Kapitel 78

2.7K 108 5
                                        

***Ein kleines, aber feines Kapitelchen. Viel Spaß beim Lesen!***


"Wir wären soweit!", höre ich eine angenehme Stimme neben mir. Ich drehe den Kopf und versuche auszumachen, zu wem diese gehört.

"Prima!", gibt Jakob zurück. "Ina, damit Primus gut arbeiten kann, werden wir dich gleich auf dem Esstisch lagern!" Ich schaue Jakob mit großen Augen an. Das kann doch nicht sein Ernst sein! Er hält ruhig meinen Blick. Ich sehe Stärke darin und Unnachgiebigkeit. Leise seufze ich. Jakob schiebt eine Hand unter meinen Rücken und die andere unter meine Beine. Ganz Braut-Style. Allerdings habe ich mir diesen Moment ziemlich anders vorgestellt. Mir ist leicht übel. Trotzdem oder gerade deswegen vergrabe ich meine Nase an Jakobs Oberteil, dass einfach nur gut nach ihm riecht. Allerdings trifft mich die Realität schon kurz darauf sprichwörtlich bockhart, als ich von ihm auf dem Tisch abgelegt werde. Mein Herz beginnt zu rasen vor allem als Jakob sich aus meinem Sichtfeld bewegt. Dafür sehe ich jetzt in ein mir unbekanntes Gesicht.

"Hallo Ina. Es ist schön dich kennenzulernen! Ich bin Primus und werde dir jetzt eine erstklassige, minimale Wundnaht verpassen!" Er strahlt mich förmlich an. Seine Augen glänzen. Wie kann man nur so begeistert seinem Beruf nachgehen.

"Aha!", bringe ich nur sehr intelligent heraus. Glücklicherweise ist Jakob wieder zu mir getreten und hält meine Hand. "Ich fände das jetzt aber gar nicht so schlimm, dass einfach so zu lassen!", gebe ich schließlich zurück. Die wohlgeformten Augenbrauen seines Gesichts hüpfen nach oben. Ein empörter Gesichtsausdruck ist nun zu sehen.

"Das kommt gar nicht in Frage!", sagt er entschieden.

"Ich würde es aber wirklich nicht schlimm finden, wenn wir einfach jetzt alle ins Bett gehen würden!", versuche ich es noch einmal. "Oder?", schiebe ich etwas unsicher hinterher. Ich höre ein leises Grollen von Jakob, bei dem ich eine Gänsehaut bekomme.

"Ein Knebel wäre auch nicht schlecht, zusätzlich zur Fesselung!", sagt Primus nun halb lachend - halb ernst. Meine Augen werden groß. Was kommt als nächstes? Eine Augenbinde? Ich schlucke trocken. Primus lächelt mir nun wieder zu.

"Keine Sorge. Das überlasse ich Jakob! Nun bekommst du ein leichtes Beruhigungsmittel über die Vene, dann wirst du von den paar Stichen nicht viel mitbekommen. Bereit?", fragt er freundlich. Ich seufze und drücke Jakobs Hand.

"Bereit!", sagt dieser für mich. Ich spüre ein sonderbares Gefühl in meinem linken Arm. Kurz darauf bin ich wie eingeschlafen. Das ist gar nicht mal so schlecht, das Zeug! 

Cinderella in ChucksGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt