Kapitel 64

1.7K 98 8
                                        

Ein nicht-ganz österlich-freudiges Kapitel. Ihr lernt nun die Verwandtschaft der Herren kennen. Viel Freude mit Kilian und Timon :)

Ich spüre, wie die Schmerzen endlich weniger werden. Jakobs Hand ist immer noch fest mit meiner Hand verbunden und das fühlt sich so unglaublich gut an! Ich kann es fast ein kleines bisschen genießen!

„Wir bringen dich ins Nebenzimmer! Da haben wir etwas mehr Ruhe!", kündigt Christian an. Jakob nimmt mich vorsichtig in seine Arme. Ich werde vorsichtig an seine feste Brust gedrückt. Ich schließe die Augen und inhaliere seine Duft. Vorsichtig werde ich auf einem der Sofas im Nebenzimmer abgelegt. Ich fühle mich deutlich besser.

„Der Rettungsdienst kommt gleich!", sagt Sebastian und lächelt mir zu. Jakob bleibt eng an meiner Seite und hält wieder meine Hand fest. Ich lächle ihm dankbar zu.

„Aber mir geht es doch schon wieder deutlich besser!", wage ich zu sagen. Ich spüre, wie Jakob die Luft sehr scharf einzieht.

„Ina! Dünnes Eis!", sagt Christian scharf. Ich lehne mich zurück und schließe die Augen. Dann höre ich schnelle Schritte, die näher kommen.

„Na endlich! Warum hat das so lange gedauert?", höre ich Jakob angefressen fragen.

„Jakob. Beruhig dich. Jetzt sind wir ja da. Was haben wir?", fragt eine tiefe, ruhige Stimme. Ich öffne die Augen. Es interessiert mich dann doch, wem diese gehört. Ich blicke in die blausten Augen, die ich jemals in meinem Leben gesehen habe! Ich verliere mich in ihnen, während die Männer meinen Fall besprechen. Sie strahlen solch eine Gelassenheit aus. Wenig später werde ich auf so eine rollbare Trage gelegt. Jakob bleibt die ganze Zeit neben mir. Es schmerzt nochmal ziemlich, als der Rettungswagen rumpelnd über das Kopfsteinpflaster fährt.

„Ina?", spricht mich der blauäugige Notarzt an. Ich schaue zu ihm und genieße es sehr, dass Jakob trotz allem meine Hand hält.

„Ich bin Kilian! Anästhesist und Notfallmediziner. Wir bringen dich gleich in unsere Klinik. Dort wartet mein Bruder Timon und das Team der Chirurgie auf uns. Wir sind übrigens die Cousins der Jungs und unseren kleinen Bruder Justus kennst du ja schon." Er lächelt mir zu. Es beruhigt mich, dass ich nicht in gänzlich fremde Hände übergeben werde. Er sucht erneut meinen Blick. „Du wirst dort so schnell wie möglich operiert! Ich möchte mit dir während der Fahrt den OP-Aufklärungsbogen durchsprechen", erklärt er ruhig. Ich nicke, obwohl sich bei dem Wort OP alles in mir zusammenzieht. Ich muss wieder an den Unfall denken, an die schreckliche Zeit nach dem Tod meiner Eltern! „Ina, bist du bereit?" Ich schlucke und nicke schließlich. Jakobs Nähe hilft dabei unwahrscheinlich.

Ich versuche die Fragen so gut wie möglich zu beantworten. Nicht immer gelingt das. Jakob hilft mir dabei. Als wir schließlich die Klinik erreichen, umgibt mich trubelige Geschäftigkeit. Ich werde zügig ausgezogen, in OP- Kleidung gesteckt, verkabelt und schließlich in die Schleuse gebracht.

"Ina? Weiter kann ich dich nicht begleiten!", sagt Jakob schließlich die gefürchteten Worte. "Ich weiß, dass du bei meinen Cousins in den besten Händen bist!" Er drückt meine Hand fest. Auch ihm scheint die Situation gerade nicht leicht zu fallen. Ich sehe, wie er schluckt.

"Ich habe zwei Schutzengel an meiner Seite!", sage ich schließlich zu ihm lächelnd. Ich weiß nicht, woher diese Worte kommen, geschweige denn woher die Kraft kommt, diese in diesem Moment zu sagen. "Ruth und Rosalie passen auf mich auf! Mach dir keine Sorgen!"

"Jakob! Wir müssen!", sagt ein Mann, bereits in OP - Kleidung. Er trägt noch keinen Mundschutz. Staunend schaue ich ihn an. Er lächelt mir zu. "Hallo Ina. Ich bin Timon." Er sieht genau gleich aus, wie Kilian. Sie sind wohl Zwillinge. Bis auf seine Augen! Kilians eisblaue Augen, die kühle Gelassenheit ausstrahlen, sind bei Timon schokobraun und wirken freundlich und warm. "Ich werde dich gleich operieren. Das Team steht bereit. Kilian kennst du ja bereits!" Mit einem letzten festen Händedruck bleibt Jakob schließlich zurück. Ich schließe die Augen und fühle mich trotz der furchterregenden Situation gehalten und geschützt. 

Cinderella in ChucksGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt