Meine Gedanken sind schon auch bei Christian, Jakob und Seraphine. Was sie wohl mit ihr anstellen? Auf der anderen Seite bin ich mir sicher, dass sie alles dafür tun werden, um meine und Salmas Sicherheit sicherzustellen. Salma gähnt herzhaft als wir in der Suite ankommen. Ich schließe sicherheitshalber ab. Vorsichtig ziehe ich ihr die Tiara aus den Haaren und helfe ihr dann aus dem Kleid in ihr Nachthemd.
"Zähne putzen morgen. Okay Ina?", sagt sie schon fast im Sitzen schlafend.
"Ist gut!", sage ich und lächle sie an. Sie kippt einfach auf dem Bett zurück und krabbelt nach hinten. Es dauert nicht einmal eine Minute und sie schläft tief und fest. Ich kämpfe mit mir selbst. Soll ich wirklich noch in den Whirlpool? Es wird mir bestimmt gut tun. Durch das viele Liegen in der letzten Zeit habe ich viele Verspannungen. Auf der andere Seite ist das Bett so gemütlich. Aber na ja. Ausziehen und Abschminken muss ja ohnehin noch sein. Seufzend rolle ich mich über die Seite nach oben. Ich decke Salma noch richtig zu und laufe dann ins Badezimmer. Dort stelle ich das Wasser an und ziehe mich solange aus. Das Kleid hänge ich sorgsam auf einen Bügel, bevor ich mich abschminke und mir die Zähne putzen. Bei dem Gedanken, dass ich vorher Seraphine hereingelegt habe und daraufhin Jakobs Finger mir sehr viel näher gekommen sind, schleicht sich ein Lächeln auf meine Lippen und mein Schoß brennt. Ich erhasche einen Blick in den Spiegel und sehe mein strahlendes Gesicht. Meine Augen funkeln, mein Mund ist voll und meine Wangen gerötet. Mir gefällt was ich sehe! Ich sehe... irgendwie lebendig aus.
Ich wende mich wieder dem Whirlpool zu und strecke vorsichtig einen Fuß ins Wasser. Langsam lasse ich mich hineingleiten - Himmlisch! Ich schließe die Augen und genieße das Spiel der Düsen auf meiner Haut. Jetzt noch ein Glas Wein, frische Erdbeeren und ein heißer Mann dazu. Ich lache leise in mich hinein. Dass ich so denken könnte, hätte ich vor wenigen Wochen auch nicht gedacht! Meine Gedanken wandern zu den Gesprächen mit Jakob in der Zeit in der Klinik. Als es mit mir langsam aufwärts ging, haben wir viel über seine Schwester Rosalie, meine Eltern und auch Ruth gesprochen. Es war schmerzhaft und heilsam - gleichermaßen. Es waren keine einfachen Gespräche. Sie hatten viel mit Verlustgefühlen, Loslassen, Trauer und auch ein Stück weit Trauma zu tun. Mehr als einmal habe ich mich von ihm weggedreht und auch Jakob hat immer wieder das Zimmer verlassen und dabei mehr als einmal die Tür geknallt. Indirekt kam dabei schon zur Sprache, dass wir beide das Gefühl haben zueinander zu gehören - das sagt ja anscheinend auch das Universum. Ich lächle kurz in den Raum hinein - wer weiß, wer da gerade ist. Also es ist schon irgendwie klar, dass es mit uns beiden weitergeht - wie genau ist allerdings nicht geklärt. Wir empfinden beide eine Anziehung gegenüber dem Anderen - unsere Hände finden auch immer öfter den Weg zueinander und ich merke, wie Salma uns dabei genaustens beobachtet und in sich hineinlächelt. Trotzdem hätte ich nun langsam wirklich gerne Klarheit! Ich denke, ich bin auch mittlerweile wieder gesund genug, dass wir das ansprechen können! Ich wechsle etwas die Position, damit die Düse noch mehr an mein verspanntes Schulterblatt herankommt. Dann tauche ich einen Moment unter und genieße einfach für einen Moment die Ruhe und die Abgeschiedenheit, die man durch das Abtauchen erlebt.
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Cinderella in Chucks
RomansaDiese Geschichte steht für sich alleine und hat (bisher) keinen Querbezug zu meinen anderen Geschichten. Ina ist frisch gebackene Erzieherin und hat gerade ihre Abschlussfeier überstanden. Wenige Tage später erhält sie eine rätselhafte E-mail der Ge...
