Kapitel 59

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Die nächsten Tage bekomme ich immerhin wieder die Erlaubnis, mich um Salma zu kümmern. Allerdings mit eingeschränkten Zeiten. Immerhin konnte ich Justus davon überzeugen, dass ich mir dieses verdammte Zäpfchen selbst einführen kann - natürlich hat er es sich zeigen lassen, ob es funktioniert. Ob ich ihn dafür gehasst habe? Sehr!

Heute ist der letzte Tag der verhassten Antibiotikaeinnahme. Und damit hoffentlich auch der letzte Grünfutter - Tag! Lustlos kaue ich nach der Antibiotikaeinnahme und meinen üblichen Nahrungsergänzungsmitteln beim Frühstück darauf herum, während die anderen sich wieder an dem üblichen Müsli und Obst sattessen.

"Ina? Auf ein Wort nach dem Frühstück!", kündigt Jakob ab und faltet seine Zeitung zusammen. Er sieht mich immerhin ziemlich freundlich - wenn auch distanziert an. Die letzten Tage habe ich versucht, ihm aus dem Weg zu gehen. Mein Herz schlägt etwas schneller, bei dem Gedanken gleich alleine mit ihm in einem Raum zu sein.

"Ich gehe schonmal vor in mein Zimmer!", kündigt Salma an und hüpft aus dem Raum. Ich stelle meinen Teller zu den anderen - auch die der Herren wohlgemerkt - auf den Rollwagen und betrete dann mit etwas schwitzigen Händen den Raum. Mein Bauch fährt wieder Achterbahn. Es zieht und drückt. Was ist da bloß los. Ich streiche mir unterbewusst über den Bereich, bevor ich Jakobs flammenden Blick sehe, der den Raum betritt.

"Ist alles in Ordnung mit deinem Bauch!", fragt er und schaut mich durchdringend an.

"Ja klar! Nur Frauenprobleme!", sage ich so überzeugend wie möglich. Tatsächlich bin ich heute morgen aufgewacht und hatte fast das Gefühl, dass sich wieder ein Infekt anbahnt. Kann das sein? Daran ist nur das blöde Antibiotikum schuld!

"Na dann! Setz dich!" Er weißt mir meinen üblichen Stuhl mit dem Rücken zur Tür zu und so zucke ich kurz zusammen, als ich erneut Schritte höre. Sebastian und Christian treten hinzu und setzen sich zu Jakob. Was kommt denn jetzt?

"Ina! Wie du ja weißt finden regelmäßig hier Bälle und Empfänge statt. Diese auch mit teils sehr wichtigen Menschen, die inkognito bleiben möchten. Der Größte dieser Bälle wird heute Abend stattfinden. Salma und du nehmt an diesem Ball nicht teil. Ihr werdet der Auflage, in eurem Flügel zu bleiben, nachkommen! Hast du das verstanden!", er sieht mich durchdringend an.

"Ja klar. Wir machen uns da einen schönen ruhigen Abend!", gebe ich selbstbewusst zurück und überlege schon, was wir da anstellen könnten, wenn alle anderen beschäftigt sind. Wenn da nur diese Übelkeit und die Schmerzen nicht wären. Ich werde gleich einfach eine Tablette nehmen. Dann wird das schon!

"Prima! Hier ist übrigens die Adresse deiner neuen Gynäkologin. Du hast dort gleich morgen einen Termin zur Abklärung deiner Schmerzen und einer eventuellen Infektion." Er schiebt mir einen Zettel hinüber. "Der Chauffeur wird dich fahren!"

"Und Salma?"

"Salma wird von Justus betreut!", sagt Sebastian."Mach dir keinen Kopf! Deine Gesundheit ist wichtiger!"

"Okay. Wenn es sein muss!", sage ich lapidar. Dann bringe ich es eben hinter mich. Vielleicht ist es ja tatsächlich besser, wenn ich diesen Teilbereich einem anderen Arzt überlasse, als den Herren. 

Cinderella in ChucksGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt