Kapitel 19

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Das heiße Wasser der Dusche hat sehr gut getan. Schließlich gehe ich pünktlich in Salmas Zimmer, um sie fürs Frühstück abzuholen. Sie trägt bereits eines der neuen Outfits und strahlt mich an.

„Bereit fürs Frühstück?" Ich habe ein etwas mulmiges Gefühl im Bauch, da ich mir denke, dass ich nachher bestimmt noch ein Gespräch mit Jakob führen muss. Obwohl ich mich ja eigentlich sehr im Recht fühle mit dem, was ich gemacht habe. Ich seufze leise und gehe mit Salma zusammen nach unten. Ihre Hände sind immer noch eiskalt.

„Hoffentlich wirst du nicht krank, Liebes!", sage ich besorgt. Sie lächelt mich nur an. Schließlich erreichen wir den Speisesaal. Die Herren sind bereits da und sind alle in ihre Lektüre vertieft.

„Guten Morgen!", sage ich leise und lasse mich auf meinen Platz gleiten. Jakob verzieht keine Miene. Christian lächelt mich dagegen an.

„Schon sportlich gewesen heute Morgen?"

„Ja. Das hat sehr gut getan!", gebe ich zurück.

„Dann hoffen wir mal, dass das keine gesundheitlichen Konsequenzen für Sie und Salma haben wird!", sagt Sebastian und zieht nur die Augenbrauen hoch. Ich löffle mir solange etwas Obstsalat in ein Schälchen und genieße meine Tasse Kaffee, die mir Isabella gebracht hat. Salma scheint so lange quietschfidel zu sein und isst und trinkt ordentlich. Ich atme auf! Schließlich ist das Essen beendet.

„Fräulein Sievers auf ein Wort!", sagt Jakob und legt seine Zeitung beiseite.

„Geh schonmal nach oben Salma. Ich komme sofort!", sage ich freundlich zu ihr und lächle sie an. Mit klopfendem Herzen folge ich Jakob in das Arbeitszimmer. Er weißt mir stumm einen Platz zu, auf den ich mich zurückhaltend setze.

„Sie trifft keine Schuld!", sagt er nach einer kleinen Pause.

„Ich weiß!", gebe ich selbstbewusst zurück. Er verzieht keine Miene. Nur sein eines Auge zuckt für eine Millisekunde.

„Wenn Sie bemerken, dass Salma angeschlagen oder krank erscheint, melden Sie das unverzüglich an mich oder meine Brüder! Das gleiche gilt natürlich auch für Sie. Denken Sie da an Ihren Arbeitsvertrag!" Ich schaue ihn mit großen Augen an. Was steht denn da noch alles drin? Ich spüre Jakobs kühle Augen auf mir. Ich habe das Gefühl, dass sie mir bis direkt in die Seele schauen können. Ich räuspere mich.

„Sonst noch was?", frage ich rotziger als gewollt. Ich sehe, dass er sich sprichwörtlich auf die Zunge beißt. Dann nimmt er einen Stift in die Hand und schlägt ein Buch auf und beginnt zu schreiben. Ich werde unruhig und nervös. Nach einer halben Ewigkeit sagt er, ohne mich eines weiteren Blickes zu würdigen: „Sie können gehen!"

Ich stemme mich aus dem unbequemen Stuhl und spüre dabei deutlich meine Beine. Puh. Langsam gehe ich aus dem Zimmer, dabei schaue ich nicht zurück, jedoch spüre ich Jakobs brennenden Blick in meinem Rücken. 

Cinderella in ChucksGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt