Kapitel 37

2.1K 92 3
                                        

Als ich am nächsten Morgen aufwache, muss ich mich erstmal sortieren. Wie spät ist es? Ich schaue auf mein Handy. Es ist 11 Uhr! Scheiße! Voll verschlafen! Wie konnte das passieren? Schnell krabble ich aus dem Bett. Mein Kreislauf findet das so mäßig toll. Ich stolpere und setze mich sicherheitshalber auf den Boden. Trotzdem entweicht ein ganz schön lauter Fluch meinem Mund - der so gar nicht damenhaft war. Ich bleibe einen Moment sitzen bis es an der Tür klopft.

"Ähm. Einen Moment.Ich bin gleich soweit und kümmere mich um Salma!", bringe ich stotternd hervor.

"Ina?", höre ich Christians Stimme. "Ist alles okay?"

"Ja, ja! Alles bestens! Wie gesagt ich bin gleich da!"

"Ina. Es ist Wochenende. Du hast frei und bist krank und ich komme jetzt herein!",kündigt er an. Ich schlage mir imaginär die Hand vor den Kopf. Shit! Stimmt ja. Ich kann den ganzen Tag in meinem Apartment bleiben und mich erholen. Das klingt nach einem guten Plan. Moment? Hat er gerade etwas von reinkommen gesagt? Ich schaue nach oben und sehe Christians Gesicht vor mir. "Was genau machst du auf dem Fußboden?", fragt er mit hochgezogenen Augenbraueni.

"Ähm. Nichts. Ist gemütlich da!", gebe ich zurück. "Wo warst du gestern Nacht? Da hätte ich dich gut gebrauchen können!"

"Auch wir haben ein Privatleben, Ina! So. Hinlegen!", kommandiert er. Ich verdrehe die Augen. Schlimmer kann es ja ohnehin nicht kommen. "Auf die Seite!" Okay. Es geht immer schlimmer. Ich seufze leise und füge mich meinem Schicksal. Kurze Zeit später spüre ich seine behandschuhten Finger an meinem Po. Mittlerweile kenne ich das Gefühl ja schon. "Immer noch ja schön hoch. Ich hoffe das Antibiotikum schlägt bald an!", verkündet er und wäscht sich die Hände. "Ich bringe dir gleich dein Frühstück und deine Medikamente!"

"Das kann ich mir auch selbst holen!", rufe ich ihm hinterher. Da ich ohnehin keinen Hunger habe. Ein Apfel aus dem Kühlschrank reicht mir. Er reagiert darauf natürlich nicht. Ich steige wieder aus dem Bett und bewege mich vorsichtig ins Badezimmer. Mein Hals fühlt sich immer noch ganz schön rauh an. Nach einer Katzenwäsche schlüpfe ich in frische, bequeme Kleidung, binde meine Haare zusammen und setze mich wieder ins Bett. Dort wartet schon ein Tablett und Christian auf mich.

"Wie geht es Salma?"

"Deutlich besser. Sie springt schon wieder herum!" Er lächelt mir zu. Ich schaue auf das Tablett. Statt des leckeren Obst der letzten Tage sind da einige Gemüsesticks und Kräuterquark angerichtet. Immerhin steht auch ein Tasse Kaffee darauf. Ich nehme sie in die Hand und trinke einen genießerischen Schluck. Das tut gut.

"Ich habe keinen Hunger!", sage ich entschieden.

"Du wirst essen!",sagt Christian entschieden."Hier sind deine Medikamente! Zuerst das Antibiotikum, dann etwas für dein Immunsystem und ein Schmerzmittel!" Er reicht mir die Medikamente an, die ich mit einem herzhaften Schluck Kaffee zu mir nehme. "Die nächsten Tage gibt es kein Obst und auch kein Zucker für dich, um der Pilzinfektion deiner Scheide und Vulva entgegenzuwirken!" Dabei hätte ich fast den Kaffee über die Bettdecke gespuckt. Spricht der da so locker - flockig über meinen Intimbereich. MEDIZINER! "Außerdem bekommst du von Jakob nachher noch ein Präparat, damit es nicht dazu kommt!" Sofort mache ich mir über die Darreichungsform Gedanken. Zäpfchen, Salbe, Tabletten? Ich stelle meine Tasse ab und nehme mir lustlos ein Stück Karotte. Schöne Scheiße! 

Cinderella in ChucksGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt