Kapitel 68

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Nach zwei zähen Wochen werde ich endlich, mit strengen Auflagen, aus der Klinik entlassen. Timon hat jeden Tag die Operationswunde kontrolliert und ich mag ihn mittlerweile richtig gerne. Er strahlt so eine Wärme und Zuversicht aus. Kilian und Timon haben beide eine beeindruckende Klarheit. Ich weiß direkt, was Sache ist - beziehungsweise kann es zulassen.  Auch Kilian hat immer mal wieder bei mir vorbeigeschaut, wenn es sein enger Zeitplan zugelassen hat. Er hat eine gewisse Distanz und Kühle, die ich nicht so ganz einschätzen kann. Einer der Herren war jeden Tag bei mir - so dass ich mich nie alleine gefühlt habe. Selbst Justus hatte mir einen Besuch abgestattet. Nur Salma, verständlicherweise, nicht. Umso mehr freue ich mich darauf, sie nun wieder in meine Arm schließen zu können.

Meine Vorfreude steigt, als wir über das Kiesbett der Villa entgegen fahren. Christian lächelt mir zu, als eine strahlende Salma mir entgegenläuft. Noch etwas unsicher steige ich aus dem Auto und nehme sie vorsichtig in den Arm. Christian ist in meiner Nähe, um mich zu stützen. Ich lächle ihm dankbar zu.

"Vorsichtig, Salma. Ina ist noch nicht wieder ganz auf der Höhe!", sagt Sebastian. Der sich nun auch zu uns dazu gesellt. "Schön, dass du wieder da bist! Du hast gefehlt!" Er lächelt mich warm an.

"Danke!", gebe ich zurück und streichle Salmas warmes Köpfchen. Gleichzeitig schaue ich mich suchend nach Jakob um. Wir haben die letzten Wochen, als es mir besser ging, einige Gespräche geführt. Allerdings würde ich die Frage nach dem Beziehungsstatus nach wie vor als "nicht definiert" betrachten. Das macht mir schon ein bisschen zu schaffen.

"Jakob muss noch kurz telefonieren!", sagt Sebastian und legt einen freundschaftlichen Arm um mich. Sanft - dominant begleitet er mich nach innen und dirigiert mich auf das Sofa in dem großzügigen Wohnzimmer. Salma hält dabei ständig meine Hand. Christian legt eine Decke über meine Beine. Ich fühle mich, als wäre ich 80. Ich höre eilige Schritte näher kommen. Jakob betritt das Zimmer. Er lächelt mir offen zu und mustert Salma und mich.

"Ein schönes Bild!", sagt er. In meinem Bauch feiern die Schmetterlinge eine wilde Party. "Schön, dass du wieder da bist, Ina!", sagt er und wendet sich dann seinen Brüdern zu.

"Konntest du etwas erreichen?", fragt Sebastian.

"Nein! Wir müssen den Fortbildungstermin wahrnehmen. Es führt kein Weg dran vorbei.  Wir brauchen die Punkte!", sagt Jakob. Es scheint ihn wirklich zu bedrücken. Ich wüsste zu gerne, worum es geht.

"Justus schreibt morgen den Medizinertest und die Köchin kann nicht auf Salma aufpassen!", fasst Christian das  Dilemma zusammen. Soll ich, oder soll ich nicht?

"Auf mich muss man überhaupt nicht aufpassen!", sagt Salma entschlossen. "Aber ich kann auf Ina aufpassen!" Entschlossen stemmt sie ihre Ärmchen in die Seiten. Das ist schon sehr goldig anzusehen.

"Ich möchte Ina diese Verantwortung nicht übertragen! Sie ist noch nicht wieder 100% fit!", sagt Christian.

"Darf ich auch etwas dazu sagen?", sage ich vorsichtig.

"NEIN!", kommt es aus 3 Männer- und einer Mädchenkehle. Ich verdrehe die Augen.

"Gut. Dann mache ich es trotzdem! Salma und ich werden einfach einen vergnüglichen Abend auf der Couch verbringen und auch hier schlafen!", sage ich und schaue in die Runde. Salma zeigt mir den Daumen nach oben.

"Da habe ich Bauchschmerzen!", sagt Jakob. Seine Kieferpartie verhärtet sich.

"Nee, die hatte ich!", gebe ich zurück und nehme seine Hand. Ich drücke sie kurz. Er schenkt mir immerhin ein kleines Lächeln.

"Eben! Und deswegen ist es umso wichtiger, dich zu schonen!", gibt er entschieden zurück.

"Okay! Gegenvorschlag. Das klingt jetzt ein bisschen verrückt. Aber warum nehmen wir Ina und Salma nicht einfach mit auf die Veranstaltung. Hotelzimmer brauchen wir ohnehin. Dann können wir regelmäßig kontrollieren, ob Ina sich schont!", sagt Sebastian. Die Männer scheinen darüber nachzudenken.

"Ja. Das wäre eine Möglichkeit! Was denkst du, Jakob?", fragt Christian nun Jakob.

"Können wir Ina dort ans Bett fesseln?", fragt Jakob trocken und sieht mich intensiv an. Ich bekomme eine Ganskörpergänsehaut und muss wegschauen. Sebastian bemerkt meine Reaktion und grinst mich an. Arsch!

"Ich weiß nicht, ob das der Schonung so dienlich ist!", sagt dieser süffisant grinsend. Ich verdrehe nur die Augen, während Salma leise kichert. Gut dass sie keinen Plan davon hat, worum es hier gerade eigentlich geht.

Cinderella in ChucksGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt