Kapitel 45

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***Ein ganz frisches Kapitel für euch - Achtung: Cliffhanger am Ende. Nicht dass ihr nachher sagt, ich hätte euch nicht gewarnt :D***

Nach dem wieder nicht sehr erfreulichen Frühstück - immerhin gab es ein Brötchen mit Hummus - nehme ich pflichtschuldig meine Tabletten ein, bevor ich mir ausreichend Zeit im Bad nehme. Ich traue meinem Kreislauf noch nicht soweit, dass ich mir tatsächlich ein Vollbad einlasse, aber eine Dusche mit dem Schwerpunkt auf bestimmte Körperzonen, gönne ich mir. Ich stelle mir alles zurecht und genieße dann den Luxus der Massagedüsen auf meinem Körper. Meine Mitte ist sehr empfindlich und ich versuche alle Gedanken daran, dass Jakob seine Hände bald an mich legen wird, zu verdrängen. Ich bin mir zu 100% sicher, dass alles sehr korrekt und streng medizinisch ablaufen wird. Ob ich das etwas schade finde? Vielleicht.

Schließlich trockne ich mich ab und schlüpfe in frische Unterwäsche. Die Kleider stopfe ich in einen Sack und stelle diesen vor die Tür. Ich fühle mich wie neugeboren. Ich ziehe eine gut sitzende Jeans und ein Langsarmshirt an und und lümmle mich mit meinem Handy auf das Sofa. Erfolglos versuche ich mich abzulenken. Wann wird er mich wohl abholen? Wird er mich überhaupt abholen? Was passiert da genau? Wie wird er reagieren, wenn ich ihm erzähle, dass ich noch Jungfrau bin? Als es dann tatsächlich an der Tür klopft, schrecke ich dennoch zusammen. Ich rufe herein. Mein Herz setzt einen Schlag aus, als Justus das Zimmer betritt.

"Sieht gut aus!", sagt er und zeigt lächelnd auf die Wand.

"Ich finde auch! Hast du gut gemacht!" Ich lächle etwas scheu zurück. Justus verbeugt sich mit einer ziemlichen Grazie. Ich muss lachen. "Nein. Im Ernst. Ich danke dir fürs Hintern retten!"

"Gern geschehen. Tja vor dem nächsten Termin kann und will ich dich nicht retten! Jakob lässt nach dir rufen!" Ich atme tief durch und stehe dann schließlich auf.

"Warum ist er eigentlich so, so...", ich suche nach Worten.

"Intensiv?", fragt Justus.

"Ja. Das trifft es ganz gut."

"Das wird er dir zu einem geeigneten Zeitpunkt bestimmt selbst erklären. Kommst du?", fragt er freundlich und reicht mir eine Hand.

"Muss ich?"

"Du hast immer die Wahl!", sagt er und sieht mich ruhend an. In dem Kerl steckt ein richtiges Schnuckelchen, wenn er mal noch ein paar Jährchen älter ist.

"Wieso fühlt sich das dann gerade so anders an?", sage ich seufzend und nehme seine warme, trockene Hand entgegen. Er lächelt mir nur zu und legt mir seine Hand kurz darauf in den Rücken um mich eng begleitet zu den Räumen der Klinik zu bringen. Mein Herz schlägt schneller. Ich habe den Eindruck, schlecht Luft zu bekommen. Justus bleibt eng bei mir und vermittelt mir eine scheinbare Sicherheit durch den engen Körperkontakt. Schließlich stehen wir vor der Zwischentür. Es rauscht in meinen Ohren.

"Justus. Ich...", setze ich zu sprechen an. Er drückt allerdings die Klinke herunter und schiebt mich entschlossen vorwärts. Wir stehen in dem Untersuchungszimmer. Jakob sitzt an seinem Schreibtisch und schreibt etwas konzentriert nieder. Mein Herz stolpert. Gehetzt drehe ich mich zu der Zwischentür, die durch das Tapetenmuster fast nicht zu sehen ist, um. Justus steht allerdings mit seinem breiten Kreuz davor und versperrt mir den Ausgang. Ich spüre Jakobs brennenden Blick in meinem Rücken und bin gleichzeitig gefangen in dem innigen Blickkontakt zwischen Justus und mir.

"Justus. Du trägst Sorge dafür, dass die Patientin sich entkleidet!", höre ich Jakobs distanzierte Stimme. In mir drin ballt sich alles zusammen. Wut über seine Empathielosigkeit, Trauer über die Art und Weise, wie es eigentlich zwischen uns beiden sein könnte und auch Fassungslosigkeit, wie er mit mir, einer engen Angestellten umgeht. Ich bin ja nicht doof und habe ihn natürlich gegoogelt. Alle Patientinnen schwärmen in hohen Tönen von ihm. Warum geht er denn dann mit mir so arschig um? Ich verstehe es einfach nicht! 

Cinderella in ChucksGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt