"Ich habe aber keinen Hunger!", motzt Salma.
"Ich auch nicht. Aber du möchtest doch sicher deine Onkel sehen, oder?"
"Ja. Das will ich. Trägst du mich?"
"Klar!" Ich gehe noch kurz ins Bad und nehme eine Schmerztablette gegen die Halsschmerzen. Das muss ja nicht sein! Dann nehme ich Salma auf meinen Rücken. Gemeinsam gehen wir nach unten. Irgendwie bin ich ganz schön erledigt. Glücklicherweise sind wir die ersten. Es steht wieder einmal eine Terrine auf den Tisch aus der es köstlich duftet.
"Ich habe eine schöne Hühnersuppe für dich gekocht, Salma! Mit Grießklößchen!", sagt die Köchin stolz. Ich lächle ihr zu. Ich habe wieder so gar keinen Hunger. Die Tür öffnet sich und die drei Männer kommen gemeinsam hinein. Sie scheinen über irgendetwas zu lachen. So gelöst sieht Jakob noch attraktiver aus. Mist! Schnell schaue ich auf meinen Teller, in dem ein Klößchen schwimmt. Ich schubse es etwas hin und her, während Salma den Männern von unserem Obstmus erzählt. Ich spüre die Blicke der Herren auf mir und ziehe schon den Kopf ein.
"Gut gemacht, Fräulein Sievers!", höre ich schließlich von Jakob. Erstaunt hebe ich den Kopf und schaue in seine Augen. Sie schauen mich für einen Moment warm an. Ich setze an zu antworten, jedoch muss ich mich erstmal räuspern.
"Ähm. Gerne!",gebe ich schließlich zurück. Meine Wangen glühen und mein Kopf pocht.
"Sind die Halsschmerzen schlimmer geworden?", fragt Christian und sieht mich musternd an.
"Nein. Nur ein Frosch im Hals!", sage ich entschieden. Dann klopft es an der Tür des Esszimmers, oder soll ich lieber Esssaal sagen?" Sebastian ruft: "Herein!" Und Justus betritt das Zimmer.
"Die Laborergebnisse von Ina sind da!", sagt er und bekommt dazu einen strafenden Blick von Jakob.
"Danke!", sagt dieser gestellt. "Und für dich immer noch Fräulein Sievers!" Justus nickt und reicht Christian den Bogen. Dieser überfliegt ihn. Seine Augenbrauen ziehen sich zusammen. Ich hoffe, er hat nichts Schlimmes gefunden!
"Auch positiv auf Strep!", sagt nun Sebastian, der ihm über die Schultern schaut. Ich versteife mich.
"Das wundert auch nicht. Also ist das wohl die Ursache für die geschwollenen Lymphknoten und den geröteten Hals!", ergänzt Christian.
"Die Entzündungswerte sind auch erhöht. Außerdem Vitamin B12 - Mangel und Ferritin ist auch unterirdisch. Da haben wir was zu tun, Fräulein Sievers!", sagt nun Jakob, der es natürlich nicht lassen konnte, auch noch in den Bogen zu schauen.
"Ich bringe Ihnen gleich nach dem Essen das Antibiotikum!", kündigt Christian an.
"Das nehme ich nicht!", sage ich kühl. Sofort spüre ich die Blicke der Männer auf mir.
"Bitte?", fragt nun Jakob. Sämtliche Wärme ist aus seinem Blick verschwunden. Salma klettert auf meinen Schoß und klammert sich fest.
"Ich nehme das nicht!", stelle ich klar. "Und jetzt bringe ich Salma ins Bett!"
"Diese Diskussion ist noch nicht zu Ende geführt!", ruft Jakob hinter mir her.
"Bastard!", flüstere ich mit zusammengepressten Lippen.
"Bastard?!", sagt Salma. "Das ist ein lustiges Wort! Bastard, Bastard, kleiner, dicker Bastard!", beginnt sie nun zu singen. Ich seufze. Was habe ich da nun schon wieder angerichtet.
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Cinderella in Chucks
RomanceDiese Geschichte steht für sich alleine und hat (bisher) keinen Querbezug zu meinen anderen Geschichten. Ina ist frisch gebackene Erzieherin und hat gerade ihre Abschlussfeier überstanden. Wenige Tage später erhält sie eine rätselhafte E-mail der Ge...
