Nachdem wir uns auf unsere Kleider geeinigt haben, übernimmt Justus wieder Salma und ich lege mich tatsächlich erschöpft wieder ins Bett und schlafe eine Runde. Der Abend wird sicherlich anstrengend genug. Gegen 17 Uhr stehe ich auf und dusche. In einer halben Stunde soll ich dann in der Klinik antanzen. Ich habe gar keine Lust. Vorsichtig ziehe ich die Elektroden ab. Das reicht jetzt mit der Messung! Nach der Dusche schlüpfe ich wieder in meine Kleidung und mache mich auf den Weg nach drüben. Das Kästchen habe ich natürlich dabei. Ich bleibe im Anmeldungsbereich stehen. Schließlich habe ich keine Ahnung in welches Zimmer ich gehen soll. Gut, Sebastians Couch wird es wohl nicht sein. Ich höre Stimmen, die sich mir nähern. Dabei kenne ich nicht alle davon. Schließlich biegen Christian, Jakob, Primus und noch ein Mann um die Ecke. Das Testosteron, welches dieser Männerhaufen hier versprüht würde reichen um eine ganze Kaffeefahrt voller 60-jähriger zu schwängern. Bilder drängen sich vor meinem inneren Auge auf, die ich so nicht sehen will. Ich schüttle kurz den Kopf und verfluche für einen Moment mein inneres Kopfkino. Der mir bisher unbekannte Mann tritt vor und mustert mich für einen Moment. Seine dunklen Haare sind akkurat frisiert. Er trägt eine penibel gebügelte Hose und ein dunkles Hemd. Er wirkt überaus gepflegt. Das Stethoskop ist um seinen Hals geschlungen. Ich habe das Gefühl, er durchleuchtet mich komplett. Meine Knie werden etwas weich und mein Herz beginnt nun tatsächlich in seinem eigenen Rhythmus zu schlagen. Jakob tritt neben mich.
"Lass uns in Christians Zimmer gehen!" Er legt seine warme Hand in meinen Rücken und führt mich zur Liege. Ich setze mich hin und lege das Kästchen neben mich.
"Ich übertrage die Daten gleich mal!" Christian nimmt das Kästchen und geht zu seinem Rechner. Secundo tritt, ohne eine Miene zu verziehen, zu mir heran während Primus mich anlächelt. Secundo legt seine Hände auf meine Schultern und dirigiert mich in eine liegende Position. Ich folge. Seine Berührung ist überaus angenehm. Der Druck seiner Hände angenehm fest. Jakob stellt sich neben mich.
"Machst du den Oberkörper deiner Sub bitte frei!", sagt Secundo und ich schnappe nach Luft. Moment! So weit bin ich noch nicht! Jakob zwinkert mir zu und ich lasse ihn schließlich gewähren. Allerdings bin ich nicht allzu hilfreich. "Hast du ihr erlaubt, dass sie die Elektroden abnehmen darf?", fragt er nun Jakob. Jetzt reicht es mir aber!
"Ich kann auch für mich selbst sprechen!", sage ich entschieden. "Und nein. Ich wollte nicht ungeduscht zu dieser Untersuchung kommen und habe sie daher selbst entfernt!" Secundos Blick wandelt sich von befremdet zu erheitert. Er gluckst leise, was gar nicht zu seinem ersten Eindruck passt.
"Na da hast du dir ja eine süße Brat eingefangen!", sagt er zu Jakob. "Sorry. Ich dachte ihr hättet schon klare Tatsachen geschaffen!"
"Nein. NOCH nicht!", gibt er selbstbewusst zurück. Secunds wendet sich wieder mir zu.
"Na dann. Ich hoffe mal, ich kann auch so etwas aus der Messung erlesen. Deine Beinahesynkope hier gerade auf dem Praxisflur hätte mich lediglich interessiert", erklärt er. "Ich würde dich, liebe Ina, nun gerne abhören, wenn das genehm ist!", sagt er übertrieben höflich - was wiederum gar nicht zu ihm passt. Ich nicke schließlich und denke mir, wieder einmal, dass Blanche es mit ihren Brüdern wirklich nicht leicht hat.
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Cinderella in Chucks
RomanceDiese Geschichte steht für sich alleine und hat (bisher) keinen Querbezug zu meinen anderen Geschichten. Ina ist frisch gebackene Erzieherin und hat gerade ihre Abschlussfeier überstanden. Wenige Tage später erhält sie eine rätselhafte E-mail der Ge...
