Kapitel 34

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Schlaf ist doch immer noch die beste Medizin, rede ich mir ein und beschließe früh ins Bett zu gehen. Ich dusche, föhne meine Haare und schlüpfe dann in ein frisches Schlafshirt. Aufseufzend mache ich es mir in meinem Bett bequem und stelle den Wecker. Dann schließe ich die Augen und lasse den Tag Revue passieren. Seitdem ich hier bin scheinen sich die Dinge zu überschlagen. Ich drehe mich auf die Seite und versuche an etwas anderes zu denken, auch wenn es mir schwer fällt.

Ich bin gefühlt gerade eingeschlafen, als mich ein Piepsen aus dem Schlaf reißt. Was ist das? Mein Wecker? Ich schaue verschlafen auf mein Handy. Nein, dass ist es nicht! Was kann das sein? Ich stehe auf. Ui. Mein Kreislauf findet das gar nicht gut. Trotzdem sagt mir mein Gefühl, dass ich nachschauen muss. Ich taste mich durch die Dunkelheit vor zur Türe meines Apartments und gehe zum Flur. Salmas Tür ist sperrangelweit offen. Schnell schaue ich hinein. Ihr Bett ist leer. Fuck! Was ist da los. Zügig gehe ich dem Piepen nach. Es riecht verbrannt. Shit. Ist das etwa der Feueralarm? Mein Herz setzt einen Moment aus. Die Küche! Ich renne nach unten. Der verbrannte Geruch nimmt zu. Schnell betrete ich den großen Raum. Salma sitzt weinend auf dem Boden. Auf dem Herd steht ein Topf in dem es nur so qualmt. Schnell schnappe ich mir ein Tuch und ziehe den brandheißen Topf vom Herd und lasse Wasser hinein. Es zischt und brodelt. Dann öffne ich das Fenster und ziehe Salma in das daneben gelegene Esszimmer. Ich höre Schritte näher kommen. Anscheinend haben die Herren nun auch mitbekommen, was los ist.

"Was ist passiert?", fragt mich Jakob? Er steht vor mir, nur mit einer dünnen Boxershort bekleidet. Ich lasse den Blick kurz über ihn wandern. Darin unterbricht mich ein Hustenreiz. Der Rauch war ganz schön beißend. Mein Hals brennt und mein Kopf dröhnt. Nun, da ich ein Stück weit Verantwortung abgeben kann, verabschiedet sich meine Selbstbeherrschung. Ich kann für einen Moment nicht antworten. Der Boden schwankt unter mir. Ich schließe die Augen und lasse mich auf den Boden sinken. "Salma!", sage ich nur, bevor sich unter mir ein großes Loch auftut, in dem ich mich nur allzu gerne sinken lasse.

Als ich wieder aufwache,weiß ich nicht wie viel Zeit vergangen ist.  Ich liege auf etwas halbwegs bequemen. Um meinen Arm ist etwas festes geschlungen, mein Schlafshirt ist nach oben geschoben und es fühlt sich so an, als werde ich abgehört. Das ist mir deutlich zu viel Ärztekram in kurzer Zeit! Ich öffne die Augen. Jakob sitzt vor mir und scheint mich zu untersuchen. Immer noch in Boxershorts - mein Herzschlag setzt erneut aus. Er schlingt sich nun das Stethoskop um die nackten Schultern. Sebastian hat Salma solange im Arm.

"Wieder da?", fragt er. Jakobs Blick ist einfühlsam und ernst.

"Durst!", krächze ich. Innerhalb kurzer  Zeit bekomme ich ein Glas Wasser angereicht. Ich trinke es durstig. "Salma?" Innerhalb von Sekunden ist ein kleines, lebendiges Wesen auf mir und kuschelt sich an mich heran. Sie ist immer noch ganz schön warm- Hoffentlich schlägt das Antibiotikum bald an. 

"Sachte,Salma. Ina, ich meine Fräulein Sievers muss sich erstmal erholen", höre ich Jakobs Stimme.

"Das ist okay!", gebe ich zurück und setze mich auf. Mein Hals schmerzt jetzt richtig, mein Kopf dröhnt immer noch. Scheiße! Salma kuschelt sich noch enger an mich.

"Ich wollte doch nur ein Obstmus kochen, damit du den Bääh -Saft besser nehmen kannst! Du hast doch auch die Streptototten, so wie ich!", versucht sie sich zu erklären. Tränen strömen über ihr Gesicht.  Ich wische sie sanft beiseite und versuche Salma zu beruhigen

"Ach Salma!", sage ich und schaue zu Jakob. Er betrachtet uns beide ruhig. "Wie geht es ihr?", frage ich ihn nun, während ihre Schluchzer langsam leiser werden.

"Gut zum Glück. Dadurch, dass Sie den Alarm gleich gehört und richtig reagiert haben!", erklärt er. "Danke!", schiebt er hinterher.

"Na ja.  Ich war ja ein Stück weit schuld daran. Aber ist normalerweise nicht die Überwachung von Salma bei einem von Ihnen an? Das hätte doch auffallen müssen, dass sie das Zimmer verlässt."

"Ja, normalerweise schon. Ich habe nicht aufgepasst!", sagt Sebastian zerknirscht. Das Babyphone war noch auf das Gerät der Köchin eingestellt. Die ist aber gar nicht mehr im Haus!"

"Shit. Wenn es für Sie beide in Ordnung ist, würde ich das ab jetzt kontrollieren abends!"

"Bei Ihnen kontrolliere ich jetzt etwas ganz anderes!", sagt Jakob bestimmt. "Sie sind heiß und zwar nicht nur ein bisschen!"

"Danke für das Kompliment!", gebe ich trocken zurück. Sebastian verkneift sich ein Lächeln.

"Ich bringe Salma mal wieder in ihr Bettchen!", sagt er nun.  Vorsichtig nimmt er sie in seine Arme. Salma kuschelt sich sofort an ihn heran. Ich schaue den beiden hinterher. Kurz darauf werde ich mir der skurrilen Situation bewusst. Ich liege, mehr oder weniger nur mit einem dünnen Schlafshirt bekleidet auf  einem der Sofas im Schlafzimmer, während Jakob, fast nackt neben mir sitzt.

"Joa, dann gehe ich auch mal zurück ins Bettchen!", kündige ich an. Meine Stimme klingt heiser.

"Rektal oder vaginal?", fragt er nun.

"Bitte was?",gebe ich nur zurück und richte mich auf.

"Temperaturmessung. Sie glühen!", sagt er ungerührt.

"Ziehen Sie sich erstmal etwas an!", gebe ich zurück.

"Warum? Zu heiß für Sie?", antwortet er.

"Touché!", sage ich leise. "Hören Sie. Ich bin totmüde, mein Hals tut weh und mein Schädel platzt gleich. Ich will einfach nur in mein Bett!"

"Das ist doch mal eine Aussage, mit der ich etwas anfangen kann. Nach Ihnen!", sagt er bestimmt und hilft mir, gentlemanlike, am Ellenbogen nach oben. Ich bin einfach zu müde und zu fertig um noch groß zu diskutieren und gebe daher nach.

"Aber bitte. Tun Sie mir den Gefallen und ziehen sich etwas an. Ja?"

"Weil Sie es sind - ausnahmsweise!", sagt er leise lachend. "Ich bin gleich bei Ihnen. Legen Sie sich schonmal ins Bett!"

Cinderella in ChucksGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt