Von meiner Müdigkeit ist nun gar nichts mehr zu spüren. Ungeduldig warte ich, dass Jakob erneut das Zimmer betritt. Ich möchte ihn nah bei mir haben! Ich überlege sogar noch kurz ob ich sexy Unterwäsche anziehen soll. Allerdings lasse ich das dann doch lieber. Ich habe ja eigentlich Bettruhe. Man hat ja durchaus auch eine Lernkurve, nicht wahr?
Nach einer gefühlten Ewigkeit öffnet sich schließlich die Tür und Jakob betritt das Zimmer. Ich schiebe meine Decke beiseite und schaue ihn auffordernd an. Er ist nun mit einer ziemlich legeren Jogginghose und einem sportlichen T-Shirt bekleidet. Natürlich sieht er wieder zum Anbeißen aus. Was auch sonst.
"Ist es nicht zu warm mit der Jogginghose?", frage ich ihn gespielt besorgt.
"Nein. Es muss ja schließlich alles seine Ordnung haben!", entgegnet er etwas steif und legt sich dann neben mich. Er riecht frisch und nach Jakob. Vorsichtig legt er einen Arm um mich und bettet meinen Kopf sanft auf seiner Brust. Das stetige, ruhige Klopfen seines Herzens unter meiner Wange sorgt dafür, dass ich langsam ruhiger werde. Ich kann es nicht verhindern, dass eine meiner Hände sich auf eine kleine Wanderung unter sein T- Shirt begibt. Allerdings bleibt diese brav auf seinem Bauch liegen. Es braucht nicht lange und ich bin tief- und fest eingeschlafen.
Am nächsten Morgen erwache ich ausgeschlafen. Ich fühle mich gut! Auf meinem Nachttisch liegt ein Zettel
Hey Prinzessin. Erhol dich heute gut! Justus kümmert sich um Salma. Wir schauen nachher nach dir, sind aber über unsere Handys und das Haustelefon immer erreichbar! Brav sein!
Ich schmunzle in mich hinein. Die Herren kennen mich wohl gut genug. Mein Körper lechzt sich nach einer Dusche. Ob ich das wohl riskieren kann? Ich müsste doch irgendwo Aquapflaster haben. Langsam schwinge ich meine Beine aus dem Bett und gehe ins Badezimmer. Mein Kreislauf scheint soweit stabil. Ich krame in eine der Schubladen und finde das gewünschte. Nachdem ich meine Haare mit einem Haarreif gebändigt habe, befestige ich das Aquapflaster. Das sieht gut aus und so kommt kein Wasser an die Wunde. Ich ziehe meine benutzten Klamotten aus und steige kurz darauf in die Dusche. Beim Einstellen der Temperatur denke ich natürlich daran, das Wasser nicht zu warm zu machen. Es fühlt sich auf jeden Fall himmlisch an, bis zu dem Moment, als Sebastian ins Bad gestürmt kommt.
"Bist du wahnsinnig?", ruft er und öffnet die gläserne Duschtür. Er sieht sehr zornig aus. Was habe ich denn jetzt schon wieder falsch gemacht? Und was macht er in meinem Badezimmer? Ich meine wir haben uns in den letzten Wochen schon auch gut kennengelernt und durch meine Bauch - OP haben mich alle drei schon mehr oder weniger nackt gesehen. Aber trotzdem! Ich bedecke meine Scham und meine Brüste mit den Händen und rufe laut: "Raus!" Er allerdings fackelt nicht lange, schnappt sich eines der Handtücher und wickelt mich darin ein, wie einen Rollmops. Nur dass ich die Gurke bin. Da hilft auch alles Zappeln nichts. Es fehlt eigentlich nur noch, dass er mich über die Schulter wie ein Stück Vieh wirft. Dass das nicht passiert liegt wohl nur an der Gehirnerschütterung. So werde ich hochgehoben und auf dem Bett hingelegt. "Das man dich auch nicht eine Stunde alleine lassen kann! Primus wird ausrasten!", schimpft er vor sich hin und schiebt meine Haare nach hinten. Durch das festgesteckte Handtuch kann ich mich immer noch nicht bewegen.
"Könnte ich vielleicht...", setze ich an zu sprechen.
"NEIN!", sagt Sebastian entschieden. Ich verdrehe die Augen. Schließlich wird er gleich sehen, dass ich nicht ganz so bekloppt bin wie ich vielleicht manchmal aussehe. "Oh...", kommt es nun von ihm etwas betreten.
"Yep!", gebe ich selbstbewusst zurück. "Hättest du vielleicht die Güte mich wieder auszupacken?"
"Ähm. Ja!", sagt er nun etwas betreten. "Aber du hättest es trotzdem mit uns absprechen müssen!", rechtfertigt er sich, während er das Handtuch löst. Ich seufze leise und ziehe die Bettdecke über meinen nackten Körper, als ich das feuchte Handtuch von mir gewickelt habe.
"Also schuldest du mir ja jetzt eigentlich was, oder?", frage ich und versuche die Situation gleich zu meinem Vorteil zu nutzen.
"Ach ja, tu ich das?", fragt er kritisch.
"Ja. Ich hätte da gerne noch mehr Infos!", sage ich und klimpere mit meinen Wimpern. Sebastian seufzt und fährt sich durch die Haare.
"Es ist kompliziert!"
"Ich habe Zeit!", gebe ich ruhig zurück.
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Cinderella in Chucks
RomanceDiese Geschichte steht für sich alleine und hat (bisher) keinen Querbezug zu meinen anderen Geschichten. Ina ist frisch gebackene Erzieherin und hat gerade ihre Abschlussfeier überstanden. Wenige Tage später erhält sie eine rätselhafte E-mail der Ge...
