu mir.
"Ein bisschen Kopfschmerzen. Sonst ganz gut!", gebe ich etwas scheu zurück. Seine Hände wandern zu meinem Kopf und drücken sanft einige Punkte. Es ist nicht immer angenehm was er da macht. Auch er leuchtet mir nochmal in die Augen.
"Du scheinst wirklich Glück gehabt zu haben. Übelkeit? Schwindel?"
"Ich durfte ja nicht aufstehen...", gebe ich zurück.
"Aha und ihre Schlagfertigkeit hat sie auch wieder!", Kilian lächelt mir kurz zu und wird dann wieder ernst.
"Also. Keine Alleingänge, Fräulein! Jakob, gibst du mir ein Pärchen Manschetten bitte?", fordert Kilian ihn auf. Was will er denn jetzt mit Manschetten? Meinen Handgelenken geht es doch gut. Als ich allerdings die Art und Weise der Manschetten sehe, werden meine Augen groß. Kilian zieht mein Handgelenk zu sich heran und legt mir das kühle Leder um. Kurz darauf schließt er die Schnallen und Klettverschlüsse. Es fühlt sich irgendwie gut an. Genauso verfährt er mit der anderen Hand. Mein Herz pocht schneller. Jako friemelt irgendetwas am Bett herum. Kurz darauf sind meine Hände am Bett - zwar mit genug Bewegungsspielraum - aber trotzdem fixiert. Ich schaue zwischen den beiden hin- und her. Ist das deren Ernst?
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Cinderella in Chucks
RomanceDiese Geschichte steht für sich alleine und hat (bisher) keinen Querbezug zu meinen anderen Geschichten. Ina ist frisch gebackene Erzieherin und hat gerade ihre Abschlussfeier überstanden. Wenige Tage später erhält sie eine rätselhafte E-mail der Ge...
